Tobias Rieder steht für die Möglichkeiten von Pat Cortina. Top ausgebildet in den USA, ist er Wunschspieler vieler DEL-Klubs.

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Vom DEB-Team berichtet Patrick Mayer

Mannheim ? Er sei stolz darauf, dieses Trikot zu tragen, sagt Tobias Rieder.

Der Dress mit dem Bundesadler hat es dem 21-Jährigen angetan. Er hat dieses Glitzern in den Augen, wenn er von seinen Eindrücken bei der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft erzählt.

Drei Länderspiele hat der gebürtige Landshuter nun mit dem DEB-Team in der Vorbereitung auf die WM in Weißrussland (ab 9. Mai LIVE im TV bei SPORT1) bestritten.

Beim 2:0 gegen die Schweiz war er der Matchwinner. Der Nordamerika-Legionär hinterlässt einen überragenden Eindruck.

Kaum jemand hatte den AHL-Crack auf dem Zettel - bis auf Bundestrainer Pat Cortina. Der hat viel mit ihm vor. Rieder ist konterstarker Unterzahlspezialist, unnachgiebiger Penalty-Killer und kaltschnäuziger Vollstrecker in einem. Das hat längst auch das Interesse einiger DEL-Klubs geweckt.

Instinkt-Stürmer

Dass Rieder bei der WM mit dabei sein wird, daran hat spätestens nach seinem Galaauftritt in Mannheim gegen Vize-Weltmeister Schweiz kaum jemand einen Zweifel (BERICHT: Deutsche mit Deja-vu zur WM-Form).

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Er bereitete an Ort und Stelle, wo das DEB-Team bei der Heim-WM 2010 gegen denselben Gegner ins Halbfinale eingezogen war, das 1:0 durch Daniel Pietta (28. Minute) vor und erzielte das 2:0 mit einem traumhaft herausgespielten Tor (35.) selbst. Cortina sieht in ihm alle Eigenschaften eines Instinkt-Stürmers.

"Er steht immer da, wo er stehen muss. Er arbeitet defensiv mit, killt Penaltys. Er geht immer zum richtigen Zeitpunkt wieder vom Eis und er hat uns allen gezeigt, was er mit der Scheibe anfangen kann, wenn er sie erst mal hat", sagte der Bundestrainer spürbar beeindruckt.

Cortina weiß: Rieder ist einer, mit dem er arbeiten, an dessen Fähigkeiten er feilen kann. "Er ist auf jeden Fall ein Mann für die Weltmeisterschaft."

Treffsicher, diszipliniert, hartnäckig

Dort wird er Stürmer brauchen, die aus wenigen Chancen Tore erzielen. In der Vergangenheit des deutschen Eishockeys war das keine Selbstverständlichkeit.

Rieder ist der Prototyp des Angreifers, wie ihn sich Cortina vorstellt. "Was mir an ihm gefällt?", fragte der Bundestrainer in den Katakomben der SAP-Arena in die Presserunde. "Er ist extrem diszipliniert."

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Und Rieder ist ein Bursche, wie ihn jeder Coach gerne hat. Er weiß, was er kann. Aber er belässt es nicht dabei oder ruht sich gar aus.

"Dieses Jahr habe ich viel daran gearbeitet, Scheiben schnell zu bekommen und schnell wieder zu schießen. Es hat sich ausgezahlt, ich habe die Scheibe schnell angenommen und schnell geschossen", erzählte er im Gespräch mit SPORT1.

Rieder arbeitet unablässig

Ansatzlos hatte er nach feinem Zuspiel von Leon Draisaitl den Schläger hingehalten - einfach, aber effektiv.

Seine Abgebrühtheit kommt nicht von ungefähr. "Nach dem Training stehe ich auf dem Eis und schieße noch hunderte Scheiben", schilderte er: "Man muss immer bereit sein. Jedes Mal, wenn ich in die Nähe des Tors komme, bin ich bereit." Einfach, aber effektiv eben.

So cool Rieder vollstreckt, so zurückhaltend spricht er über seine Leistung. In Mannheim hob er die Spielmacher-Qualitäten Draisaitls? (INTERVIEW: "Wir dürfen jetzt nicht rumweinen") hervor. Gemeinsam verschaffen sie Cortina neue Möglichkeiten.

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Es geht auch offensiv

Rieder ist der Wing Man, wie ihn sich jeder Mitspieler wünscht.

"Mit Leon zu spielen ist sehr simpel, weil er ein super Spielmacher ist. Da muss man sich einfach nur freilaufen, die Scheibe kommt eh genau auf den Schläger", sagte er. Doch jeder Spielmacher braucht den Stürmer, der im richtigen Moment kreuzt.

Deutschland, das zeigt diese Kombo auf Eis, kann auch offensiv Spiele gewinnen (BERICHT: Verteidigen ist die deutsche Identität). Ihre Sturmreihe ist Cortinas? Geheimwaffe. Kaum ein Gegner kennt Rieders? Namen.

Die Schweizer jetzt bestimmt. Die Scouts der DEL werden aufmerksam hinschauen bei der WM - und vielleicht ja sogar manch' Beobachter aus Nordamerika. Tobias ?Tobi? Rieder ist bis dahin erst mal eines: "Stolz, dieses Trikot zu tragen."

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