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Bundestrainer Pat Cortina hat trotz des enttäuschenden 14. Platzes bei der WM in Minsk Rückendeckung vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB) bekommen.

"Ich denke nach wie vor, dass er einen guten Job macht", sagte DEB-Präsident Uwe Harnos, "er hat unser Vertrauen, und er hat auch den Vertrag." Der Kontrakt des Italo-Kanadiers als Bundestrainer und Sportdirektor läuft bis 2015.

"Pat hat aus den gegebenen Umständen das Beste gemacht", betonte Harnos und verwies auf die verletzungsbedingten Absagen zahlreicher Schlüsselspieler wie NHL-Star Christian Ehrhoff oder Torjäger Michael Wolf.

Zudem lobte der Verbandschef ausdrücklich den Jugendstil des Bundestrainers. "Dass er die jungen Spieler integriert hat, halte ich für richtig, weil sie gezeigt haben, dass sie eine Perspektive bieten", sagte Harnos.

Cortina hatte acht Neulinge mit zur WM genommen, darunter das 18 Jahre alte Ausnahmetalent Leon Draisaitl. Die Leistungen der Jungen seien "ein Positivum, die Mannschaft hat mit Sicherheit Potenzial".

Ob Cortina, der das Team auch mit Blick auf die Heim-WM 2017 zusammenstellte, so lange weiter arbeiten darf, ließ Harnos allerdings offen. "Es gibt im Moment keinen Bedarf für irgendwelche Spekulationen", sagte er.

Mit dem 14. Platz hatte die DEB-Auswahl das schlechteste WM-Ergebnis seit dem Debakel 2009 erzielt, als sie nur wegen der Heim-WM im folgenden Jahr erstklassig geblieben war. Fünf WM-Niederlagen in Folge ohne Punkt waren zudem die längste Misserfolgsserie seit 1991.

"Wenn man die reine Platzierung anguckt, kann man natürlich nicht zufrieden sein. Für mehr hat das notwendige Quäntchen Glück gefehlt", meinte Harnos: "Andererseits ist das Minimalziel Klassenerhalt erreicht."

In der Weltrangliste rutschte das deutsche Team vom elften auf den 13. Platz ab. Nur die ersten Acht qualifizieren sich in zwei Jahren direkt für die Olympischen Spiele 2018. "Eine ganz schwierige Situation" nannte Harnos die Ausgangslage im Kampf um die Olympia-Tickets.

Offen ist indes noch, ob der Rechtsanwalt überhaupt DEB-Präsident bleibt. Der 53-Jährige hat angekündigt, bei der Wahl am 17. Juli erneut zu kandidieren. Viele Klubs haben sich jedoch für den langjährigen DEB-Sportdirektor Franz Reindl als neuen Verbandschef ausgesprochen.

Der Bronzemedaillengewinner von 1976 macht sich Gedanken über eine Kandidatur und will in den nächsten Tagen das Gespräch mit Harnos suchen. "Ich habe gesagt, dass ich mich erst nach der WM dazu äußere", erklärte der amtierende Präsident: "Und die WM ist noch nicht vorbei, auch wenn die Deutschen nicht mehr spielen."

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