Alexander Barta spielt in der DEL für den EHC Red Bull München © getty

Deutschland erwartet gegen WM-Gastgeber Weißrussland eine harte Prüfung, warnt Angreifer Alexander Barta bei SPORT1.

Von Martin Jahns

München/Minsk - Ein paar Zentimeter haben Alexander Barta in seinem 150. Länderspiel bei der WM in Minsk (LIVE im TV auf SPORT1) zum Retter-Status gefehlt.

Doch der Stürmer setzte seinen Schuss in der Schlussphase gegen die Schweiz nur an die Latte, Deutschland verlor das zweite Spiel in Folge (Bericht).

"Natürlich kann ich mich jetzt hinsetzen, mich bemitleiden und dieser großen Chance nachtrauern. Aber das bringt nix", sagt Barta im SPORT1-Interview.

Deutschland zittert bei der WM mehr denn je um den Einzug ins Viertelfinale - zumal Lettland mit dem Sieg gegen die USA (Bericht) weiteren Druck aufgebaut hat. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Gegen Gastgeber Weißrussland muss jetzt am Samstag (ab 15.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) unbedingt ein Sieg her. Das weiß auch Barta.

Bei SPORT1 spricht er außerdem über die Atmosphäre in Minsk, die Nachwirkungen seines Fehlschusses und das Star-Potential von Thomas Oppenheimer.

SPORT1: Herr Barta, es ist Ihre siebte Weltmeisterschaft in der Top Division. Wird eine WM so fast schon zu Routine oder ist es jedes Mal aufs Neue etwas Besonderes?

Alexander Barta: Natürlich ist jede WM etwas Besonderes. Es ist immer eine andere Mannschaft mit verschiedenen Trainern in verschiedenen Ländern und Städten. Jede WM hat ihre eigene Geschichte, ihren eigenen Turnierverlauf.

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SPORT1: Wie empfinden Sie ihren Aufenthalt in Minsk? Weißrussland war als Austragungsland ja nicht unumstritten.

Barta: Bisher kann ich nur Positives sagen. Vom Organisatorischen klappt alles hervorragend. Es ist alles sauber, das Hotel ist super. Bisher klappt alles. Ob es die Bustransfers sind, ob es die Wäsche ist, die immer pünktlich da ist. Wenn man was braucht, fragt man und dann wird das Bestmögliche gemacht, damit die Wünsche in Erfüllung gehen. Die Stadien sind immer sehr gut besucht. Es herrscht eine gute Stimmung. Also bisher kann man nur Positives sagen über die WM in Minsk.

SPORT1: Mit dem Abstieg scheint das deutsche Team bei dieser WM nichts zu tun zu haben, was angesichts der vielen Absagen nicht unbedingt zu erwarten war. Ist mit dieser Truppe trotz der beiden Pleiten zuletzt das Viertelfinale drin?

Barta: Ich weiß nicht, ob das Viertelfinale drin ist. Auf jeden Fall besteht die Möglichkeit, dass wir das Viertelfinale noch erreichen. Wir haben jetzt noch drei Spiele und wollen dort das Bestmögliche rausholen und schauen dann nach sieben Spielen, wo die Reise hingeht. Aber im Grunde genommen kann man mit dem bisherigen Verlauf schon zufrieden sein.

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SPORT1: Gegen die Schweiz setzte es nun jedoch die zweite Niederlage in Folge.

Barta: Natürlich passt uns das Ergebnis gegen die Schweiz nicht, weil wir ein ganz vernünftiges Spiel gemacht haben, über weite Strecken die bessere Mannschaft waren und auch genügend Torchancen hatten, um das Spiel noch zu drehen. Aber wir müssen das so nehmen, wie es ist.

SPORT1: Gegen die Eidgenossen war Ihr Team über weite Strecken mindestens gleichwertig. Woran hat es letztlich gelegen, dass es nicht zum richtungsweisenden Sieg gereicht hat?

Barta: Letztendlich muss man sagen, dass wir eine Phase drin hatten, wo wir nicht umgesetzt haben, was wir uns vorgenommen haben. Natürlich kam die Chancenverwertung dazu. Ich habe kurz vor Schluss das leere Tor vor mir. Den kann man auch mal machen bei einem so wichtigen Spiel der WM. Es bringt jetzt nichts, da noch lange nachzutrauern, denn wir haben noch drei Spiele. Deswegen schauen wir weiter nach vorne.

SPORT1: 35 Sekunden vor Schluss trafen Sie vor dem leeren Tor nur die Latte. Schüttelt man das als erfahrener Spieler einfach ab oder bleibt sowas haften?

Barta: Ich hoffe nicht, dass es mich noch lange verfolgen wird. Es war nicht meine erste Großchance, die ich vergeben habe und es wird mit Sicherheit nicht die letzte sein. Natürlich kann ich mich jetzt hinsetzen und mich bemitleiden und dieser großen Chance nachtrauern. Aber das bringt nix. Das gehört zum Sport nun mal dazu. Ich werde weiter hart arbeiten und versuchen, das schon am Samstag besser zu machen.

[kaltura id="0_1hjuf8ue" class="full_size" title="Die Highlights der Partie Deutschland Schweiz"]

SPORT1: Wie schätzen sie die Teamleistung im Vergleich zur klaren 0:4-Niederlage gegen die Finnen (Bericht) ein?

Barta: Natürlich war das eine absolute Steigerung in allen Mannschaftsteilen. Wir können mit unserem Spiel im Großen und Ganzen zufrieden sein, außer in der kurzen Phase, in der wir die zwei Gegentore kurz hintereinander bekommen haben. Das Ergebnis hat am Ende nicht gestimmt.

SPORT1: Am Samstag geht es gegen den Gastgeber Weißrussland. Welche positiven Erkenntnisse nehmen Sie aus dem Schweiz-Spiel mit?

Barta: Dass wir, wenn wir das umsetzen, was uns Pat (Cortina, Anm. d. Red.) vorgibt, wenn wir diszipliniert sind und von der Strafbank wegbleiben, in jedem Spiel die Chance haben, zu gewinnen. Ich glaube, es hat jeder gesehen, dass die Mannschaft Charakter hat, so wie wir nach dem 1:3 zurückgekommen sind.

SPORT1: Worauf wird es in den nächsten Partien ankommen? Mit dem Gastgeber Weißrussland, Russland und den USA warten nur noch echte Hochkaräter auf das deutsche Team. Was haben Sie sich da vorgenommen?

Barta: Für uns steht erst mal das Spiel gegen Weißrussland auf dem Programm. Das wird schwer genug. Die haben eine Heim-WM und eine Riesen-Euphorie. Die Halle wird komplett gegen uns sein. Wir müssen versuchen, diese Emotionen in positive Emotionen umzuwandeln und unser Spiel mit dem gleichen Einsatz durchziehen, marschieren und dann haben wir auch gegen die Weißrussen die Chance zu punkten.

SPORT1: Ihr Teamkollege Thomas Oppenheimer ist derzeit der beste Torjäger des Turniers und wurde auch gegen die Schweiz zum besten deutschen Spieler gewählt. Hat er das Zeug, zum Star der WM zu werden? (SERVICE: Die Statistiken der Eishockey-WM)

Barta: Ja natürlich. Da braucht man nur auf seine Statistik schauen. Vier Tore in vier Spielen sind eine Riesensache. Er setzt das, was ihm vorgegeben wird, hervorragend um. Die Chancen, die er hat, macht er rein. Bei seinen Penaltys hat er seinen Killerinstinkt bewiesen und ich hoffe, dass er weiter so macht. Für ihn ist es seine erste WM, und es ist jetzt schon eine tolle WM für ihn. Ich hoffe, dass er so weiter macht, sodass es eine große WM für ihn wird.

[kaltura id="0_mjn1gf50" class="full_size" title="Die Stimmen zur Partie Deutschland Schweiz"]

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