Sebastian Vettel wurde 2010 und 2011 Formel-1-Weltmeister im Red Bull © getty

Sebastian Vettel wird ausgezeichnet, bleibt aber im Streit mit HRT-Pilot Kartthikeyan knallhart. Berater Marko moniert "Abbey".

Paris/Köln - Sebastian Vettel sammelt noch immer die Lorbeeren für sein Super-Jahr 2011.

Allerdings arbeitet der Formel-1-Weltmeister nach der "Nullnummer" zuletzt in Kuala Lumpur (Bericht) auch schon wieder akribisch an der Rückkehr an die Spitze der Königsklasse.

Noch wenige Stunden, bevor er am Montagabend in Paris in einen illustren Kreis großer Sportler aufgenommen wurde, saß der Red-Bull-Pilot in Milton Keynes im Simulator und suchte nach Verbesserungen für das nächste Rennen am 15. April in Schanghai. (DATENCENTER: Der Rennkalender)

"Natürlich wäre ich gerne ein bisschen besser gestartet, aber es ist noch eine lange Saison. Wir haben ein sehr gutes Auto und ich habe eine gute Chance auf ein großes Jahr", sagte Vettel

Erst Simulator, dann Auszeichnung

"Das Ziel ist es, wieder um den Titel zu kämpfen", ergänzte er in Paris, wo er im Invalidendom den Prix Serge Kempf, den Großen Preis der L'Academie des Sports, für das Jahr 2011 in Empfang nahm.

Er versprühte jedoch auch Zuversicht: "Erst vor ein paar Stunden war ich noch im Simulator, um mich auf das Rennen in China und eine Woche später in Bahrain vorzubereiten. Wir sollten hoffentlich ein paar gute Verbesserungen haben, aber das müssen wir auf der Strecke beweisen."

Für seine außergewöhnlichen Leistungen im vorigen Jahr, in dem er elf Siege holte, 15-mal auf der Pole Position stand und seinen WM-Titel erfolgreich verteidigt hatte, erhielt Vettel in Paris aus der Hand von Akademie-Präsident Emmanuel Rodocanachi eine große, in Glas eingefasste goldene Plakette.

Graf, Schumacher, Vettel

Er ist nach Steffi Graf 1988 und Michael Schumacher 2001 erst der dritte Deutscher.

"Das ist eine große Ehre. Zu einigen der ganz großen Namen des Sports zu gehören, ist etwas ganz Spezielles", sagte Vettel, der sich mit einem signierten Helm für eine Sicherheitsaktion des Automobil-Weltverbandes FIA bedankte.

"Es ist großartig, diese Auszeichnung zu bekommen. Das lässt einen sicher ein bisschen mehr realisieren, was man in der Vergangenheit erreicht hat", meinte der Red-Bull-Pilot, der sich in einen illustren Kreis internationaler Sport-Größen einreihte.

Erster Preisträger war 1956 das österreichische Ski-Idol Toni Sailer, es folgten unter anderem Super-Sprinter Usain Bolt, Tennis-Star Roger Federer, Schwimm-Legende Mark Spitz und Bergsteiger Reinhold Messner.

Kein Vergleich mit Schumi

Vettel ist in dieser Liste der siebte Formel-1-Champion nach Juan Manuel Fangio (1957), Jim Clark (1965), Jackie Stewart (1973), Niki Lauda (1977), Alain Prost (1989) und Schumacher.

Einen Vergleich mit dem Rekordweltmeister wehrte Vettel allerdings kategorisch ab, als neuen Schumacher will er sich nicht sehen.

"Ich habe mich nie so genannt. Ich kenne Michael sehr gut, er ist ein sehr guter Freund. Ich habe großen Respekt vor ihm als Mensch und natürlich auch als Fahrer", sagte Vettel: "Es ist nicht mein Name, es ist seiner."

Schumachers Rekorde hat Vettel allerdings im Visier. In diesem Jahr könnte er als erster Fahrer nach Fangio und Schumacher zum dritten Mal in Folge Weltmeister werden.

"Momentan entscheidet das Auto, nicht wir"

Dafür muss sein Red-Bull-Team Vettels "Abbey" aber noch schneller machen, was der Weltmeister-Truppe der beiden letzten Jahre momentan noch etwas schwer fällt.

"Es hilft nichts, wenn man nur in einem kleinen Bereich der Schnellste ist und das nicht kontinuierlich. Offen gesagt, momentan entscheidet das Auto fast selbst, wann es am schnellsten ist und nicht wir", sagte Red-Bull-Berater Helmut Marko am Montagabend in der Sendung "Sport und Talk aus dem Hangar 7" bei "ServusTV".

Nach den Diskussionen um Vettels "Stinkefinger" und die verbalen Attacken gegen den Inder Narain Karthikeyan, der Vettel in Malaysia beim Überrunden den linken Hinterreifen aufgeschlitzt und ihm damit von Rang vier auf Platz elf zurückgeworfen hatte, gibt Marko seinem Schützling Rückendeckung. (BERICHT: Keine Strafe für "Heulsuse" Vettel)

Er ergänzte: "Wir haben schon unseren Teammanager beauftragt, sowohl mit Marussia als auch mit Hispania zu reden, dass deren Piloten einfach mehr aufpassen müssen."

Vettel: Emotionen gehören dazu

"Die fahren in einer anderen Liga, sind teilweise sechs bis acht Sekunden langsamer, und da muss man mehr aufpassen. Das sind zwölf Punkte von Vettel, die können entscheidend sein in der WM." (DATENCENTER: So steht's in der WM)

Auch Vettel sieht sich nach dem Crash nicht im Unrecht.

"Auf einem soliden vierten Platz die Punkte so zu verlieren, das ist natürlich enttäuschend. Da zeigt man ein bisschen Emotionen, und ich glaube, dafür muss man sich auch nicht schämen. Das gehört zum Sport dazu", sagte er.

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