Slowakeis Miroslav Satan erzielt im Halbfinale gegen Tschechien das vorentscheidende 2:1 © getty

Der Altstar schießt den Außenseiter ins WM-Endspiel. Dort wartet die Sbornaja um den überragenden Superstar Jewgeni Malkin.

Aus Helsinki berichtet Rainer Nachtwey

Helsinki - Altstar Miroslav Satan hat mit Underdog Slowakei seinen Siegeszug bei der Eishockey-WM in Helsinki fortgesetzt und das Endspiel erreicht. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

Dank zweier Treffer des Weltmeisters von 2002 bezwang die Truppe des tschechischen Trainers Vladimir Vujtek im Halbfinale den großen Bruder Tschechien mit 3:1 (1:0, 0:1, 2:0) und trifft nun im Endspiel auf Topfavorit Russland (ab 19.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, im LIVESTREAM und LIVE-TICKER auf SPORT1.de).

"Gelaufen, gelaufen, gelaufen"

"Wir treten als Team auf, wir haben ein Kämpferherz, damit machen wir das wett, was uns vielleicht spielerisch fehlt", meinte Andrej Sekera bei SPORT1. "Wir sind gelaufen, gelaufen, gelaufen. Jeder ist für jeden da."

Mit dem Weltranglistenzehnten Slowakei steht erstmals seit der Einführung der Rangliste eine so niedrig eingestufte Nation im Endspiel einer WM.

Die Sbornaja um ihre Superstars Jewgeni Malkin und Alexander Owetschkin hatte im ersten Halbfinale Titelverteidiger Finnland mit 6:2 (2:1, 2:0, 2:1) besiegt.

Mit Finnlands Halbfinal-Niederlage hält der Ausrichter-Fluch weiter an. Zuletzt gelangte die UdSSR 1986 vor heimischem Publikum zu Weltmeisterehren.

Chancen Mangelware

In einer ereignisarmen und mäßigen Partie spielten beide Teams sehr verhalten. Chancen waren auf beiden Seiten daher Mangelware.

Eine der wenigen nutzte Satan zur slowakischen Führung (16.). Die Tschechen versuchten zwar nach dem Rückstand mehr, erspielten sich aber kaum Vorteile.

So fiel auch der Ausgleich von Michael Frolik (31.) direkt nach dem Bullygewinn des Kapitäns Tomas Plekanec.

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Satan zieht auf und davon

Zu Beginn des Schlussabschnitts gelang den Slowaken dann der entscheidende Streich. Michal Handzus fing in Unterzahl einen Pass ab, passte auf Satan, der auf und davon zog und Tschechiens Keeper Jakub Kovar ausspielte (41.).

"Er ist ein Torjäger. Wenn er die Chance sieht, macht er sie rein", lobt Sekera den doppelten Torschützen Satan.

Libor Hudacek legte vier Minuten später das 3:1 nach. Mehr benötigten die Slowaken nicht.

Gala-Vorstellung von Malkin

Zuvor hatten die Zuschauer in der Hartwall Areena eine Galavorstellung Malkins zu sehen bekommen. Der Superstar erzielte beim Erfolg über Gastgeber Finnland drei der ersten vier Tore.

"Die Jungs aus meiner Reihe haben großartig gespielt. Ohne sie wären meine drei Tore nicht möglich gewesen. Das Lob gehört ihnen", sagte Malkin.

Die Finnen begannen in einem sehr intensiven und schnellen Spiel etwas engagierter und gingen durch Janne Niskala (8.) nicht unverdient in Führung.

Doppelpack vor erster Drittelpause

Zumal das Löwen-Team am Drücker blieb und sich gute Chancen herausspielte.

Dann schlug jedoch der Superstar der WM zu. Binnen 3:33 Minuten drehte Malkin die Partie noch vor der ersten Drittelpause (16., 19.). (SERVICE: Die WM-Statistik)

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Und der 26-Jährige stand weiterhin im Mittelpunkt. Nach einem Laufduell mit Joonas Jarvinen (27.) krachte der NHL-Profi der Pittsburgh Penguins in die Bande und musste sich zur Untersuchung in die Kabine begeben.

Owetschkin übernimmt für Malkin

Kaum war Malkin vom Eis, übernahm Owetschkin. Eine feine Einzelaktion schloss der Flügelstürmer der Washington Capitals mit einem Schuss aus dem Handgelenk in den Winkel zum 3:1 ab (30.).

Nur acht Minuten nach seinem Crash kehrte Malkin aufs Eis zurück - und wie: In Überzahl setzte er seiner Galavorstellung mit einem Onetimer die Krone auf (38.).

"Er ist im Moment einfach der Beste. Keiner kann ihn stoppen", sagte auch Owetschkin über Malkins Leistung.

Zwar besaßen die Finnen gute Möglichkeiten, gegen die Show der beiden russischen Überflieger waren sie machtlos.

Sbornaja-Stars werden geschont

Denis Kokarew (42.) und Sergej Schirokow (49.) beendeten im Schlussabschnitt die finnischen Hoffnungen auf ein Comeback. So konnte Sbornaja-Coach Sinetula Biljaletdinow seine angeschlagenen Stars fürs Finale schonen.

Mikael Granlund, im letzten Jahr noch der Russen-Schreck in Bratislava mit seinem "Lacrosse-Tor", gelang vier Minuten vor Schluss noch Ergebniskosmetik.

Die Finnen treffen am Sonntag nun im Spiel um Platz drei (ab 14.45 Uhr im LIVESTREAM auf SPORT1.de) auf Tschechien.

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