Nach der Finnland-Klatsche fordert Deutschlands Kink eine Reaktion gegen die Schweiz. Dem Vizeweltmeister droht der Abstieg.

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Minsk - Deutschland ist nach dem Traumstart wieder in der harten Realität angekommen - Vizeweltmeister Schweiz droht nach dem schlechtesten WM-Start seit 19 Jahren sogar der Abstieg:

Vor dem direkten Duell stehen beide Alpen-Nachbarn (ab 15.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) am Scheideweg.

"Im Derby gegen die Schweiz müssen wir heiß sein, bereit sein und von der ersten Sekunde weg hart in die Zweikämpfe gehen", forderte DEB-Angreifer Marcus Kink bei SPORT1 nach der 0:4-Lektion gegen den Olympiadritten Finnland (Bericht).

Dämpfer zur rechten Zeit?

Für das DEB-Team könnte die Klatsche gegen Finnland nach dem Traumstart mit fünf Punkten aus zwei Spielen ein Dämpfer zur rechten Zeit gewesen sein.

"Es war, auf Deutsch gesagt, ein Scheißspiel", sagte Stürmer Felix Schütz nach der bitteren Klatsche frustriert.

"Wir waren nicht bereit, mit dem Kopf nicht dabei", zeigte sich auch Bundestrainer Pat Cortina bei SPORT1 angefressen, nachdem der Olympiadritte sein junges Team nach dem Traumstart hart auf den Boden der Realität zurückgeholt hatte. (Alle Stimmen im Video)

Lektion gegen Finnland

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"Klar hatten wir zwei gute Spiele. Das hat vielleicht ein paar Jungs ein bisschen zu euphorisch werden lassen" kritisierte Kink den Auftritt am Dienstag.

Auch ohne ihre NHL-Stars erteilten die zuvor noch sieglosen Finnen der Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) eine Lehrstunde in Zweikampfhärte und Effektivität.

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Viertelfinale noch in Sicht

Trotz des schmerzhaften Rückschlags bleibt auf deutscher Seite die Hoffnung auf das WM-Viertelfinale. ( 890906 DIASHOW: Die Bilder des Spiels Deutschland - Finnland )

"Die wichtigen Spiele kommen noch. Nach meiner Rechnung brauchen wir elf Punkte, um ins Viertelfinale zu kommen", sagte Russland-Legionär Schütz.

Fünf Zähler hat die DEB-Auswahl bereits, nach Lettlands 5:4 gegen Kasachstan (News) rutschte sie allerdings auf Platz fünf in der Vorrundengruppe B ab. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

[kaltura id="0_j0fq2evv" class="full_size" title="Die Stimmen zum Spiel"]

Kink warnt vor "angeschlagenem Tier"

Ein Sieg gegen den abgestürzten Vizeweltmeister Schweiz, dann würde ein weiterer Dreier gegen Gastgeber Weißrussland am kommenden Samstag (ab 15.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) wohl zu Platz vier in der Vorrundengruppe B reichen.

Die erste Viertelfinalteilnahme seit 2011 wäre perfekt.

Von derartigen Rechenspiele wollte Schütz' Stürmerkollege Marcus Kink allerdings gar nichts hören. "Wir haben zu viel auf unsere Punkte geguckt", meinte der Mannheimer, "das ist Blödsinn. Wir müssen uns auf unser Spiel konzentrieren - jeden Tag."

Bei SPORT1 warnt er vor den kriselnden Schweizern: "Ich hatte einen guten Lehrmeister, der hat gesagt: 'Ein angeschlagenes Tier ist immer gefährlich.' Wir müssen aufpassen."

Schweiz droht der Abstieg

Bei den Eidgenossen ist der Silber-Rausch längst verflogen, der Kater viel schlimmer als erwartet: Ein Jahr nach dem sensationellen Sturmlauf bis ins WM-Finale von Stockholm redet Vizeweltmeister Schweiz sogar vom Abstieg.

"Wenn man dreimal verliert, muss man ehrlich sein", sagte Nationaltrainer Sean Simpson nach der dritten Pleite in Folge zum WM-Auftakt in Minsk: "Es könnte passieren."

Die Eidgenossen, die in Schweden historische neun Siege in Folge gefeiert hatten, liegen nun am Boden. (SERVICE: Die Statistiken der Eishockey-WM)

Nach dem 3:4 gegen Gastgeber Weißrussland sprach Kapitän Mathias Seger von der "bittersten Niederlage meiner Karriere" - nach seinem 301. Länderspiel.

"Daran denken wir überhaupt nicht"

Während der scheidende Coach Simpson - Weißrusslands Trainer Glen Hanlon soll ihn nach Medienberichten beerben - völlig frustriert den siebten Abstieg aus der A-Gruppe nicht mehr ausschließt, ist der schlimmste Fall im Team mit immerhin vier NHL-Profis noch kein Thema.

"Daran denken wir überhaupt nicht", sagte Verteidiger Eric Blum, "ich habe keine Angst, dass die Mannschaft zerfällt."

Und NHL-Abwehrspieler Roman Josi, in Stockholm als bester Spieler der WM ausgezeichnet, schaute gar nach oben: "Wir haben noch Chancen auf das Viertelfinale. Dafür müssen wir kämpfen."

Gutes Omen für DEB-Team

Viertelfinale oder Abstiegskampf: Wo die Schweizer Reise in Minsk hingeht, entscheidet sich nun ausgerechnet gegen Deutschland.

"Wenn sie endlich 60 Minuten durchspielen und gegen die Deutschen gewinnen, ist alles wieder möglich", meinte Simpson mit Blick auf das Duell mit dem Erzrivalen, "wenn nicht, müssen wir aufpassen."

Deutschland geht mit guten Erinnerungen ins Duell: Schon in der WM-Vorbereitung verloren die Eidgenossen 0:2 gegen das DEB-Team.

1995, beim letzten kapitalen WM-Fehlstart, stieg die Schweiz ab.

[kaltura id="0_ixgxm54z" class="full_size" title="EXKLUSIV: Die deutsche Kabine hautnah"]

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