Uwe Harnos bekommt Unterstützung von Dieter Hillebrand © imago

Der bayerische Verbandschef Dieter Hillebrand hat seine harsche Kritik an der Führung des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) zurückgenommen und dem umstrittenen Präsidenten Uwe Harnos seine Unterstützung zugesichert.

"Meine Zitate wurden völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Ich distanziere mich ausdrücklich davon", ließ Hillebrand in einer Presseerklärung am Donnerstag wissen - zweieinhalb Wochen nach seiner Aussage im Interview mit dem Internetportal "hockeyweb", beim DEB wisse die rechte Hand nicht, was die linke tue.

"Ich bin Sprecher der deutschen Eissport-Landesverbände und kann Ihnen versichern, dass das aktuelle Präsidium unser vollstes Vertrauen genießt", erklärte Hillebrand.

Die größten Landesverbände hätten sich klar für eine Wiederwahl von Harnos ausgesprochen, "andere Kandidaten werden unsere Stimmen nicht bekommen". Zuletzt hatten sich immer mehr Klubs für den langjährigen Sportdirektor Franz Reindl als neuen Präsidenten ausgesprochen.

Die Klubs aus der DEL und der DEL2 haben bei der Wahl am 19. Juli keine Stimme. Lediglich die unterklassigen Vereine und die Landesverbände, die die Hälfte aller Stimmen auf sich vereinigen, entscheiden über den DEB-Präsidenten. Reindl, den Harnos vor drei Jahren als Sportdirektor entmachtet hatte, spürt "einen unglaublichen Zuspruch" und will über eine Kandidatur nachdenken.

Aus diesem Grund wollte er noch in Minsk das Gespräch mit Harnos suchen. Der amtierende Präsident, dem vor allem der sportliche Absturz nach der Trennung von Bundestrainer Uwe Krupp 2011 mit dem Verpassen der Olympischen Spiele in Sotschi und die finanzielle Schieflage des Verbandes vorgeworfen wird, will sich erst nach WM-Ende öffentlich zu diesem Thema äußern.

Auf heftigen Widerspruch war Hillebrand mit seiner Pauschalkritik bei den DEB-Mitarbeitern gestoßen. "Äußerst polemisch" nannten sie in einem offenen Brief dessen Aussagen und widerlegten haarklein jeden einzelnen Vorwurf. Nach SID-Informationen würden mehrere kleinere Landesverbände eine Kandidatur Reindls unterstützen.

Weiterlesen