Flügelmann Loui Eriksson (r.) spielt seit 2005 bei den Dallas Stars © getty

Deutschlands nächster Gegner Schweden überzeugt mit großer Klasse und Ausgeglichenheit. Im Kader steht der beste NHL-Verteidiger.

Von Rainer Nachtwey

Stockholm - An Schweden hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft keine guten Erinnerungen.

Im vergangenen Jahr in Bratislava beendete der spätere Vizeweltmeister die deutschen Hoffnungen im Viertelfinale. Beim 2:5 war die bis dato so stark aufspielende DEB-Auswahl ohne Chance.

Und auch ein Jahr zuvor, bei der Heim-WM 2010, hatten die Skandinavier den Traum von der ersten Medaille seit den Olympischen Winterspielen 1976 in Innsbruck platzen lassen, als sie das kleine Finale mit 3:1 gewannen.

Der letzte Erfolg einer deutschen Mannschaft über Schweden datiert auf den 1. Mai 1992 zurück, als die DEB-Auswahl bei der WM in Prag in der Vorrunde mit 5:2 gewann. Das Kuriose dabei: Schweden wurde am Ende Weltmeister.

Bärenstarke Schweden

Der Co-Gastgeber hat nach mäßigem Start zu einer fast schon unheimlichen Form gefunden.

Nach den beiden Siegen gegen Norwegen (3:1) und Tschechien (4:1), schoss die Truppe um Kapitän Daniel Alfredsson Dänemark im ersten Drittel geradezu aus der Halle.

Das am Ende recht knappe Ergebnis von 4:6 täuscht über den eigentlichen Spielverlauf hinweg. Erst Unkonzentriertheiten in einem bereits entschiedenen Spiel ließen die Dänen aufschließen.

Vor dem vierten Vorrundenspiel der deutschen Mannschaft (ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, im LIVE-TICKER und im LIVESTREAM auf SPORT1.de) stellt SPORT1 den Gegner vor.

Die Fakten im Überblick

Team

Jung, wild, ruhig, routiniert - das schwedische Team füllt alle Aspekte aus. Trainer Pär Marts hat eine Mischung aus aufstrebenden Jungstars (Landeskog, Silfverberg, Karlsson), Superstars in der Primetime ihrer Karriere (Zetterberg, Eriksson, Kronwall) und routinierten Altstars (Alfredsson) zusammengestellt.

[kaltura id="0_nvg7rq5f" class="full_size" title="Schweden gewinnt Sch tzenfest"]

Trotz der etablierten NHL-Spieler hat Marts es geschafft, eine sehr gute Teamchemie in die Truppe zu bringen.

"Wir finden immer besser und besser zusammen, aber wir haben trotzdem noch viel Arbeit vor uns. Sehr viele kommen aus verschiedenen Klubs, da ist das logisch", meinte Landeskog im Gespräch mit SPORT1.

Mit Erik Karlsson haben die Schweden den wohl besten Offensiv-Verteidiger der vergangenen NHL-Saison in ihren Reihen.

Mit 78 Punkten in 81 Spielen weist der erst 21 Jahre junge Abwehrspieler 25 Scorerpunkte mehr als die zweitplatzierten Dustin Byfuglien und Brian Campbell auf ( 551566 DIASHOW: Die Stars der WM ).

Star

Als die Red Wings Henrik Zetterberg 1999 an 210. Stelle drafteten, dachten sie wohl auch nicht, welchen Fang sie gemacht haben. 13 Jahre später weist der 31 Jahre alte Schwede Titel en masse auf.

Mitglied im Triple Gold Club nach Olympia-Gold 2006, WM-Titel 2006 und Stanley-Cup-Champion 2008. Im jenen Jahr wurde er auch als Playoff-MVP ausgezeichnet.

Bei der WM bildet er mit Red-Wings-Teamkollege Johan Franzen und Loui Eriksson von den Dallas Stars die punktbeste Sturmreihe. Auf 14 Punkte kommt das Trio aus drei Spielen.

[kaltura id="0_jic2rliy" class="full_size" title="Reimer Leider ist keiner reingerutscht"]

Größte Erfolge

WM: 1. Platz (1953, 1957, 1962, 1987, 1991, 1992, 1998, 2006)

Olympische Spiele: 1. Platz (1994, 2006)

WM-Abschneiden seit 2001

2001: Bronzemedaille

2002: Bronzemedaille

2003: Silbermedaille

2004: Silbermedaille

2005: 4. Platz

2006: Goldmedaille

2007: 4. Platz

2008: 4. Platz

2009: Bronzemedaille

2010: Bronzemedaille

2011: Silbermedaille

Letzte WM-Spiele gegen Deutschland (aus deutscher Sicht)

1991 in Helsinki: 1:3-Niederlage

1992 in Prag: 5:2-Sieg

2002 in Göteborg: 2:6-Niederlage

2010 in Köln: 1:3-Niederlage

2011 in Bratislava: 2:5-Niederlage

Sport1-Experte Rick Goldmann

Die Schweden haben in Stockholm den besten Eindruck hinterlassen. Sie sind sehr ausgeglichen und können unheimliche Härte ins Spiel bringen. Der Auftritt im ersten Drittel gegen Dänemark war ein Augenschmaus. Da gab es Szenenapplaus für einzelne Aktionen.

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