Beim DEB-Team wünscht sich SPORT1-Experte Rick Goldmann das Krupp-System zurück. Von WM-Star Jewgeni Malkin schwärmt er.

Hallo Eishockey-Freunde,

die WM ist nun zu Ende, und wir haben einen absolut verdienten Weltmeister.

Es war schon frühzeitig zu sehen, dass Russland im Vergleich zu den anderen Mannschaften in einer komplett anderen Liga spielt.

Was bei den Russen so beeindruckend ist, ist auf der einen Seite diese offensive Power, die sie durch die ganzen Superstars haben.

Das Highlight der WM war sicherlich die Jewgeni-Malkin-Show. Was der Superstar gegen die Topgegner abgeliefert hat, war Extraklasse und hat die anderen Stars in dieser Mannschaft nochmal in den Schatten gestellt.

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Aber auf der anderen Seite ist es auch die Wertschätzung für die Defensive und die Arbeit, die sie verrichtet haben.

Generell ist dieser defensive Aspekt auffällig bei den vier Mannschaften, die das Halbfinale erreicht haben. Das sind die vier Teams mit den wenigsten Gegentoren und letztendlich auch mit der defensivsichersten Ausrichtung.

Diese Spielweise in der Verteidigung ging mir bei der deutschen Mannschaft ab.

Man muss sicherlich darüber sprechen, ob man als deutsche Mannschaft in einem so hochklassigen internationalen Turnier nur alles spielerisch lösen sollte oder ob man nicht auf die defensivere Ausrichtung von Uwe Krupps System zurückgeht.

Wie dem auch sei: ich hoffe, Jakob Kölliker bleibt uns als Sportdirektor erhalten. Wer dann Bundestrainer wird - oder ob es diese Position in der jetzigen Form noch geben wird, kann ich nicht beurteilen.

Auch nächstes Jahr geht es wieder nach Stockholm und Helsinki.

Die Schweden haben ihre Fehler bei der Organisation und den Ticketpreisen dieser WM, die in Stockholm absolut schlecht organisiert war und keine Zuschauer hatte, eingesehen und sogar öffentlich eingestanden.

Sie werden jetzt daraus lernen, haben ein Jahr Zeit, alles, was falsch gelaufen ist zu überdenken und zu verbessern, damit wir nächstes Jahr ein WM-Flair in Stockholm spüren. Denn das haben die Spieler und die Fans verdient.

Daher freue ich mich schon jetzt auf eine neue WM, hier in Skandinavien.

Euer

Rick Goldmann

Erich Goldmann, 36, stand 126 Mal für die deutsche Nationalmannschaft auf dem Eis. Der Verteidiger, der beim NHL-Draft 1996 an 212. Position von den Ottawa Senators gezogen wurde, bestritt ein Spiel in der NHL. Nach einer schweren Sprunggelenksverletzung beendete er 2008 beim EHC München seine Laufbahn. In seiner Karriere bestritt er für den EV Landshut, Adler Mannheim, Kaufbeurer Adler, Moskitos Essen, ERC Ingolstadt und Iserlohn Roosters 500 DEL-Spiele. Für SPORT1 kommentiert Goldmann seit 2008 die Spiele der Nationalmannschaft.

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