Hitziges Duell zwischen Weißrussland und Lettland © getty

Draußen vor der Arena brannte ein Feuerwerk ab, das Hupkonzert auf den Straßen endete erst spät in der Nacht: Der Viertelfinaleinzug des Gastgebers Weißrussland löste bei der Eishockey-WM in Minsk große Begeisterung aus.

Nur der Gegner witterte Betrug. "Der Schiedsrichter ist jetzt der populärste Mensch in Weißrussland", sagte Lettlands Trainer Ted Nolan, nachdem beim 1:3 gegen die Gastgeber der Ausgleichstreffer 36 Sekunden vor Schluss nicht anerkannt worden war.

"Ich habe schon viele schlechte Entscheidungen gesehen, aber so was noch nicht", schimpfte Nolan, in der NHL Coach bei den Buffalo Sabres, "ich bin 100.000-prozentig sicher, dass es ein Tor war."

Kaspars Daugavins hatte zum vermeintlichen 2:2 getroffen, doch weil Gints Meija angeblich im Torraum Goalie Kevin Lalande behindert hatte, zählte der Treffer nicht.

Die Schiedsrichter forderten nicht einmal den Videobeweis an.

"Ich verstehe Teds Frust", sagte Weißrusslands kanadischer Coach Glen Hanlon, der die ehemalige Sowjetrepublik zum dritten Mal nach 2006 und 2009 ins WM-Viertelfinale führte.

Eine Sekunde vor Schluss traf Sergej Kostizyn noch ins leere Tor, und die Gastgeber waren schon vor ihrem letzten Vorrundenspiel gegen Rekordweltmeister Russland in der K.o.-Runde.

Bei allem Verständnis für Nolans Ärger freute sich Hanlon dennoch über die umstrittene Entscheidung.

"Das Tor hat nicht gezählt, wir haben gewonnen - Halleluja", sagte der Kanadier, der nach dem aufwühlenden Spiel erstaunlich ruhig wirkte.

Als er danach gefragt wurde, antwortete Hanlon: "Habt ihr mich nicht auf der Bank gesehen? Ich bin rumgehüpft wie ein Idiot."

Am Ende seiner Mission in Weißrussland sieht sich der künftige Trainer der Schweizer Nationalmannschaft noch nicht.

"Wir sind erst auf der Hälfte des Rennens", meinte er.

Angst vor den prominenten Gegnern im Viertelfinale wie Olympiasieger Kanada oder Titelverteidiger Schweden hat Hanlon nicht: "Wir respektieren jeden, aber wir fürchten niemanden."

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