Nach dem historischen Olympia-Aus der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft gerät Verbandschef Uwe Harnos immer mehr in die Kritik. Mehrere Alt-Internationale fordern seinen Rücktritt.

"Die Verantwortung für diese Misere hat ganz klar der Präsident", sagte Ex-Nationalspieler Uli Hiemer, erster deutscher NHL-Profi: "Es sind die falschen Leute am Ruder. Es muss ein Neuanfang her."

Die Stimmen zum Olympia-Aus der DEB-Auswahl:

Uli Hiemer (159-maliger Nationalspieler, erster deutscher NHL-Profi): "Es kann nicht sein, dass wir einfach so weitermachen. Das Eishockey wird systematisch kaputt gemacht - nicht nur vom DEB, sondern auch von DEL-Seite. Da sind Leute, die keine Ahnung haben und da nichts zu suchen haben."

Alois Schloder (Kapitän der Bronze-Mannschaft von 1976): "Die Querelen im Verband haben mit dazu beigetragen - die Trainergeschichte, der Zirkus mit Krupp, der Sportdirektor. Warum muss ich dem Trainer einen Dreijahresvertrag geben? Man hätte es den Hans Zach machen lassen sollen, und dann sehen wir weiter. Ich vermisse das Herzblut für das deutsche Eishockey. Wenn Uwe Harnos in den Spiegel schaut, muss er sich die Frage stellen, ob das alles richtig ist, was er macht. Es gibt keinen Sportpräsidenten, der von den Fans und dem Umfeld so angegriffen wird, da stimmt einiges nicht. Es sind eklatante Fehler gemacht worden."

Erich Goldmann (126-maliger Nationalspieler, SPORT1-Experte): "Olympia ist eigentlich schon im letzten Jahr verloren worden. Man muss hinterfragen, ob im Verband alles so perfekt läuft, ich glaube es nicht. Die Trainerfindung und der Umgang mit dem Sportdirektor in den letzten zwei Jahren sind nur schwer nachzuvollziehen."

Walter Köberle (Olympia-Dritter 1976, Manager der Düsseldorfer EG): "Das ist traurig, traurig, traurig. Mir hat in den Spielen gegen Italien und Österreich der letzte Biss gefehlt. Was wir vor dem Tor abgeliefert haben, dafür lacht man uns international aus. Uwe Krupp hat nach der WM 2010 eine intakte Mannschaft hinterlassen, aber was ist seitdem passiert? Es gab im deutschen Eishockey seitdem nur noch Negativschlagzeilen. Es kann nicht sein, dass wir uns jetzt weiter so durchwurschteln, es muss etwas in der Führung passieren."

Jakob Kölliker (Ex-Bundestrainer): "Ich spüre keinerlei Genugtuung. Das deutsche Eishockey ist noch immer ein Teil von mir, ich hatte mir einen anderen Ausgang gewünscht. Aber solche Spiele sind immer undankbar, vielleicht war man sich auch einen Tick zu sicher."

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