Sergio Perez feierte sein Formel-1-Debüt für Sauber 2011 in Melbourne © getty

In Sepang beeindruckt Perez mit einem grandiosen Rennen. Der 22-Jährige hat beste Voraussetzungen und einen großen Traum.

Von Annette Bachert

München - Der nächste Ayrton Senna?

Von derartigen Vergleichen will Sergio Perez noch nichts wissen.

Nach seinem zweiten Platz im Regen-Grand-Prix von Sepang (Bericht) wurden bereits Stimmen laut, die den Mexikaner mit dem brasilianischen "Rain Man" verglichen, der 13 seiner 41 Formel-1-Siege auf nasser Strecke feierte.

Für ein "Lob dieser Art, muss ich noch viel in meiner Karriere erreichen", gibt sich der Mexikaner beim indischen Sender "NDTV" zurückhaltend.

Doch bei seinem Husarenritt in Malaysia zeigte der 22-Jährige, dass er einmal zu den ganz Großen gehören kann. ( 534937 DIASHOW: Bilder des Malaysia-GP )

Prompt gab es nach dem ersten mexikanischen Podest-Platz seit Pedro Rodriguez 1971 im niederländischen Zandvoort sogar Glückwünsche vom mexikanischen Präsidenten Felipe Calderon.

Tiefstapeln will Perez nach seinem Ausrufezeichen aber auch nicht.

Das Ziel ist klar definiert: Weltmeister

"Ich bin nicht in der Formel 1, um mitzufahren. Ich will eines Tages Weltmeister werden", hatte Perez vor gut einem Jahr erklärt, als er sein Debüt in der Königsklasse beim Team Sauber F1 gegeben hatte.

"Checo", wie man ihn in seiner Heimat nennt, weiß, was er kann und sagt das auch.

"Es war immer mein Ziel, Rennen zu gewinnen, und ich glaube fest daran, dass mein erster Sieg in der Formel 1 kommen wird - früher oder später, in einer perfekten Welt noch in dieser Saison", sagt der Sauber-Pilot:

"Das Wichtigste ist, ein Auto zur Verfügung zu haben, dass es mir erlaubt, Rennen zu gewinnen."

Team Sauber F1 ist auf einem guten Weg

Betrachtet man die zweite Rennhälfte in Sepang, in der der GP2-Vizemeister von 2010 rundenlang der Schnellste im Feld war, scheint der Schweizer Rennstall davon nicht weit weg zu sein.

Doch Teamchef Peter Sauber rechnet den Erfolg in Malaysia zu großen Teilen dem Mexikaner und weniger dem Team an (DATENCENTER: So steht's in der WM).

"Sergio fuhr ein absolut grandioses Rennen. Und es hat sich wieder einmal gezeigt, dass Piloten, wenn sie um den Sieg kämpfen können, so etwas wie einen Extra-Boost erhalten, der sie über sich hinauswachsen lässt", schwärmte Sauber im Schweizer "Blick".

Ferrari streckt die Fühler nach Perez aus

Doch Sauber ist nicht das einzige Team, das Interesse an dem Mexikaner hat. Mit Ferrari wird der 22-Jährige immer öfter in Verbindung gebracht. Besonders seit Felipe Massa bei der Scuderia auf der Abschussrampe steht (BERICHT: Letzte Chance für Massa).

Durch die "Ferrari Young Driver Academy", zu der Perez seit 2010 gehört, ist der Weg zu den "Roten" nicht mehr weit, der Kontakt schon längst hergestellt.

Eben jener Massa, dessen Platz er möglicherweise bald einnehmen könnte, nahm vor einigen Jahren den Sprung von Sauber nach Maranello.

Kleine Patzer verhindern besseres Resultat

Doch trotz eines hervorragenden zweiten Platzes, nach Rang acht im ersten Saisonrennen in Melbourne, weiß der 22-Jährige, dass in Sepang vielleicht sogar mehr drin gewesen wäre.

Zweimal schloss Perez zum Führenden und späteren Sieger Fernando Alonso auf, doch ein Ausritt neben die Strecke machte alle vermeintlichen Siegchancen zu Nichte.

"Es war nicht einfach, ich bin von der Strecke abgekommen und habe einen Randstein getroffen. Ich hatte Glück, nicht abzufliegen", erklärte der 22-Jährige.

Bestes Eregbnis nach Crash

Das war Perez in seinem Rookie-Jahr in der Formel 1 passiert. Im Qualifying zum Großen Preis von Monaco in Monte Carlo, der Ort an dem er seinen ersten GP2-Sieg einfuhr, verlor der Mexikaner am Tunnelende die Kontrolle über seinen Boliden und krachte seitwärts in die Begrenzungsmauer.

Eine Gehirnerschütterung und ein geprellter Oberschenkel zwangen den damals 21-Jährigen zu einer Pause.

Doch nur vier Wochen später, beim Großen Preis von Europa in Valencia, landete er auf Rang elf. Zwei Wochen später fuhr er in Silvestone mit Platz sieben sein bis dato bestes Formel-1-Resultat ein.

Platz sieben in Melbourne 2011 aberkannt

Zwar hatte er in Melbourne 2011, bei seinem Debüt in der Königsklasse, bereits mit Platz sieben aufhorchen lassen, wegen illegaler Heckflügel an den Sauber-Boliden wurde ihm dieses Resultat später aberkannt.

Aber in nahezu allen seiner 19 Formel-1-Rennen bewies Perez eindrucksvoll, welch Talent in ihm steckt, und dass er sich vor allem von Rückschlägen jeglicher Art nicht zurückwerfen lässt.

Zwei oder drei Jahre bis zum WM-Titel

Im Gegenteil: Perez steht wieder auf und kommt stärker zurück. Wenn sich der erst 22-Jährige diese Eigenschaft bewahrt und in absehbarer Zukunft zu einem der echten Top-Teams wechselt, steht mit Stehauf-Männchen Perez ein künftiger Weltmeister bereit.

Auch im Selbstverständnis: "Ich glaube, dass ich in zwei oder drei Jahren um den WM-Titel mitfahren werde", sagte der flinke Mexikaner.

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