Deutschland steht gegen Weißrussland unter Druck und muss die Tor-Ungefährlichkeit ablegen. Nur Italien ist schlechter.

[kaltura id="0_feej1s9p" class="full_size" title=""]

Minsk - Am Ende des Trainings flogen den Torhütern die Pucks nur so um die Ohren. Die deutschenNationalspieler schossen aus allen Lagen.

Am Samstag (ab 15.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) gegen WM-Gastgeber Weißrussland müssen sie besser treffen als bisher, wenn sie noch eine Chance auf das Viertelfinale haben wollen.

Ausgerechnet vor dem ersten Endspiel herrscht Torschusspanik.

Barta will Kopf freimachen

"Es ist vor allem eine Kopfsache", sagte Routinier Alexander Barta angesichts der miserablen Trefferquote bei der Weltmeisterschaft in Minsk.

Der 31-Jährige, mit 23 Toren in 150 Länderspielen erfolgreichster Schütze im deutschen WM-Team, hatte zuletzt selbst mehrere Großchancen vergeben, zuletzt gegen die Schweiz (Bericht): "Wenn ich mir weiter einen Kopf darüber mache, wird es eher schlimmer."

Im SPORT1-Interview ergänzte der Routinier: "Natürlich kann ich mich jetzt hinsetzen und mich bemitleiden und dieser großen Chance nachtrauern. Aber das bringt nix." (Hier das komplette Interview lesen)

Sieg gegen Weißrussland Pflicht

Gegen die Weißrussen muss die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) ihre Ladehemmung schleunigst ablegen. Denn nur mit einem Sieg bleibt die geringe Chance auf die K.o.-Runde erhalten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Danach wird es noch schwerer:

Gegen den Rekordweltmeister Russland (So., ab 19.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und LIVE-TICKER) oder den Olympiavierten USA (Di., ab 11.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und LIVE-TICKER) ist ein weiterer Erfolg notwendig, um doch noch unter die besten Acht zu kommen.

SHOP: Jetzt Eishockey-Fanartikel kaufen

[tweet url="//twitter.com/search?q=%23IIHFWorlds"]

Nur Oppenheimer treffsicher

Bislang war lediglich auf den Hamburger WM-Neuling Thomas Oppenheimer Verlass.

Der 25-Jährige erzielte vier von sieben deutschen Toren und bereitete ein weiteres vor. (SERVICE: Die Statistiken der Eishockey-WM)

Jeder dritte Schuss war ein Treffer. "Bei mir gehen sie momentan rein", sagte der Hamburger, "ich freue mich, wenn ich mit meinen Toren helfen kann."

Nur Italien ungefährlicher

Davon kann der Rest der Mannschaft nur träumen. Nach vier Spieltagen hatte nur Aufsteiger Italien noch weniger Tore markiert als die deutsche Mannschaft.

Lediglich 5,65 Prozent der 124 Torschüsse landeten im Netz - eine indiskutable Quote.

"Wir haben mit den Jungs darüber gesprochen, sie müssen hungriger vor dem Tor, präsenter vor dem Netz sein", sagte Bundestrainer Pat Cortina.

Im Powerplay zu harmlos

Besonders schlecht ist das Powerplay: Nur einmal traf die DEB-Auswahl in 14 Überzahlsituationen.

Zum Vergleich: Die Letten, die trotz der 2:3-Niederlage gegen Deutschland mit neun Punkten auf Viertelfinalkurs sind, waren in der gleichen Zeit fünfmal erfolgreich.

"Früher oder später gehen sie rein", meinte Cortina, "wenn wir weiter so Chancen kreieren."

Schon 2013 ineffektivste Mannschaft

Das Problem ist nicht neu. Im vergangenen Jahr war NHL-Verteidiger Christian Ehrhoff, der in Minsk nach einer Gehirnerschütterung fehlt, bezeichnenderweise mit drei Treffern und zwei Assists bester Punktesammler in Helsinki.

Mit einer Torquote von nur 6,13 Prozent war das Cortina-Team die ineffektivste Mannschaft bei der WM 2013.

Die beste Torjäger sitzen daheim

Die besten Torjäger aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) fehlen in Minsk.

Der Nürnberger Patrick Reimer, mit 33 Treffern Torschützenkönig der abgelaufenen Spielzeit und als Spieler des Jahres ausgezeichnet, verzichtete aus "persönlichen Gründen" auf die Reise nach Weißrussland.

Den Ingolstädter Thomas Greilinger, bester deutscher Scorer in den Playoffs, ließ Cortina zu Hause, weil er nach dem sensationellen Titelgewinn "emotional runtergekommen" sei.

Der Iserlohner Michael Wolf, mit 48 Toren erfolgreichster aktiver Nationalspieler, musste wegen eines Mittelfußbruches passen.

[kaltura id="0_1hjuf8ue" class="full_size" title="Die Highlights der Partie Deutschland Schweiz"]

Weiterlesen