Lewis Hamilton fährt seit 2007 in der Formel 1 für McLaren © getty

McLaren-Teamchef Whitmarsh gibt sich im Vertragspoker zuversichtlicher denn je. Schon vor Singapur könnte Hamilton verlängern.

Von Tobias Wiltschek

München - Lewis Hamilton lässt sich von nichts und niemanden aufhalten.

Auf dem Autodromo Nazionale di Monza fuhr der Brite in seinem McLaren-Mercedes einen souveränen Start-Ziel-Sieg heraus (BERICHT: Hamilton siegt vor Perez).

Doch nicht nur auf der Strecke war er beim Großen Preis von Italien unantastbar.

Auch abseits davon ließ er sich nicht aus der Ruhe bringen, wenn er auf die immer noch nicht geklärte Frage nach seiner Zukunft angesprochen wurde.

Hamilton schweigt weiter

Es gebe nichts Neues darüber zu vermelden, für welches Team er im kommenden Jahr fahren werde (BERICHT: Hamilton strapaziert die Nerven).

"Ich konzentriere mich noch nicht so sehr auf die kommende Saison", war alles, was sich der 20-malige Grand-Prix-Sieger entlocken ließ.

Etwas auskunftsfreudiger gab sich da schon Martin Whitmarsh.

Verhandlungen nach Party

"Er muss einfach bei uns bleiben. Wir sind ein Sieger-Team und er ist ein Sieg-Fahrer", sagte der McLaren-Teamchef und kündigte für die Zeit nach den Monza-Feierlichkeiten Verhandlungen mit Hamiltons Management an.

Dass die Vertragsverlängerung noch vor dem Großen Preis von Singapur in knapp zwei Wochen unter Dach und Fach sein muss, bezeichnete Whitmarsh auf Nachfrage bei "Autosport.com" als "nicht so wichtig".

Entsprechend gelassen geht er mit Spekulationen um, wonach sein Team am hochgehandelten Williams-Testfahrer Valleri Bottas interessiert sei: "Daran habe ich noch keinen Gedanken verschwendet."

McLaren lässt sich nicht ablenken

Man habe am vergangenen Wochenende jedenfalls gezeigt, dass man sich von den Wechselgerüchten um Hamilton nicht ablenke lasse.

Der ehemalige Rennstall-Besitzer und heutige TV-Experte Eddie Jordan hatte vor dem Italien-GP berichtet, ein Wechsel des 27-Jährigen von McLaren zu Mercedes stehe kurz bevor (BERICHT: Löst Hamilton Schumi ab?).

"Ich denke nicht, dass es eine Enthüllung war. Es war wohl mehr ein Hirngespinst", kommentierte Whitmarsh die Ankündigung des Iren auf seine Art.

75 Millionen für drei Jahre?

Dabei wollte auch die "Daily Mail" von dem bevorstehenden Deal erfahren haben und vermeldete, dass die Stuttgarter Hamilton mit einem Dreijahresvertrag und einem jährlichen Gehalt von 25 Millionen Euro als Nachfolger von Michael Schumacher locken wollen.

Auch der Rekord-Weltmeister macht bekanntlich um seine Zukunft immer noch ein großes Geheimnis.

Bei McLaren glauben sie indes nach der jüngsten Erfolgsserie umso mehr an einen Verbleib von Hamilton.

Erfolgsserie in Chrom

"Lewis hat sich dem Siegen verschrieben. Und das kann er in einem McLaren tun. Uns geht es nur um das Siegen", sagte Team-Mitbesitzer Ron Dennis bei "Sky Sports F1".

Mit den Triumphen von Hamilton in Ungarn und Italien sowie dem Erfolg von Jenson Button in Belgien stand in den vergangenen drei Rennen immer ein McLaren-Pilot ganz oben auf dem Podium (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

In der Fahrerwertung ist Hamilton nun mit 142 Punkten der schärfste Verfolger von Spitzenreiter Fernando Alonso (179).

Bei den Konstrukteuren liegt das Team aus Woking ebenfalls auf Platz zwei, der Rückstand auf Red Bull ist mittlerweile auf 29 Zähler geschmolzen (DATENCENTER: WM-Stand Teams).

"Lewis wäre verrückt"

Mercedes sucht man in beiden Wertungen auf den ersten Rängen vergebens.

Auch deshalb kann man sich bei McLaren nicht vorstellen, dass der 27-Jährige zu den Silberpfeilen wechselt; selbst wenn er dort mehr verdienen würde.

Am deutlichsten brachte die Situation der ehemalige Formel-1-Pilot Martin Brundle zum Ausdruck. "Mir scheint, Lewis wäre verrückt, würde er dieses Team verlassen", sagte der WM-Sechste von 1992 bei "Sky Sports F1".

Hamilton selbst erklärt: "Ich freue mich auf die Zukunft." Ob sie aber in Silber oder in Chrom glänzt, will er noch nicht beantworten.

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