Fernando Alonso wechselte 2010 von Renault zu Ferrari © getty

Bei den Tests in Mugello überzeugt Ferrari dank erster Upgrades - doch das soll nicht alles gewesen sein. Alonso ist optimistisch.

Von Björn Seitner

München - Wie für die meisten anderen Teams auch ist die bisherige Saison für Ferrari und Fernando Alonso eine Achterbahnfahrt.

Nach dem sensationellen Sieg im Regenchaos von Malaysia Ende März zitterte sich der Spanier in China mit Rang neun gerade noch in die Top Ten. In Bahrain folgte ein siebter Platz.

Ferrari hat eigentlich einen anderen Anspruch, mehr gab das Auto aber eben nicht her.

Die Testtage in Mugello schloss der Doppelweltmeister von 2005 und 2006 nun einmal als Erster und einmal als Dritter ab - und kündigte einen geheimnisvollen Aufschwung an (Service: Alle Resultate aus Mugello):

"Wir haben uns entschieden, mit dem großen Entwicklungsschub bis zum Grand Prix von Spanien zu warten, um den Ingenieuren mehr Zeit zu geben. Das Auto wird erst am Freitag in Barcelona komplett sein."

Auf Schritt eins folgen zwei und drei

Doch auch das soll noch lange nicht alles gewesen sein.

"Unser größter Aero-Schritt kommt in Barcelona. Der zweite in Montreal, der dritte in Valencia", ließ Alonso verlauten.

Selbst ein Ausflug ins Kiesbett am letzten Testtag konnte die gute Laune des Spaniers nicht schmälern ( 552465 DIASHOW: Testfahrten in Mugello ).

Es scheint, als wisse Alonso, dass er in den kommenden Rennen nicht nur einen Trumpf in der Hinterhand haben wird.

Neu gestalteter Heckbereich

Der Auspuff des überarbeiteten F2012 zeigt nun entgegen des Trends - McLaren und Red Bull blasen nach außen - nach innen. Doch das ist für Alonso nicht ausschlaggebend:

"Die ersten vier Rennen haben gezeigt, dass die Auspuffposition nicht entscheidend ist. Bis jetzt haben alle möglichen Auspufflösungen Rennen gewonnen."

Wichtiger sind da schon die neuen Leitbleche unter der Nase sowie eine komplett neu gestaltete Motorabdeckung und einem modifizierten Heckflügel.

[kaltura id="0_dze6outb" class="full_size" title="Formel 1: Vielseitig wie nie!"]

Alle Änderungen funktionieren

"Alle Änderungen haben ausnahmslos funktioniert. Wir haben jetzt wieder das Vertrauen, dass die Daten aus dem Windkanal stimmen", gibt sich Alonso optimistisch.

Für den 30-Jährigen erhöht sich durch den neuen Heckbereich das Fahrgefühl, weil der Anpressdruck verlässlicher wird. Der Nachteil: Der Bolide verliert etwas Abtrieb beim Beschleunigen.

Drei Neuerungen in Barcelona

"Wir hatten in den ersten vier Rennen im Schnitt acht bis neun Zehntel Rückstand auf die Spitze. Den größten Teil davon wollen wir mit unserem Upgrade für Barcelona wettmachen", erklärt Alonso.

Für das fünfte Saisonrennen sollen ein neuer Frontflügel, ein neuer Diffusor und eine neue Nase eingesetzt werden.

Dennoch erwartet Alonso keinen "magischen Knopf, mit dem wir auf die Pole fahren werden", denn jedes Team werde sein Auto weiterentwickeln.

"Das ist nicht akzeptabel"

Aber zumindest "passen" sollten die kommenden Neuerungen im Qualifying, "denn es ist nicht akzeptabel weiter um die Teilnahme am Top-Ten-Finale kämpfen zu müssen".

Läuft es in Barcelona wie beim Test in Mugello, dürfte Alonso diese Zitterpartie erspart bleiben.

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