Deutschland unterliegt auch den USA, Olympia gerät in Gefahr. Pat Cortina ist unter Druck und verweist auf die Heim-WM.

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Minsk - Am Ende wähnte sich Pat Cortina im falschen Film.

"Ich habe das Gefühl, dass ich jeden Tag das Gleiche erzähle", sagte der Bundestrainer nach dem 4:5 (0:0, 3:3, 1:2) gegen die USA zum Abschluss der WM (Viertelfinale Do., ab 17.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Zum fünften Mal in Folge hatte sein junges Team das Eis in Minsk als Verlierer verlassen - "gut gespielt, gut gekämpft, aber kein Glück gehabt", meinte der 49-Jährige.

Wie so oft.

Kritik an Pat Cortina wird lauter

Die längste WM-Serie ohne Punkt seit 23 Jahren hatte unangenehme Folgen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die deutsche Mannschaft verbuchte mit Rang 14 die schlechteste Platzierung seit dem Debakel 2009, die Direkttickets für Olympia 2018 sind praktisch schon jetzt außer Reichweite ( 895488 DIASHOW: Die deutschen Spieler in der Einzelkritik ).

Und die kritischen Fragen werden lauter.

Verweis auf 2017

"Natürlich enttäuschend" nannte der Italo-Kanadier den Abschlussrang, "wirklich weh tut, dass die Spieler mehr verdient hatten."

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Doch an der Platzierung wollte er sich mit seinem Team nicht messen lassen. SHOP: Jetzt Eishockey-Fanartikel kaufen

"Wir haben hier nicht für das Jetzt gearbeitet, sondern für die Zukunft", betonte er: "Wir haben einen Prozess gestartet, damit wir 2017 eine erfolgreiche Heim-WM spielen können."

Draisaitl und Rieder als Lichtblicke

Gegen den Olympiavierten USA deuteten die Jungen an, dass die Zukunft nicht so grau wie die Gegenwart sein muss.

Das Ausnahmetalent Leon Draisaitl erzielte ein Traumtor (36.), der 18-Jährige bewies zudem mit zwei Vorlagen, warum er beim NHL-Draft im Juni ganz vorne erwartet wird.

Auch der nur drei Jahre ältere Tobias Rieder krönte ein starkes internationales Debüt mit seinem ersten WM-Tor (59.).

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Draisaitl hofft auf rosige Zukunft

"Es war wahrscheinlich die hilfreichste Erfahrung meines Lebens", sagte Draisaitl und prognostizierte: "Die Zukunft sieht gut aus. Wir haben viele junge Spieler. Irgendwann wird es belohnt. "

Der Kölner Alexander Weiß (24.) und der Mannheimer Kai Hospelt (31.) trafen zudem vor 11.845 Zuschauern in der Minsk Arena. ( 885712 DIASHOW: Der deutsche WM-Kader )

Justin Abdelkader (22. und 56.), Drew Shore (28.), Matt Donovan (33.) und Johnny Gaudreau (43.) besiegelten aber die erneute Niederlage.

Olympia 2018 in Gefahr

Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), die zuletzt bei der WM 1991 in fünf Spielen nacheinander ohne Punkt geblieben war, rutschte in der Weltrangliste vom elften auf den 13. Platz ab.

Nur die ersten Acht qualifizieren sich direkt für Olympia 2018, schon die Spiele in Sotschi hatte Cortina kurz nach seinem Amtsantritt verpasst. (SERVICE: Die Statistiken der Eishockey-WM)

Cortina verteidigt Jugendstil

Deshalb rechnet der Italo-Kanadier auch mit Kritik an seiner Arbeit.

"Ich bin Bundestrainer. Egal, was ich entscheide, ich werde kritisiert", sagte er. Seinen Jugendstil verteidigte er vehement: "Wir dürfen jetzt nicht denken: Alles ist falsch. Wir müssen weiter mit unserem Nachwuchs arbeiten."

Die Schweiz, im vergangenen Jahr sensationell Vizeweltmeister, und Frankreich, in Minsk erstmals seit 1995 im Viertelfinale, hätten ähnliche Prozesse hinter sich.

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Endlich Tore ? sogar per Hacke

Gegen die USA endete zumindest die deutsche Torflaute. Nach nur neun Treffern in sechs Spielen zuvor bewiesen Draisaitl und Co. endlich Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor.

Jubilar Yannic Seidenberg, der sein 100. Länderspiel bestritt, wurde ein Treffer noch aberkannt.

Der Münchner hatte den Puck mit dem Schlittschuh über die Linie bugsiert - per Hackentrick (5.).

Erstmals Überzahl genutzt

Dann glänzte Weiß mit einem erfolgreichen Alleingang. Und im insgesamt 26. Versuch gelang der DEB-Auswahl auch das zweite Überzahltor des Turniers.

Einen Querpass von Thomas Oppenheimer verwertete Hospelt zum 2:2-Ausgleich.

Draisaitls großer Auftritt brachte das 3:3, der 18-Jährige trickste erst einen Verteidiger aus und traf dann durch die Beine des Torwarts.

Rieders Überzahltreffer zwei Minuten vor Schluss reichte nicht mehr.

[kaltura id="0_1yta73at" class="full_size" title="Die Highlights des Spiels Deutschland Russland"]

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