Bei SPORT1-Redakteur Rainer Nachtwey stellt sich erst zum Turnierende das WM-Gefühl ein. Helsinki sticht Stockholm aus.

Manch einer mag die Nase rümpfen, es ist ja auch nicht der angenehmste Geruch.

Vor mir steht ER.

Rund 195 Zentimeter groß, ich tippe mal 150 Kilogramm, Minimum, also genau meine Gewichtsklasse, kurz geschorene Haare, weiß bemalt und mit einem blauen Kreuz versehen, dafür einen langen Zottelbart, aus dem noch die letzten Biertropfen zu Boden fallen.

Das Trikot mit dem goldenen Löwen auf weißem Hintergrund bedeckt seinen monströsen Körper, der seinen Drüsen nach dem anstrengenden Weg die Treppen hinauf geöffnet hat. Süßlichen Schweißduft vermischt mit Bier-Fahne sauge ich auf.

Und es riecht gut. Denn es riecht nach WM.

[image id="8e5b2b74-6449-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Um mich herum zahlreiche weitere Fans, nicht alle in der Gestalt des finnischen Schwergewichts und nicht alles finnische, sondern aus allen Herren Ländern, nicht nur von den vier Halbfinalisten Tschechien, Slowakei, Russland und Gastgeber Finnland.

In Helsinki fühlt, riecht, sieht man WM. Ob Plakate, Souvenir-Stände oder auch nur auf den Zimmerkarten der Hotels, Helsinki ist WM.

In der engen Hartwall Areena eine heiße Atmosphäre, die Beats dröhnen überlaut aus den Boxen während der Unterbrechungen. So fühlt und hört sich WM an.

Stockholm kann dagegen einstecken. Also Stockholm: Bitte ganz schnell den Kurs "Wie richte ich eine WM aus" in Helsinki belegen.

Jetzt da die WM vorüber ist, finde ich all das, was die schwedische Hauptstadt vermissen ließ. Stockholm hatte kein WM-Geruch, kein WM-Gefühl und vor allem keine Cheerleader.

Aber Helsinki hat Cheerleader.

Sie riechen zwar nicht nach WM, aber trotzdem gut.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

Weiterlesen