Center-Routinier Petr Nedved (M.) spielte für sieben Teams in der NHL © getty

Zum WM-Abschluss wartet auf Deutschland ein mit NHL-Spielern gespicktes tschechisches Team. Der bisherige Verlauf ist typisch.

Aus Stockholm berichtet Rainer Nachtwey

Stockholm - Tschechiens größter Erfolg wird immer mit einem Namen in Verbindung gebracht: Dominik Hasek.

Der "Dominator" führte sein Land mit herausragenden Paraden zum Olympia-Sieg 1998 in Nagano, als die Tschechen im Halbfinale die favorisierten Kanadier um Wayne Gretzky und im Endspiel Russland bezwangen.

Bei den vergangenen Weltmeisterschaften prägte Altstar Jaromir Jagr die Tschechen.

Angeführt von dem mittlerweile 40 Jahre alten Starspieler sorgten sie im Finale 2010 in Köln für die Sensation, als sie Russland um die Superstars Alex Owetschkin, Jewgeni Malkin und Ilja Kowaltschuk in die Knie zwangen.

Debüt mit 40

Dieses Jahr fehlt Jagr. Nach dem Playoff-Aus mit seinem NHL-Klub Philadelphia Flyers sagte er eine Teilnahme ab.

Jagrs Rolle als "Opa" im Team nimmt Petr Nedved ein.

Der Stürmer mit kanadischer Staatsbürgerschaft gibt mit 40 Jahren sein WM-Debüt für den zwölfmaligen Weltmeister.

Nach 15 Jahren in der NHL kehrte Nedved 2007 nach Tschechien zurück.

Beim 3:1-Erfolg gegen Lettland erzielte er sein erstes WM-Tor für sein Heimatland (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Insgesamt bringt es der Mittelstürmer vor dem Duell mit Deutschland (ab 16 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, im LIVE-TICKER und im LIVESTREAM auf SPORT1.de) auf zwei Tore und zwei Assists.

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Durch die Niederlage Lettlands gegen Dänemark stehen die Tschechen bereits vor dem abschließenden Vorrundenspiel bereits als Viertelfinalteilnehmer fest.

Die Fakten im Überblick

Team

Der bisherige WM-Verlauf ist typisch für Tschechien. Der Weltmeister von 2010 startet zumeist mit Problemen ins Turnier, findet aber nach und nach zusammen und steigert sich zu einer homogenen Einheit.

Die Mannschaft ist in der Offensive mit NHL-Spielern gespickt. Kapitän Tomas Plekanec, Stanley-Cup-Sieger David Krejci, Ales Hemsky, Martin Erat und Milan Michalek gehören in ihren Klubs zu den absoluten Leistungsträgern.

In der Defensive vertraut Coach Alois Hadamczik auf eine Mischung aus KHL-Profis und europäischen Klubs. Im Klub, jahrelang erstklassig bei den Tschechen besetzt, wechseln sich Jakub Stepanek und Jakub Kovar ab.

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Star: Tomas Plekanec (Montreal Canadiens)

Der Stürmer der Montreal Canadiens bildete bei der vergangenen WM in der Slowakei gemeinsam mit Roman Cervenka und Jaromir Jagr die gefährlichste Reihe der WM. 29 Punkte sammelte das Trio.

In Montreal gehört der Weltmeister von 2006 zu den Leistungsträgern, erlebte aber mit nur 17 Treffern seine - gemessen an der Torausbeute - schwächste Saison seit 2006. Dennoch ist er als Leadertyp bei den Canadiens und den Tschechen unverzichtbar.

Größte Erfolge

WM: 1. Platz (1947, 1949, 1972, 1976, 1977, 1985 als Tschechoslowakei, 1996, 1999, 2000, 2001, 2005, 2010)

Olympische Spiele: 1. Platz (1998)

WM-Abschneiden seit 2001

2001: Goldmedaille

2002: 5. Platz

2003: 4. Platz

2004: 5. Platz

2005: Goldmedaille

2006: Silbermedaille

2007: 7. Platz

2008: 5. Platz

2009: 6. Platz

2010: Goldmedaille

2011: Bronzemedaille

Letzte WM-Spiele gegen Deutschland (aus deutscher Sicht)

2003 in Helsinki: 0:4-Niederlage

2004 in Prag: 1:5-Niederlage

2005 in Wien: 0:2-Niederlage

2007 in Mytischi: 2:0-Sieg

2011 in Bratislava: 2:5-Niederlage

Sport1-Experte Rick Goldmann

Die Tschechen sind holprig ins Turnier gestartet. In den letzten beiden Spielen haben sie ihre Qualität aber unter Beweis gestellt. Ein Grund ist die Ergänzung durch Martin Erat. Der NHL-Profi der Nashville Predators bringt große Klasse mit und bewirkte auch eine Umstellung der Reihen. In der Offensive sind die Tschechen richtig gefährlich.

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