Lars Haugen steht beim HK Dinamo Minsk unter Vertrag © getty

Bei Deutschlands Gegner Norwegen setzt der Coach auf ein Defensiv-Trio. Gegen die großen Drei halten die "Wikinger" mit.

Aus Stockholm berichtet Rainer Nachtwey

Stockholm - Der Kampf um den letzten Viertelfinalplatz in der Gruppe S bei der Eishockey-WM in Schweden und Finnland spitzt sich zu.

Zwischen der deutschen Mannschaft und Norwegen kommt es nun zum direkten Duell (ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, im LIVE-TICKER und im LIVESTREAM auf SPORT1.de) um Rang vier.

Und die Norweger sind ein harter Brocken auf dem Weg Richtung Runde der letzten Acht. Bei der vergangenen WM sorgten sie für einen richtigen Knaller.

Mit 5:4 besiegten sie die großen Schweden, von denen sie für ihre Eishockey-Künste immer nur belächelt wurden. Es war der erste Sieg seit 61 Jahren.

Keine Eintagsfliege

Und das Märchen der "Wikinger" endete erst im Viertelfinale am späteren Weltmeister Finnland. Mit dem 6. Platz bescherte die Mannschaft von Trainer Roy Johansen Norwegen das beste Abschneiden seit 60 Jahren.

Bei der WM in Stockholm und Helsinki zeigt die Truppe um Kapitän Ole-Kristian Tollefsen, das der sechste Platz keine Eintagsfliege ist.

Gegen Schweden unterlagen die Norweger zwar 1:3, allerdings hatte die Startruppe des Co-Gastgebers große Mühe mit dem kleinen Nachbarn.(DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

Den Russen verhalf ein zweifelhafter Pfiff der Schiedsrichter zum Erfolg. Nachdem Per-Age Skröder nach 0:2-Rückstand das vermeintliche 2:2 gelang, entschieden die Referees auf Torraum-Abseits.

Die Wiederholung lieferte jedoch eindeutig den Gegenbeweis. Keine 60 Sekunden später erzielte Nikolai Kulemin das 3:1, Russland gewann mit 4:2.

Und auch gegen Tschechien waren die Norweger lange Zeit die bessere Mannschaft, am Ende sprang ?nur? ein Punkt heraus.

Allerdings kann dieser eine Zähler gegen die drei Großen im Kampf um die Viertelfinaltickets noch besonders wertvoll werden.

SPORT1 stellt Deutschlands sechsten Vorrundengegner vor ( 553850 DIASHOW: Die Spiele Deutschlands ).

[image id="f44afb5a-6452-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Die Fakten im Überblick

Team

Norwegen ist eine Mannschaft mit vielen bekannten Gesichtern. Mats Trygg, Morten Ask und Mathis Olimb spielten alle bereits in der DEL. Der ehemalige Iserlohner, Kölner und Hamburger Trygg gehört bei Coach Johansen zu den Fixpunkten in der Defensive.

Das Trio Jonas Holos, Tollefsen und Trygg setzt der Coach extrem oft ein. Alle drei kommen im Schnitt auf 27 Minuten Eiszeit. Gegen Lettland spielte Johansen mit nur sechs Verteidigern, wobei das dritte Verteidigerpaar gerade einmal 10 Minuten Spielzeit erhielt.

Im Sturm sticht die Reihe um Mads Hansen, Patrick Thoresen und Skröder heraus, die es zusammen auf 14 Scorerpunkte bringen. Dennoch sind die Norweger tief besetzt, wobei Johansen auch im Angriff meist nur drei Reihen einsetzt.

[kaltura id="0_rgg0yphn" class="full_size" title="DEB Es kommt auf Kleinigkeiten an"]

Star

Der Verteidiger ist der Dauerbrenner bei den Norwegern. Bei der letzten Partie gegen Lettland stand der 24-Jährige fast 28 Minuten bei 41 Wechseln auf dem Eis. Seine überragende Leistung krönte er mit dem Treffer zum 1:0, als er vom eigenen Tor weg zu einem Sololauf ansetzte.

Seit der vergangenen Saison spielt Holos wieder in Schweden. Nach einem zweijährigen Gastspiel in der NHL bei der Colorado Avalanche kehrte er in die Eliteserien zurück.

Bei der vergangenen WM in der Slowakei, seiner sechsten in Folge, hatte Holos als zweitbester Verteidiger mit 5 Punkten großen Anteil an dem besten Abschneiden Norwegens bei einer WM seit über 50 Jahren.

Und auch bei der jetzigen WM kommt Holos mit 2 Toren und 3 Vorlagen bereits auf 5 Scorerpunkte.

Größte Erfolge

WM: 4. Platz (1951)

Olympische Spiele: 8. Platz (1972)

WM-Abschneiden seit 2001

2001: 15. Platz2002: 22. Platz (6. B-WM)2003: 20. Platz (4. B-WM)2004: 20. Platz (4. B-WM)2005: 17. Platz (1. B-WM)2006: 11. Platz2007: 14. Platz2008: 8. Platz2009: 11. Platz2010: 9. Platz2011: 6. Platz

Letzte WM-Spiele gegen Deutschland (aus deutscher Sicht)

1993 in Dortmund: 6:0-Sieg1997 in Tampere: 4:2-Sieg2007 in Mytischi: : 5:3-Sieg2008 in Halifax: 2:3-Niederlage

SPORT1-Experte Rick Goldmann

Die Norweger zeichnet in ihrer Spielweise nichts Spezifisches aus. Das heißt jedoch nicht, dass sie nicht gut spielen, im Gegenteil: In allem, was man braucht, sind sie sehr ausgeglichen. Sie können gut auf den Gegner reagieren. Zudem haben sie ein richtig starkes Überzahlspiel.

Weiterlesen