Kommt es 2012 zum Duell zwischen Jewgeni Malkin und Mikko Koivu (r., hier 2007)? © imago

Kanada bietet bei der WM viele Stars auf. Finnland baut auf 15 Weltmeister, Schweden auf NHL-Akteure. Der SPORT1-Favoritencheck.

Aus Stockholm berichtet Rainer Nachtwey

Stockholm - Felix Schütz Augen leuchteten, als er über die kommenden und möglichen Gegner bei der WM (LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAMauf SPORT1.de) sprach.

Der Kölner Stürmer träumte von den ganz großen Namen: "Die Sedin-Zwillinge, Zetterberg, vielleicht der letzte Auftritt von Nicklas Lidström, Malkin, Dazjuk, vielleicht Crosby", sagte Schütz und legte eine Denkpause ein.

"Crosby, ich denke, dass er spielen will. Er hat so lange wegen der Gehirnerschütterung nicht gespielt", rätselte er im Gespräch bei SPORT1 vor rund zehn Tagen über den Gesundheitszustand von Kanadas Superstar. "Stellt sich wahrscheinlich nur die Frage, ob die Penguins es zulassen."

Haben sie nicht.

Die Kanadier müssen auf "The Next One" verzichten. Dennoch gelten die Ahornblätter mit einem herausragenden Kader wieder zu den absoluten Titelfavoriten. ( 551566 DIASHOW: Die Stars der WM )

SPORT1 unterzieht die Topteams einem Favoritencheck.

Finnland (Weltranglistenplatz: 1)

Der Gastgeber hat ganz klar die Zeichen auf Titelverteidigung gestellt. 15 Weltmeister geben sich in Helsinki die Ehre, zusätzlich verstärken die NHL-Legionäre Keeper Kari Lehtonen von den Dallas Stars und Red-Wings-Stürmer Valtteri Filppula den ohnehin schon stark besetzten Suomi-Kader.

Die Säule des finnischen Spiels bildet erneut Kapitän Mikko Koivu. Der Bruder der finnischen Eishockey-Legende Saku Koivu führte das Team bereits im vergangenen Jahr zum Titelgewinn. Und auch 2011-Topscorer Jarkko Immonen und seine damals gefürchteten kongenialen Reihe-Partner Jungstar Mikael Granlund und Janne Pesonen stehen wieder Schläger bei Schlittschuh.

Mit Stars-Goalie Lehtonen wurde die Torhüter-Position noch einmal aufgewertet, die Verteidiger-Abteilung besteht aus defensiv ausgerichteten Routiniers mit NHL-Erfahrung.

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Schweden (Weltranglistenplatz: 2)

Die Sedin-Zwillinge kommen nicht, das vorne weg. Nach dem Aus der Vancouver Canucks in den NHL-Playoffs hatte ganz Schweden gehofft. Aufgrund einer Gehirnerschütterung vor Beginn der K.o.-Runde sagte Daniel Sedin ab, und Zwillingsbruder Henrik gleich mit.

Die beiden Sedins wären aber noch die vierte Krone auf dem Tre-Kronor-Kader gewesen. Mit 14 aktuellen NHL-Spielern gehen die Co-Gastgeber in das Unternehmen WM-Titel. Die Defensive um den punktbesten NHL-Verteidiger Erik Karlsson und die beiden Red-Wings-Defender Jonathan Ericsson und Niklas Kronwall sticht dabei noch heraus.

Im Angriff tummeln sich neben Alt-Superstar Daniel Alfredsson sowie Detroits Stanley-Cup-Garanten von 2008 Henrik Zetterberg und Johann Franzen hungrige, aufstrebende Youngsters wie Gabriel Landeskog und Jakob Silfverberg. Für Trainer Pär Marts gibt es mit diesem Kader nur ein Ziel: WM-Gold.

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Russland (Weltranglistenplatz: 3)

Kein Ovi, kein Kovy, dafür steht im Kader der Russen der punktbeste NHL-Scorer und absoluter MVP-Favorit: Jewgeni Malkin. Der Stürmer der Pittsburgh Penguins soll gemeinsam mit Pavel Dazjuk eine Großteils aus KHL-Spielern zusammengestellte Mannschaft anführen.

Für Coach Sinetula Biljaletdinow, der Wjatscheslaw Bykow beerbte, dürfte die WM trotz aller Bestrebungen, die enttäuschend verlaufenden Titelkämpfe in Bratislava vergessen zu machen, ein Olympia-Casting sein. Denn das große Ziel der Sbornaja heißt: Sotschi 2014.

Im Tor hat Biljaletdinow die Qual der Wahl: Semjon Warlamow spielte eine überzeugende Saison in Colorado, Konstantin Barulin bewies seine Klasse in der KHL.

Tschechien (Weltranglistenplatz: 4)

Nach zwei erfolgreichen Jahren mit dem WM-Titel 2010 und Bronze in Bratislava steht Superstar Jaromir Jagr Coach Alois Hadamczik dieses Jahr nicht zur Verfügung. Nach seinem Abstecher von der NHL in die KHL kehrte Jagr trotz seines "hohen Alters" von 40 Jahren nach Nordamerika zurück.

Aber auch ohne den Stürmer der Philadelphia Flyers hat Hadamczik im Angriff eine namhafte Auswahl zusammengestellt. Neben den NHL-Stars Tomas Plekanec, David Krejci oder Ales Hemsky kann der Trainer auch auf die Dienste des besten Scorers der KHL-Playoffs, Roman Cervenka, zurückgreifen.

Kanada (Weltranglistenplatz: 5)

Nach zweimaligem Aus im Viertelfinale gegen Russland und dem Abrutschen in der Weltrangliste auf Platz fünf nimmt das Mutterland des Eishockeys wieder nichts anderes als den WM-Titel ins Visier. Star-Verteidiger Duncan Keith sagt bei SPORT1: "Unser Ziel muss immer Gold sein."

Und so ist der Kader auch zusammengestellt. Sechs Stanley-Cup-Triumphe, zwei Olympiasiege, zwei Nummer-1-Picks - die "Ahornblätter" bieten fast alles auf. Zumal Coach Brent Sutter und General Manager Kevin Lowe eine starke Mischung aus Arbeitern und Künstlern zusammengestellt hat.

Einzig die verletzungsbedingten Absagen von Sidney Crosby, Jonathan Toews und Steven Stamkos trüben das vom Kader ausgehende Strahlen.

USA (Weltranglistenplatz: 6)

Die ganz großen Namen vermisst man beim Blick auf den Kader der Amerikaner. Torontos Starstürmer Phil Kessel fehlt ebenso wie Chicagos Patrick Kane und Buffalos herausragender Keeper Ryan Miller.

Vom Olympia-Kader finden sich mit Verteidiger Jack Johnson sowie den Stürmern Bobby Ryan (Anaheim) und Colorados Paul Stastny immerhin drei Silbermedaillen-Gewinner wieder.

Größtenteils besteht der Kader aus ?Arbeitern?, Coach Scott Gordon setzt dabei auch auf die beiden 30-Tore-Stürmer Max Pacioretty und Ryan. In der Verteidigung besitzt Anaheims Cam Fowler ein immenses Potenzial, allerdings durchlebte der 20-Jährige in seinem zweiten NHL-Jahr den sogenannten "Sophomore Slump".

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