Fünf Kandidaten stellten sich vor, danach berieten die Eishockey-Bosse bis tief in die Nacht. Den lange gesuchten neuen Bundestrainer präsentierten sie anschließend aber immer noch nicht.

"Wir gehen jetzt in die nächste Runde. Wir lassen uns nicht unter Druck setzen", sagte Matthias Schumann, Leiter Kommunikation der Deutschen Eishockey Liga (DEL):

"Ich gehe davon aus, dass wir bald einen kompetenten Bundestrainer präsentieren können."

Wer beim ersten Länderspiel der Saison am kommenden Dienstag in Wien gegen Österreich an der Bande steht, ist also weiter offen.

"Das ist eigentlich nicht zu fassen", sagte Nationaltorwart Dennis Endras: "Im Fußball wäre so etwas undenkbar."

In der Münchner Zentrale des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) hatten am Dienstag Ex-Bundestrainer Hans Zach, der schwedische Weltmeister und Olympiasieger Bengt-Ake Gustafsson, dessen Landsmann Björn Kinding sowie die DEL-Trainer Dan Ratushny (Straubing) und Pat Cortina (München) ihre Ideen präsentiert.

DEB-Präsident Uwe Harnos und DEL-Aufsichtsrat Daniel Hopp führten die Gespräche.

Gegen Zach, der die deutsche Nationalmannschaft schon von 1998 bis 2004 trainierte und mit ihr dreimal im WM-Viertelfinale stand, gibt es Widerstände in der DEL.

Auf mehr Gegenliebe stößt der 54-jährige Gustafsson, der Schweden 2006 zum historischen Double mit Olympia-Gold und WM-Sieg führte. Allerdings dürfte der ehemalige NHL-Profi, der zuletzt den russischen KHL-Klub Atlant Mytischtschi trainierte, zu teuer sein.

Dadurch steigen die Chancen der beiden DEL-Trainer. "Für mich ist es schon alleine eine große Ehre, nur in der Auswahl zu stehen", sagte Cortina der "AZ".

Allerdings steht der Italo-Kanadier, der schon als Nationaltrainer Italiens und Ungarns arbeitete, beim EHC München noch bis 2014 unter Vertrag. Der Kanadier Ratushny, Trainer des Jahres in der DEL, ist noch ein Jahr an die Straubing Tigers gebunden. Krasser Außenseiter ist der 55-jährige Kinding, der vorwiegend in Dänemark arbeitete.

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