Nach der Lettland-Pleite nimmt SPORT1-Experte Rick Goldmann Jakob Kölliker in die Pflicht. Von den Schweden ist er begeistert.

Hallo Eishockey-Freunde,

die deutsche Mannschaft hat ihre ersten beiden Auftritte hinter sich gebracht.

Das Italien-Spiel war der erwartet schwere Auftakt. Die Italiener haben es den Deutschen mit ihrer unangenehmen Spielweise nicht immer leicht gemacht, sich zu entfalten. Aber sie haben trotzallem einen Weg gefunden, zu gewinnen. Das war wichtig.

Und wie schwierig es ist, gegen die Italiener zu spielen, haben auch die Dänen zu spüren bekommen, die wie das DEB-Team als klarer Favorit in die Partie gegangen sind, aber verloren haben.

Gegen die Letten war es ein wichtiges Spiel ums Viertelfinale. Natürlich hat die Mannschaft damit gerechnet, dass sie es gewinnt. Daher schmerzt die Niederlage schon sehr. Die Enttäuschung war auch am Tag danach noch groß. Die Spieler wissen, dass das wichtige Punkte sind, die ihnen jetzt abgehen.

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Jetzt kommen mit Russland und Schweden zwei richtige Kracher. Die Tre Kronor haben hier den besten Eindruck hinterlassen. Sie sind sehr ausgeglichen und können unheimliche Härte ins Spiel bringen.

Auch Russland hat eine Topmannschaft, mit Malkin und Dazjuk zwei echte Superstars, richtig, richtig gute Ausnahmekönner. Die Russen haben sicher nicht in ihren Köpfen: ?Oh, die Deutschen haben uns jetzt ein paar Mal geschlagen.? Die interessiert das nicht. Malkin kennt außer Marcel Goc keinen aus dem Team. Der wird sich mit dem Thema keine müde Minute beschäftigen.

Die zwei Spiele werden unheimlich schwer.

Wichtig ist jetzt, dass die deutsche Mannschaft Leader hat, die die Stimmung in der Kabine hochhalten. Da ist auch der Bundestrainer gefragt. Er muss sehen, dass er die Jungs nicht zu sehr kritisiert und dadurch runterzieht, sondern dass sie sich gegenseitig aufbauen und an sich glauben.

Was bei dieser WM - zumindest hier in Stockholm - auffällt, ist der Zuschauerzuspruch. Bei manchen Spielen komme ich mir wie in einer Stierkampfarena vor. Ich sehe nur rot außenherum. Das sind die freien Sitzplätze hier.

Beim Spiel der Norweger gegen die Tschechen waren so wenige Leute da, dass ich mit Basti Schwele eine Wette abgeschlossen habe. Ich habe gesagt: "Beim nächsten Pfiff laufe ich hier im Globen einmal um die Rundung und begrüße alle Zuschauer per Handschlag und ich bin vor dem Bully wieder zurück."

Am Ende habe ich es doch nicht gemacht, aber es wäre möglich.

Euer

Rick Goldmann

Erich Goldmann, 36, stand 126 Mal für die deutsche Nationalmannschaft auf dem Eis. Der Verteidiger, der beim NHL-Draft 1996 an 212. Position von den Ottawa Senators gezogen wurde, bestritt ein Spiel in der NHL. Nach einer schweren Sprunggelenksverletzung beendete er 2008 beim EHC München seine Laufbahn. In seiner Karriere bestritt er für den EV Landshut, Adler Mannheim, Kaufbeurer Adler, Moskitos Essen, ERC Ingolstadt und Iserlohn Roosters 500 DEL-Spiele. Für SPORT1 kommentiert Goldmann seit 2009 die Spiele der Nationalmannschaft.

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