Marcel Goc spielt seit 2003 in der NHL © getty

Im Interview mit SPORT1 spricht Marcel Goc über das Abschneiden der deutschen Mannschaft bei der WM und die Präsidentschaftswahl.

Von Rainer Nachtwey

München - Marcel Goc konnte nur zuschauen. Eine Fußverletzung hinderte ihn an einer Teilnahme bei der WM in Weißrussland.

Zwar war er noch für die Pittsburgh Penguins in den NHL-Playoffs bis zum Aus gegen die New York Rangers aufgelaufen, nun braucht er aber eine Ruhephase

"Ich kann wieder beschwerdefrei laufen", sagt der 30 Jahre alte Mittelstürmer bei SPOPRT1, "aber an Sporttreiben ist im Moment noch nicht zu denken."

Im SPORT1-Interview spricht Marcel Goc über das Abschneiden des DEB-Teams, Hoffnungen und Probleme des deutschen Eishockeys. Vor der DEB-Präsidentschaftswahl spricht er sich anstelle des Amtsinhabers Uwe Harnos klar für den scheidenden Generalsekretär Franz Reindl aus.

SPORT1: Herr Goc, Sie haben die Playoffs mit den Penguins gespielt - verletzt. Auf die WM verzichten Sie dann. Wieso das?

Marcel Goc: Mein Vertrag läuft aus. Von daher war es auch gut, dass ich getradet wurde und mich noch länger zeigen konnte. Leider kam dann die Verletzung dazwischen. Jetzt muss ich regenerieren.

SPORT1: Sie haben dem deutschen Team dieses Jahr als Führungsspieler gefehlt. Was haben Sie Positives bei der deutschen Mannschaft gesehen?

Goc: Die ersten Spiele habe ich wegen der Playoffs noch nicht sehen können. Aber insgesamt ist mein Eindruck, dass es solide Spiele waren. Das Spiel gegen die Schweiz zum Beispiel war richtig gut, das hätten die Jungs auch gewinnen können. Wenn man das gewinnt, sieht es mit dem Selbstvertrauen anders aus.

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SPORT1: Aber am Ende steht Platz 14. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Goc: Vom Endergebnis muss man besser dastehen. Ganz klar. Aber es waren viele junge Spieler dabei, die ihre erste WM gespielt haben. Die Erfahrung wird ihnen im nächsten Jahr helfen, um solche Spiele zu gewinnen.

SPORT1: Weißrussland und Frankreich im Viertelfinale, Lettland hat gegen Finnland und die USA gewonnen. Sind diese Nationen an Deutschland vorbeigezogen?

Goc: Das glaube ich nicht. Frankreich hat der Sieg im ersten Spiel gegen Kanada schon sehr geholfen. Die hätten kein zweites Mal gegen die Kanadier gewonnen. Und sicher auch nicht in einem anderen Spiel als im ersten, als die Kanadier noch nicht so eingespielt waren. Lettland und Weißrussland sind mit uns auf Augenhöhe. An guten Tagen schlagen wir sie, an schlechten verlieren wir. Aber auch wenn sie in der Weltrangliste jetzt vor uns stehen, vorbeigezogen würde ich nicht sagen. (SHOP: Jetzt Eishockey-Fanartikel kaufen)

SPORT1: Aber das Viertelfinale wurde im dritten Jahr in Folge verpasst.

Goc: Unsere Ansprüche müssen andere sein. Unter den ersten Neun, jedes Jahr ums Viertelfinale mitspielen. Und nicht auf den Abstieg schauen. Das Eishockey hat es nicht leicht in Deutschland. Es ist nun mal nicht die Nummer 1 im Sport. Aber wir haben gute junge Spieler, die für die Nationalmannschaft sehr vielversprechend sind. Die können helfen, dass man sich in den kommenden Jahren weiter vorne positioniert.

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SPORT1: Welche Rolle spielt dabei der Verband? Jetzt stehen demnächst die Wahlen für das DEB-Präsidium an. Bisher hat nur das aktuelle Präsidium angekündigt zu kandidieren.

Goc: Für mich kann es nur einen Kandidaten aufs Präsidenten-Amt geben: Franz Reindl. Er war Spieler, er war Trainer, er war Manager, Sportdirektor, Generalsekretär. Er hat alle Positionen bekleidet, die es gibt. Wenn sich einer im deutschen Eishockey auskennt, und es vorantreiben kann, dann der Franz. Es wäre sehr gut, wenn er sich aufstellen würde, und wir ihn als Präsident gewinnen würden.

SPORT1: Franz Reindl zögert noch. Warum sprechen sich so viele - wie zuletzt auch Ralph Krueger - für Franz Reindl aus?

Goc: Ich kenn den DEB gar nicht ohne Franz Reindl. Ich kann nur für mich sprechen, aber wenn es ein Problem gab, war der Franz da. Er hat sich um uns Spieler immer gekümmert, gerade für uns, die in Nordamerika spielen, ist das wichtig, wenn wir zur Nationalmannschaft stoßen. Du konntest ihn anrufen und er war da. Er kennt im internationalen Eishockey alles und jeden.

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