In seiner SPORT1-Kolumne nennt Rick Goldmann die Gründe für die verpasste Olympia-Quali. Das Scheitern kann ein Neuanfang sein.

Hallo Eishockey-Freunde,

Die Enttäuschung ist natürlich groß. Die deutsche Mannschaft hat sich nicht für die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi qualifiziert.

Mit der Niederlage gegen Italien hat sich bereits angedeutet, was gegen Österreich nun wahr geworden ist.

Erfreulich ist, dass es die Frauenmannschaft geschafft hat. Herzlichen Glückwunsch dazu.

Für Pat Cortina war es ein bitterer Einstand. Gleich im ersten wichtigen Turnier ist er mit seiner Mannschaft gescheitert. Das gilt es festzuhalten, auch wenn man ihm direkt keine Vorwürfe machen kann.

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Woran hat das Scheitern der Jungs gelegen?

Meiner Meinung nach war die deutsche Mannschaft in allen drei Spielen die bessere. Über weite Strecken konnten sie mehr Druck auf das gegnerische Tor entfachen. Aber es hat am Entscheidenden gefehlt, an den Toren.

In der Defensive hat die deutsche Mannschaft wenig zugelassen, aber der Spielaufbau war oft zu kompliziert, der erste Pass nicht gut genug.

Sicherlich haben auch wichtige Spieler gefehlt wie Frank Hördler in der Defensive oder auch Christoph Schubert mit seinem Schuss in Überzahl.

Dennoch hätte man mit den Möglichkeiten, die man herausgespielt hatte, alle drei Spiele für sich entscheiden müssen.

Es hat natürliche enorme Auswirkungen, einerseits, dass das Eishockey nicht nur in der öffentlichen Wahrnehmung einen Schaden davon nimmt, andererseits auch finanzielle.

Die Fördergelder vom Bundesministerium des Inneren werden nur an bei Olympia vertretene Sportarten verteilt, da muss der DEB mit weniger rechnen. Die Teilnahme der Frauen reicht da nicht aus.

Die reduzierten Fördergelder schlagen sich vor allem auf den Nachwuchs nieder. Ich hoffe, dass die Auswirkungen nicht zu groß sind.

Das Scheitern kann aber auch ein Neuanfang bewirken. Denn es müssen neue Wege gefunden werden, um den Nachwuchs weiterhin gut zu fördern, denn optimal ist es in Deutschland eh nicht.

Der DEB muss darüber nachdenken und Wege finden, und jetzt müssen sich die Leute beim DEB beweisen, wie gut sie sind.

Und wenn es das einzig Positive ist, was nach der Enttäuschung herauskommt.

Aber es ist eine schwierige Aufgabe und ich weiß nicht, wie der DEB das schaffen soll.

Euer Rick Goldmann

Erich Goldmann, 36, stand 126 Mal für die deutsche Nationalmannschaft auf dem Eis. Der Verteidiger, der beim NHL-Draft 1996 an 212. Position von den Ottawa Senators gezogen wurde, bestritt ein Spiel in der NHL. Nach einer schweren Sprunggelenksverletzung beendete er 2008 beim EHC München seine Laufbahn. In seiner Karriere bestritt er für den EV Landshut, Adler Mannheim, Kaufbeurer Adler, Moskitos Essen, ERC Ingolstadt und Iserlohn Roosters 500 DEL-Spiele. Für SPORT1 kommentiert Goldmann seit 2008 die Spiele der Nationalmannschaft.

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