In seiner WM-Kolumne beleuchtet SPORT1-Kolumnist Rick Goldmann den neuen Modus und die DEB-Auswahl. Kanada ist sein Topfavorit.

Hallo Eishockey-Freunde,

Es geht wieder los, die WM steht unmittelbar vor der Tür. Und mit Beginn der Titelkämpfe treten dieses Jahr einige Regeländerungen in Kraft.

Der neue Vorrunden-Modus macht es schwieriger, ins Viertelfinale einzuziehen, aber gleichzeitig ist es auch leichter, den Abstieg zu vermeiden.

Eine weitere Änderung ist, dass die Trainer nur 15 Spieler + 2 Torhüter nominieren müssen, das heißt, der Kader kann bis zum letzten Spiel noch aufgefüllt werden. Das lässt hoffen, dass noch die einen oder anderen NHL-Stars nachkommen werden.

Unser NHL-Star hat das Team bereits verstärkt. Durch Marcel Goc ist die Truppe auf der Mittelstürmer-Position sehr gut besetzt. Das gilt generell für den gesamten Angriff.

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Wenn es eine Schwachstelle in meinen Augen gibt, ist es die Defensive. Im Kader stehen Größtenteils viele junge, international noch recht unerfahrene Verteidiger.

Dafür sind wir im Tor sehr gut aufgestellt - mit Dennis Endras, der als Nummer 1 starten wird, aber auch mit Pätzold und Kotschnew dahinter.

Die Vorbereitung, in der die Mannschaft nach 60 Minuten ungeschlagen war, und auch die letzten beiden WMs, lassen hoffen.

Der Bundestrainer hat das Ziel direkte Olympia-Qualifikation ausgegeben, aber man muss sagen: Das Ziel muss ganz klar Viertelfinale lauten.

Wenn man sich die kommenden vier Gegner anschaut, müssen die Italiener und die Letten definitiv geschlagen werden und man muss darauf hoffen, gegen Russland und Schweden einen Punkt entführen kann.

Damit kommen wir auch schon zu den Favoriten.

Das ist nach der Aufstellung in meinen Augen Kanada mit seinen Stars - unter anderem möchte dabei die Olympiasieger Duncan Keith, Ryan Getzlaf und Corey Perry nennen, aber auch Patrick Sharp der im letzten Vorbereitungsspiel drei Scorer-Punkte gegen die Schweiz erzielte.

Mich persönlich würde es freuen, wenn die Schweden weit kommen. Mit Daniel Alfredsson haben sie einen Spieler, der charakterlich in einer ganz besonderen Liga spielt. Er hat leider noch nie den Stanley Cup gewonnen, aber er ist ein außergewöhnlicher Leader.

Mit 39 Jahren neigt sich seine Karriere ja langsam dem Ende zu. Da wäre ein Titelgewinn sicherlich ein schöner Abschluss.

Aber wir wollen jetzt nicht von Abschluss reden, sondern vom Beginn.

Die WM geht für unsere Mannschaft mit einem 12.15 Uhr Spiel los, das ist absolut untypisch. Aber sie ist es gewohnt, mittags vor Spielen italienisch zu essen.

Und somit muss ich jetzt den Brüller noch bringen: Hoffentlich verspeist sie dann am Freitag auch die Italiener.

Euer

Rick Goldmann

Erich Goldmann, 36, stand 126 Mal für die deutsche Nationalmannschaft auf dem Eis. Der Verteidiger, der beim NHL-Draft 1996 an 212. Position von den Ottawa Senators gezogen wurde, bestritt ein Spiel in der NHL. Nach einer schweren Sprunggelenksverletzung beendete er 2008 beim EHC München seine Laufbahn. In seiner Karriere bestritt er für den EV Landshut, Adler Mannheim, Kaufbeurer Adler, Moskitos Essen, ERC Ingolstadt und Iserlohn Roosters 500 DEL-Spiele. Für SPORT1 kommentiert Goldmann seit 2009 die Spiele der Nationalmannschaft.

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