Superstar Jewgeni Malkin spielt seit 2006 bei den Pittsburgh Penguins © getty

Der russische Superstar zählt zu den besten drei Eishockeyspielern der Welt. Die DEB-Auswahl erhält eine hautnahe Kostprobe.

Von Rainer Nachtwey

Stockholm - Nikolai Kulemin dreht ab, reißt die Arme hoch und bejubelt ausgelassen seinen Treffer.

Doch dann bricht er abrupt ab.

Die Kameras sind längst nicht mehr auf den Torschützen gerichtet, sie zeigen auf dem Videowürfel des Globen drei seiner Teamkameraden, die um eine kniende Person stehen.

Kulemin fährt in die Rundung der Bande. Dort krümmt sich ein Spieler in rotem Trikot, roter Hose und mit rotem Helm.

Es ist Jewgeni Malkin.

Wie ein Geigenvirtuose

Der russische Superstar hatte einen harten Check des Norwegers Jonas Holos einstecken müssen.

Im Fallen spielte er jedoch einen zentimetergenauen Pass zwischen den Verteidigern hindurch zu Kulemin, ehe er von einem weiteren Norweger mit dem Knie am Kopf getroffen wurde.

Malkin rappelt sich langsam auf und fährt unter tosendem Applaus zur russischen Bank. Kurze Verschnaufpause, dann springt er über die Bande wieder zurück aufs Eis.

Er streichelt den Puck mit dem Schläger wie ein Geigenvirtuose mit dem Bogen die Seiten seiner Violine, spielt die Scheibe durch die Beine seines Gegenspielers, umkurvt den zweiten Norweger und zieht aus dem Handgelenk ab. Der Puck schlägt gegen den Außenpfosten.

Ein Tor wäre die Krönung dieser herausragenden Aktion gewesen.

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Mit dem Star auf dem Eis

Es ist eine Augenweide, den Stürmerstar der Pittsburgh Penguins auf dem Eis zu verfolgen.

Betritt Malkin die Eisfläche jubelt das Publikum, berührt er den Puck geht einen Raunen durch die Zuschauerränge, schießt er ein Tor, jubelt das Stockholmer Publikum, als hätte ein Schwede getroffen.

Jede Sekunde ein Genuss

Und Malkin ist seine Freude am Spiel bei jeder Bewegung anzusehen.

"Ich sehe in ihm einen Spieler, der einfach Spaß am Hockey hat, der das Spiel liebt, jede Sekunde seiner Eiszeit genießt", sagt Russlands Co-Trainer Dmitri Juschkewitsch und ehemaliger Mitspieler von Malkin zu dessen Anfängen im Profibereich bei Metallurg Magnitogorsk bei SPORT1.

"Er war damals ein junger Kerl und wenn ich ihn jetzt wieder sehe, ist er auf dem Eis immer noch der Junge, der genauso viel Spaß am Eishockey hat wie damals. Und das Allerwichtigste: Er spielt Hockey, wie man Hockey einfach spielen muss."

89 Jahre alte Bestmarke eingestellt

Mit dieser Art Eishockey ist Malkin auch extrem erfolgreich. Seit seinem Wechsel in die NHL im August 2006 hat Malkin fast alles gewonnen, was es in Nordamerika zu gewinnen gibt.

In seinen ersten sechs Saisonspielen erzielte er jeweils mindestens ein Tor, stellte dadurch die Bestmarken von Joe Malone, Newsy Lalonde und Cy Denneny aus der ersten NHL-Saison 1917/1918 ein - wodurch alle Spieler als Rookie gezählt wurden.

Die Calder Trophy als bester Liga-Neuling war nur logische Konsequenz.

Favorit auf die Hart Trophy

Es folgten Stanley Cup, Stanley-Cup-MVP, Art Ross Trophy als bester Scorer der Liga 2009 und 2012, nur die die Hart Trophy als wertvollster Spieler der regulären Saison fehlt im noch, allerdings gilt er diese Saison als heißester Anwärter.

Gemeinsam mit Sidney Crosby und Alexander Owetschkin zählt er zu den größten Stars der Eishockey-Szene ( 551566 DIASHOW: Die Stars der WM ).

Olympiasieg steht über allem

Aber dem 26 Jahre alten Ausnahmekönner aus dem Südural fehlen auf internationalem Parkett noch die Erfolge. 2014 soll der große Wurf kommen mit dem Olympiasieg im russischen Sotschi.

"Das ist mein großer Traum. Die Spiele finden in Russland statt. Wenn ich in Form bin, ein Kandidat für einen Kaderplatz und eingeladen werde, wird mich nichts von der Teilnahme abhalten", sagt Malkin.

Nicht einmal der härteste Check eines Gegners.

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