Deutschland gewann mit Patrick Hager (l.) das letzte Duell gegen Österreich mit 4:3 © SPORT1

Für die DEB-Auswahl geht es im Endspiel ums Olympia-Ticket auch um die Zukunft. Die Spieler sind von der Qualifikation überzeugt.

Von der Olympia-Qualifikationberichtet Rainer Nachtwey

Bietigheim - Die Frauen haben es bereits vorgemacht, nun wollen die Männer nachziehen.

Ein Sieg trennt die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft von der Olympia-Teilnahme in Sotschi - allerdings ein Sieg nach 60 Minuten.

Dies ist die Voraussetzung für die Qualifikation beim Vier-Nationen-Turnier in Bietigheim, bei dem es heute gegen Österreich (So., ab 15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) zu einem echten Endspiel um den Turniersieg und damit verbunden das letzte Ticket für die Winterspiele 2014 geht.

Cortina bringt das Spiel auf einen Nenner

"Wir haben eine gute Chance, wir müssen Österreich schlagen, dann sind wir bei Olympia", sagte Bundestrainer Pat Cortina vor dem wichtigsten Spiel des Jahres.

Es ist ein Do-or-Die-Spiel, bei dem es auch aufgrund der Fördergelder um mehr als nur einen Sieg geht. Zumal es auch um die Zukunft von Cortina als Bundestrainer geht.

Stimmung ist gut

Denn bei einem Scheitern würden die Spekulationen um den gerade erst für drei Jahre als Bundestrainer verpflichteten Italo-Kanadier losgehen.

Immerhin hat die Niederlage am Freitag gegen Italien nach Verlängerung (BERICHT: Nervenkitzel statt Enttäuschung) hat den Spielern keine Spuren hinterlassen. "Wir wissen genau, was wir machen müssen. Darauf bereiten wir uns vor", meinte Constantin Braun.

"Österreicher sind jetzt der härteste Brocken"

Dennoch nehmen die Spieler den sich stark präsentierenden Gegner nicht auf die leichte Schulter. "Die Österreicher sind jetzt der härteste Brocken, auch wenn wir gegen Italien verloren haben", bemerkte Keeper Dennis Endras.

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Gegen Österreich muss sich die DEB-Auswahl im Vergleich zum Niederlande- und Italien-Spiel steigern, mehr Zug zum Tor bringen und vor allem die Rebounds vor dem gegnerischen Kasten bekommen.

"Wir müssen konsequent spielen, die Scheiben tief bringen. Unsere Stärke ist es, im Drittel des Gegners die Scheibe aufs Tor zu bringen. Und wenn wir das schaffen über 60 Minuten, dann haben wir eine Chance", sagte Endras.

Österreich mit Shootingstar im Tor

Denn bei den Österreichern steht mit Bernhard Starkbaum der Shootingstar der schwedischen Eliteserien im Tor.

Mit sechs Shutouts und der viertbesten Bilanz aller Torhüter wird der 26 Jahre alte Liga-Neuling von den schwedischen Medien als die Überraschung der Saison gefeiert.

SPORT1 hat die Fakten zur zweiten Partie der Olympia-Qualifikation.

Personal:

Patrick Reimer, der sich gegen die Niederlande verletzte, steht vor einer Rückkehr in den Kader. Gegen Italien verzichtete der Bundestrainer noch auf den Nürnberger Stürmer.

Reimer soll die Abschlussschwäche beheben, denn mit einer Schusseffizienz von nicht ganz 6,4 Prozent ist die DEB-Auswahl die schwächste der vier Nationen.

Im Tor beginnt wie gegen die Niederlande Rob Zepp. Endras muss nach seinem Einsatz bei der Pleite gegen Italien wieder auf die Reservebank.

Latusa bereits abgereist

"Patrick hilft uns auf jeden Fall. Er ist ein brandgefährlicher Stürmer, der auch einen Mordshammer hat", meinte Felix Petermann und Cortina ergänzte: "Wir haben ihn sicherlich vor dem Tor vermisst."

Die Österreicher haben zwei Verletzte zu beklagen. Manuel Latusa ist nach einem Bänderriss im Knie bereits abgereist, Daniel Welsers Einsatz entscheidet sich nach einer Gehirnerschütterung wohl erst kurz vor dem Spiel.

Statistik:

Gegen Österreich gewann die deutsche Mannschaft zuletzt beim Freundschaftsspiel in Wien zu Ehren des 100. Geburtstags des ÖEHV mit 4:3. Zuvor gab es bei der Vorbereitung auf die WM 2011 in Bratislava zwei Siege, 4:2 in Landshut und 7:0 in Rosenheim.

Die letzte Niederlage setzte es in Bern bei der WM 2009. In der Abstiegsrunde unterlag die damals von Uwe Krupp trainierte Mannschaft mit 0:1. Gebracht hatte es den Österreichern trotzdem nichts.

Gute Erinnerung an die letzte Olympia-Quali

Österreich stieg auch als Zweiter ab, da die drittplatzierte DEB-Auswahl für die folgende WM 2010 in Deutschland als Gastgeber automatisch gesetzt war.

Den letzten Vergleich bei einem Olympia-Qualifikationsturnier gab es 2009 in Hannover. Durch den 2:1-Sieg im zweiten Gruppenspiel stand die deutsche Mannschaft bereits als Teilnehmer fest.

Insgesamt liegt die Bilanz aus Sicht des DEB bei 25 Siegen, vier Unentschieden und zehn Niederlagen.

Das sagen die Akteure:

Pat Cortina: Wir müssen uns mehr auf das auf dem Eis konzentrieren. Wir müssen uns mehr Rebounds oder zweite Chancen erarbeiten.

Dennis Endras: Die Österreicher sind jetzt der härteste Brocken. Wir müssten gegen Österreich gewinnen. Am Sonntag drei Punkte und alles ist gut.

Constantin Braun: Wir gewinnen, weil es einfach Österreich ist. Wir sind Deutschland, die sind Österreich, und die letzten Male haben wir immer Österreich geschlagen, um zu Olympia zu kommen. Warum sollten wir jetzt damit aufhören.

Andre Lakos (Österreich): Gegen Deutschland sind es immer sehr enge Spiele. Es wird auf die Defensive ankommen. Wir müssen hinten dicht machen. Irgendwann ist immer das erste Mal, dass sich Deutschland nicht für Olympia qualifiziert. Am Sonntag ist die Zeit gekommen.

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