Nico Hülkenberg bestritt in seiner Karriere bislang 31 Grand Prix © getty

Nico Hülkenberg nährt mit seiner starken Leistung in Spa Spekulationen über einen Wechsel zu Ferrari. Er gibt sich ahnungslos.

Von Tobias Wiltschek

München - Erst in der vergangenen Woche waren Gerüchte aufgekommen, wonach Nico Hülkenberg von seinem Team Force India in diesem Jahr noch keinen Lohn bekommen haben soll.

Die dementierte sein Manager Timo Gans bei SPORT1 jedoch umgehend. "Das Gehalt fließt", sagte er.

Dass "Hülk" die eine Million Euro wert ist, die er jährlich bekommen soll, demonstrierte er am vergangenen Wochenende eindrücklich ( 607536 DIASHOW: Die Bilder des Rennens ).

Bestes Ergebnis der Karriere

Beim Grand Prix von Belgien in Spa fuhr er mit Platz vier das beste Ergebnis seiner Formel-1-Karriere ein und verbesserte sich in der WM-Wertung auf Rang 13.

Damit ist er erstmals in dieser Saison besser platziert als sein Teamkollege Paul di Resta (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

Ganze acht Positionen machte er im Rennen gut, auch dank einer klugen Taktik. "Nico fuhr ein fantastisches Rennen. Er hielt sich aus Schwierigkeiten raus und zeigte auf seiner perfekten Zwei-Stopp-Strategie eine gute Leistung", lobte ihn der indische Teamchef Vijay Mallya.

Hülkenberg auf Podiumskurs

Phasenweise sah es gar so aus, als ob er auf dem Ardennenkurs (Rennbericht) noch weiter vorn landen könnte.

"Ich lag längere Zeit auf Platz zwei und habe zwischenzeitlich sogar geglaubt, dass ein Podestplatz möglich wäre", sagte der 25-Jährige. "Ich hatte ein paar gute Zweikämpfe mit Kimi Räikkönen und Michael Schumacher und fuhr immer am Limit."

Gut möglich, dass sich Hülkenberg in naher Zukunft regelmäßig mit den Piloten im Vorderfeld messen kann.

Für Top-Teams immer interessanter

Denn so sehr sich sein Manager auch bemüht, Wechselgerüchte zu zerstreuen: "Hülk" macht sich im Laufe dieser Saison für Top-Teams immer interessanter.

Auch er selbst sieht sich nach knapp dreijähriger Lehrzeit bei Williams und Force India bereit für höhere Aufgaben. "Ich sehe keinen Grund, warum nicht", antwortete er bei der Pressekonferenz in Spa auf eine entsprechende Frage:

"Wir haben noch acht Rennen, in denen ich lernen kann und weitere Erfahrungen sammeln werde. Es ist mein Traum, um Rennsiege zu fahren und in einem guten Auto zu sitzen."

Heißer Anwärter auf Massa-Nachfolge

Dieser Traum könnte schon im kommenden Jahr Wirklichkeit werden. Denn der junge Mann aus Emmerich an der niederländischen Grenze gilt neben seinem Teamkollegen mittlerweile als aussichtsreichster Anwärter auf die Nachfolge von Felipe Massa bei Ferrari.

Der Brasilianer hat in dieser Saison im teaminternen Duell gegen WM-Spitzenreiter Fernando Alonso nicht den Hauch einer Chance und ist bei Ferrari schon häufig in die Kritik geraten.

Der ursprüngliche Wunschkandidat Mark Webber hatte bei Red Bull verlängert und Sauber-Pilot Sergio Perez von der Scuderia eine Absage bekommen.

Ahnungsloser Hülkenberg

Hülkenberg selbst gibt sich in Sachen Ferrari bislang ahnungslos. "Wer sagt denn, dass Massa gehen wird? Es gibt doch viele andere Piloten, die in Frage kommen. Wieso gerade ich?", entgegnete er in einem Interview mit "Auto, Motor und Sport".

Die "Rheinische Post" spekuliert indes aber schon darüber, dass der Force-India-Pilot in der fünfwöchigen Sommerpause nach Maranello gereist sei, um dort eine Absichtserklärung zu unterschreiben.

Ferrari-Heimspiel in Monza

Am kommenden Wochenende macht die Formel 1 Station in Monza. Zum Heim-Grand-Prix der Scuderia werden wieder Tausende Tifosi mit roten Ferrari-Fahnen erwartet.

In diesem Jahr werden sie noch Felipe Massa unterstützen, 2013 vielleicht schon Nico Hülkenberg.

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