Schweden um die Stars Zetterberg, Franzen und Eriksson (v.l.) gewann 2011 WM-Silber © imago

Beim Spiel Schweden gegen Russland geht es um die Spitze in der deutschen Gruppe. Die beste Offensive trifft auf den Superstar.

Aus Stockholm berichtet Rainer Nachtwey

Stockholm - Henrik Zetterberg stützte sich lässig mit dem Ellbogen auf dem Gitter ab. Es war am Tag vor dem Spiel gegen die deutsche Mannschaft.

Von den Journalisten umringt beantwortete der Superstar von den Detroit Red Wings bereitwillig alle Fragen.

Aber kaum eine Frage zielte auf das Duell mit der DEB-Auswahl ab, stattdessen beschäftigte sich fast jede mit seinem Detroiter Teamkollegen Pawel Dazjuk.

Bereits seit Dienstag steht die am Freitagabend steigende Partie zwischen Co-Gastgeber Schweden und Rekordweltmeister Russland (ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM auf SPORT1.de) im Fokus.

Es geht um den Gruppensieg, darum, wer - wenn alles normal läuft - Tschechien im Viertelfinale aus dem Weg geht.

Großes Lob aus dem DEB-Team

Mit Duell der Giganten wird die Partie im schwedischen Fernsehen beworben, wobei die Tre Kronor als Favorit in die Partie gehen.

"Die Russen spielen schon richtig gut", sagte der deutsche Nationalspieler Daniel Pietta nach dem 2:5 gegen Schweden, als er beide Mannschaften verglich. "Aber die Schweden spielen noch besser. Sie spielen mehr als Team."

Und auch John Tripp stimmte ein: "Die Schweden sind eine richtig, richtig gute Mannschaft. Ein Pass und dann, ... you know. Die spielen so gut zusammen."

Russland glänzt durch Einzelaktionen

Es ist eben auch das Duell der großen Einzelkönner gegen das Teamspiel.

Die Superstars Jewgeni Malkin und Pawel Dazjuk auf der einen Seite gegen die Linien Eriksson-Zetterberg-Franzen, Stalberg-Krüger-Landeskog und Silfverberg-Jarnkrok-Alfredsson auf der anderen Seite (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Die Russen zeigten in ihren bisherigen vier Spielen hochklassiges Eishockey, es fehlt aber noch am Zusammenspiel. Oft gehen den Toren Einzelaktionen voraus, bei Führungen vergessen die herausragenden Einzelkönner oft das Toreschießen und sind zu verspielt.

[image id="2bb9fc50-6453-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Die Schweden hingegen zelebrieren das Teamspiel. Die Zetterberg-Reihe kam vor dem Deutschland-Spiel auf 14 Scorerpunkte aus drei Partien, das waren ebenso viele wie die gesamte deutsche Mannschaft.

Zwei der weltbesten Spieler

Im Spiel gegen Deutschland ragte die Krüger-Reihe - mit "nur" 3 Scorerpunkten zwar einen hinter der Zetterberg-Reihe - heraus ( 553850 DIASHOW: Die Spiele Deutschlands ).

"Wir entwickeln uns von Spiel zu Spiel weiter. Das Zusammenspiel wird immer besser", sagte Torschütze Victor Stalberg, der als bester Schwede gegen Deutschland ausgezeichnet wurde.

Der Respekt füreinander ist beiderseitig sehr groß. "Ich habe bisher nur die Highlights gesehen, aber was sie zeigen, sieht richtig gut aus", sagte Zetterberg über das Spiel der Russen.

"Dazjuk und Malkin, das sind zurzeit zwei der besten Spieler auf der Welt. Unser Team ist mit Dazjuk und Malkin nicht zu vergleichen. Die Beiden sind eine Klasse für sich", blickt das Mitglied im Triple-Gold-Klub auf das anstehende Duell.

[kaltura id="0_kbq38j8t" class="full_size" title="GER vs SWE Die Highlights"]

Zetterberg zu nah dran?

Dabei gerät er insbesondere bei Dazjuk ins Schwärmen, als er auf seinen Detroiter Teamkollegen angesprochen wird. "Wenn es um den besten Allround-Spieler geht, steht Pawel noch eine Klasse über Malkin."

Als Zetterberg darauf hingewiesen wird, dass er ja wisse, wie man Dazjuk stoppt, schließlich sehe er ihn in Detroit täglich, meint Zetterberg nur lachend: "Deswegen weiß ich es aber auch nicht. Das wird unglaublich schwierig. Er besitzt einfach herausragende Fähigkeiten."

Zwei Schweden in den Top 3

Bei der WM ist Dazjuk bisher allerdings noch nicht groß aufgefallen.

Seine Brillanz deutete er gegen Norwegen kurz an, als er mit einem überragenden Handgelenksschuss den Puck ins norwegische Tor beförderte, die Scheibe von der Haltestange wieder heraussprang und die Norweger gar nicht mitbekommen hatten, dass der Puck im Tor war.

Während Dazjuk den Erwartungen noch etwas hinterherhinkt, glänzt Zetterberg bereits in dem Turnier. Mit sechs Assists belegt er hinter Malkin und Reihenkollege Eriksson Platz drei bei den Scorern. (SERVICE: Die WM-Statistiken)

Drohung und Versprechen zugleich

Nach der überragenden Vorstellung gegen Deutschland, als die Schweden der deutschen Mannschaft eine Lehrstunde in Sachen Eishockey erteilten, meinte Trainer Pär Marts trocken: "Das Spiel war ganz okay. Meine Spieler haben noch zu viele Fehler gemacht. Das muss und wird besser werden."

Für die Gegner ist es eine Drohung, für die Fans ein Freudenversprechen - so wie die Partie heute Abend.

Weiterlesen