Webber (l.) und Vettel werden immer wieder mit Ferrari in Verbindung gebracht © getty

Der Weltmeister hat eine Ausstiegsklausel, dem Australier werden die Italiener nahegelegt. Ein "frischer Atemzug" für das Duo?

Von Björn Seitner

München - Noch nicht einmal ein Drittel der Saison ist absolviert, da brodelt bei Red Bull schon wieder die Gerüchteküche.

Dass Sebastian Vettel bei Ferrari einen Vor-Vertrag unterschrieben habe, hat der Doppelweltmeister inzwischen zwar dementiert.

Nur kurz darauf gab Red-Bull-Motorsport-Chef Helmut Marko aber zu: Vettel hat eine geheime Ausstiegsklausel.

Und auch sein australischer Teamkollege Mark Webber bekam von Landsmann Alan Jones einen gut gemeinten Rat: Geh' zu Ferrari.

Gemeinsame Sache bie den Roten?

Die "Bullen" Webber und Vettel ab 2014 gemeinsam bei den Roten?

So weit wird es mit ziemlicher Sicherheit nicht kommen, zumal Fernando Alonso seinen Vertrag erst letztes Jahr bis 2016 verlängert hat.

Dennoch ist auffällig, dass die beiden Red-Bull-Piloten so häufig mit dem italienischen Rennstall in Verbindgung gebracht werden (BERICHT: Von 0 auf 100 - Ferrari überrascht sich selbst).

Jones hat dafür eine recht simple Erklärung: "Bei Ferrari handelt es sich um eine sehr prestigeträchtige Sache, die sich in deinem Lebenslauf richtig gut macht", sagte er in einem Podcast des Australien-Grand-Prix.

Wie ein "frischer Atemzug"

Laut dem Champion von 1980 gebe es zwei Dinge, die ein Formel-1-Pilot in seiner Karriere erreichen will: In Monaco zu gewinnen - was Webber schon zweimal gelang (Bericht), Vettel einmal - und für die Roten zu fahren.

"Ich bin mir sicher: Er wird sich das überlegen", so Jones ( 564949 DIASHOW: Die Bilder des Rennens ).

Würde Webber, dessen Vertrag Ende des Jahres ausläuft, tatsächlich zu Ferrari gehen, "käme das einem frischen Atemzug gleich. Mit Fernando Alonso kommt Mark eh prima aus. Es wäre also vielleicht eine gute Lösung für ihn, dorthin zu wechseln", meint Jones.

Zumindest der Platz von Felipe Massa wird in naher Zukunft definitiv frei werden.

Bremst Vettel Webber ein?

Auch was es für Webber bei Red Bull in den letzten beiden Jahren angeblich so schwierig gemacht habe, glaubt der Australier zu wissen:

"Wenn er bei Red Bull bleibt, hat er erneut Vettel als Teamkollege - und das ist ein harter Brocken."

Abgesehen davon, dass er bei Ferrari mit Alonso einen nicht minder guten Fahrer neben sich hätte, lassen die Gerüchte auch die Konstellation Vettel/Alonso bei den Italienern zu.

Vettels Ausstiegsklausel

Zwar verneinte Vettel zuletzt mit einer ordentlichen Portion Humor, einen Vertrag bei Ferrari unterschrieben zu haben ("Da hatte wohl noch jemand freien Platz in seiner Zeitung"), dennoch ist seine Zukunft offen - zumindest nach der kommenden Saison.

Sollte es 2013 bei den "Bullen" nicht laufen, kann der Deutsche laut "Bild" von einer geheimen Ausstiegsklausel gebrauch machen.

Auch Marko bestätigte: "2013 ist er fix bei uns. Für 2014 gibt es eine leistungsbezogene Klausel in seinem Vertrag - für ihn und für das Team."

"Es ist erst Mai"

Christian Horner dagegen interessiert das alles noch gar nicht.

"Es ist erst Mai", meint der Red-Bull-Teamchef gelassen und plädiert dafür, Prioritäten zu setzen: "Wir sollten uns doch erst einmal auf die Gegenwart konzentrieren. Die Zukunft klärt sich dann von ganz alleine."

Horner kennt die Situation und sieht keinen Grund, der gegen eine Vertragsverlängerung Webbers sprechen würde: "Warum sollte er gehen wollen?"

Webber "fühlt sich wohl"

"Ich denke, er fühlt sich wohl im Team. Das Team kennt Mark sehr gut und Mark kennt auch das Team sehr gut. Wir haben eine offene und ehrliche Beziehung zu ihm", erklärt Horner.

Momentan führt Red Bull die Konstrukteurs-WM mit 36 Punkten an und auch die beiden Piloten liegen mit jeweils 73 Zählern nur knapp hinter dem WM-Leader Alonso (76) (DATENCENTER: Die Fahrer-WM).

Noch gibt es jedenfalls nicht wirklich einen Grund, den "Bullen" den Rücken zu kehren.

Weiterlesen