Yewgeni Ketov (l.) spielt in der russischen KHL für Ak Bars Kazan © getty

Russland geht als Topfavorit in die Viertelfinals. Durch den Modus bietet sich den Vorrundenverlierern die Chance zur Revanche.

Aus Stockholm berichtet Rainer Nachtwey

Stockholm - Die K.o.-Runde steht an - ohne deutsche Beteiligung, aber mit einer Vielzahl an großen Stars.

Jetzt ist die Zeit der Superstars gekommen, in der sie den Unterschied ausmachen. In den Viertelfinals (LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM auf SPORT1.de) können sie nun auch in der Nationalmannschaft zeigen, warum sie jeden Cent wert sind, den die Klubs ihnen zahlen.

Und vor der Runde der besten acht Nationen bei der 76. Eishockey-WM in Stockholm und Helsinki hat Topfavorit Russland sich noch einmal prominent verstärkt (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Alexander Owetschkin stieß nach dem Ausscheiden mit den Washington Capitals in den Stanley-Cup-Playoffs zur Sbornaja und macht aus dem besten Team beider Vorrunden den absoluten Anwärter auf den WM-Titel.

Die Mannschaft von Coach Sinetula Biljaletdinow trifft in ihrem Viertelfinale auf die in der Stockholm-Gruppe viertplatzierten Norweger.

Den Auftakt machen der Gruppensieger der Helsinki-Vorrunde Olympiasieger Kanada und die Slowakei. Durch den neuen Modus steigen die Viertelfinals innerhalb der Gruppen, einen Vergleich gibt es daher bereits aus den Gruppenspielen.

SPORT1 wirft einen Blick auf die vier Duelle:

Kanada - Slowakei (ab 11.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1)

Für beide Teams war es der Auftakt in die WM. Die Kanadier setzten sich knapp mit 3:2 durch. Seitdem haben die Ahornblätter einen Reifeprozess durchgemacht und sich an die größere Eisfläche gewöhnt.

Nach der Niederlage gegen die USA haben sich die Reihenumstellungen ausgezahlt. Mit 35 Toren aus sieben Spielen ist der Olympiasieger die erfolgreichste Mannschaft. Nach den Norwegern - die vom Scheibenschießen gegen Deutschland profitierten - haben die Kanadier zudem die zweitbeste Schusseffizienz.

Allerdings ist die Truppe von Coach Brent Sutter mit einer Erfolgsquote von nur 76 Prozent anfällig in Unterzahl. Gegen die Slowaken fehlt zudem Defensivspezialist Marc Methot, der von der IIHF für ein Spiel gesperrt wurde.

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Die Slowaken verlassen sich auf ihre starke Defensive um Kapitän und Superstar Zdeno Chara. Mit 89 Prozent stellen sie zudem das zweite Penalty Killing. Die Torhüter gehören mit 92,5 Prozent aller abgewehrter Schüsse zu den Top Drei des Turniers.

"Unsere Konzentration gilt ganz dem Viertelfinale. Da war in den letzten beiden Jahren jeweils Endstation", sagt Kanadas bester Torschütze Jordan Eberle. "Wir haben in den Gruppenspielen gut gespielt, konnten es aber nicht ins Viertelfinale mit hinübernehmen."

Russland - Norwegen (ab 14.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1)

Mit Jewgeni Malkin hatten die Russen bereits den besten Spieler im Turnier in ihren Reihen (.

Jetzt kommen noch Owetschkin und Alexander Sjomin hinzu. "The Great 8" peilt den Titel an, sagt aber auch: "Es sind viele gute Mannschaften hier, da kann man nicht sagen, dass wir Gold holen. Aber wir sind für Siege hier."

In der Vorrunde hatten die Russen beim 4:2-Erfolg allerdings große Probleme mit den Norwegern.

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Die Sbornaja verspielte fast eine 2:0-Führung, nur ein zweifelhafter Pfiff wegen angeblichen Torraumabseits rettete die Biljaletdinow-Truppe vor dem Ausgleich. Im Gegenzug zog Russland durch das 3:1 auf und davon und siegten 4:2.

Die Norweger stellen mit Patrick Thoresen - auch dank seiner sechs Punkte gegen Deutschland - den bisherigen Topscorer der WM (6 Tore, 10 Assists). Mit Mats Trygg (5 Tore) und Jonas Holos (4 Tore, 8 Punkte) haben die Wikinger die beiden torgefährlichsten Verteidiger in ihren Reihen.

USA - Finnland (ab 17.25 Uhr im LIVESTREAM auf SPORT1.de und ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1)

Für die Gastgeber war es eine richtige Abreibung: Mit 0:5 ging der amtierende Weltmeister in der heimischen Arena gegen die USA unter.

Dennoch gehen die Finnen selbstbewusst in das Duell und brennen auf Revanche: "Wir wissen jetzt was uns erwartet. Das wird uns helfen", sagt Stürmer Valtteri Filppula und Verteidiger Mikko Mäenpää bemüht ein Vergleich aus dem Tennis: "Jetzt kommt der zweite Satz."

Allerdings müssen die Finnen auf Keeper Kari Lehtonen verzichten, der ausgerechnet gegen die USA sich verletzte und die komplette WM nicht mehr zum Einsatz kommt.

Die Amerikaner haben als Team zusammengefunden und spielen sehr diszipliniertes Eishockey. Mit 25 Strafzeiten stellen die USA das zweitfairste Team.

Aus dem ausgeglichenen Team stechen die Stürmer Max Pacioretty (2 Tore, 10 Assists) aus Montreal, Colorados Paul Stastny (3, 6) und Verteidiger Justin Faulk (4, 3) heraus.

Schweden - Tschechien (ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1)

Ganz Schweden glaubt an seine Tre Kronor, und die Spieler an sich. Die enttäuschende 3:7-Niederlage gegen Russland war laut Victor Hedman der Warnschuss zur rechten Zeit.

35 Minuten dominierte das Drei-Kronen-Team die Sbornaja, schenkte die Partie aufgrund von Strafzeiten innerhalb von acht Minuten her.

Auch in den weiteren sechs Vorrundenspielen war die Auswahl von Coach Pär Marts das beherrschende Team - eben auch gegen Viertelfinalgegner Tschechien.

Der Weltmeister von 2010 schoss sich für das Duell mit den Co-Gastgebern mit dem 8:1 gegen Deutschland warm.

"Das Duell mit Schweden wird richtig hart", sagt Lukas Krajicek, Torschütze gegen die DEB-Auswahl zum 2:1. "Sie haben uns in der Vorrunde geschlagen, aber wir sind heiß auf eine Revanche."

Aber auch die Schweden sind heiß auf die Partie. Wie heiß zeigt Johan Franzen. Der Stürmer der Detroit Red Wings läuft trotz gebrochener Nase auf.

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