In seiner Kolumne lobt SPORT1-Experte Rick Goldmann auf junge Wilde zu setzen, warnt aber vor dem Abdriften ins Niemandsland.

Liebe Eishockey-Freunde,

Die WM geht mit einem Zuschauerrekord zu Ende - und das, obwohl bereits Olympische Spiele im dieses Jahr stattgefunden haben. Das ist erstaunlich.

Erstaunlich war auch die Leistung der Russen, die ein absolut würdiger Weltmeister sind.

Sie haben alle Spiele gewonnen, die meisten Tore erzielt, die wenigsten kassiert, hatten die höchste Schusseffizienz.

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Die Sbornaja war einfach in allen Mannschaftsteilen die beste Mannschaft. Und das, obwohl sie einen größeren Umbruch hinter sich hat. Nicht nur, dass sie mit Oleg Znarok einen neuen Trainer hat, sondern Znarok hat auch auf neue Kräfte gesetzt. Zahlreiche junge Spieler sind für arrivierte wie Ilja Kowaltschuk oder Alexander Radulow ins Team gerückt.

Schade ist, dass bei Znarok die Kopf-kürzer-Geste hängen bleibt und auch, dass er sich im Finale über die Sperre hinweggesetzt hat. Er kommunizierte mit der Bank per Funkgerät und ließ sich auch bei der Siegerzeremonie feiern. Beides war ihm verboten worden.

Dabei hat Znarok Großartiges geleistet, das geschafft, was seinem Vorgänger Sinetula Biljaletdinow in Sotschi bei den Olympischen Spielen nicht gelungen ist. Er hat aus den hervorragenden Einzelspielern auch ein hervorragendes Team gebildet.

Wenn man einen hervorheben will, ist das sicherlich Bobrowski. Er war der große Rückhalt im Team. Aber auch junge Spieler wie Plotnikow und Tichonow haben sich bei ihrer ersten WM hervorgetan.

Eine junge Truppe hat auch Bundestrainer Pat Cortina ins Turnier geschickt. Ich denke da an Thomas Oppenheimer, der mit seinen 4 Toren für wichtige Punkte gesorgt hat, Leon Draisaitl, für den es wichtig war, auf hohem Niveau Erfahrungen zu sammeln. Erfahrungen, die wichtig für bessere Ergebnisse in der Zukunft sind.

Denn für die Öffentlichkeit zählen allen voran Ergebnisse und von dieser WM bleibt leider nur der 14. Platz hängen, auch wenn die deutsche Mannschaft durchaus gute Spiele gezeigt hat.

Wichtig ist, dass sich das deutsche Eishockey nicht ausruht, sondern dass weitergearbeitet wird, damit man in der Zukunft wieder ein Kandidat für die Viertelfinal-Plätze ist und nicht im Niemandsland versinkt.

Eine schöne und hoffentlich ruhige Sommerpause.

Bis bald!

Euer Rick

Erich Goldmann, 38, stand 126 Mal für die deutsche Nationalmannschaft auf dem Eis. Der Verteidiger, der beim NHL-Draft 1996 an 212. Position von den Ottawa Senators gezogen wurde, bestritt ein Spiel in der NHL. Nach einer schweren Sprunggelenksverletzung beendete er 2008 beim EHC München seine Laufbahn. In seiner Karriere bestritt er für den EV Landshut, Adler Mannheim, Kaufbeurer Adler, Moskitos Essen, ERC Ingolstadt und Iserlohn Roosters 500 DEL-Spiele. Für SPORT1 kommentiert Goldmann seit 2008 die Spiele der Nationalmannschaft.

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