Alexander Barta begann seine Karriere bei den Eisbären Juniors Berlin © imago

Cortina sieht beim Auftaktsieg erst im 3. Drittel sein Spiel umgesetzt. Barta lobt er nicht nur wegen dessen Scorerpunkten.

Von der Olympia-Qualifikationberichtet Rainer Nachtwey

Bietigheim - Pat Cortina quälte sich zu einem Lächeln.

"Ich bin glücklich über den Sieg, aber nicht zufrieden", sagte der Bundestrainer nach dem 5:1-Auftaktsieg der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft gegen den krassen Außenseiter Niederlande (Bericht) bei der Olympia-Qualifikation.

"Wir haben uns nicht an unseren Gameplan gehalten."

Nervosität zu Beginn

Rund eine Stunde zuvor hatte Cortina noch lautstark schimpfend hinter der Bande gestanden. "Unsere Leistung war über weite Strecken nicht gut", hielt der Bundestrainer fest.

Denn so wie sich Cortina zu einem Lächeln quälte, so hatte sich sein Team über 40 Minuten gegen den Weltranglisten-24. gequält.

Zwar gelang es seinem Team, früh Chancen zu erzwingen und den Kasten des niederländischen Keepers Ian Meierdres unter Beschuss zu nehmen, die Nervosität war dem Gastgeber und Topfavoriten dennoch deutlich anzumerken.

"Dann können wir gutes Eishockey spielen"

Trotz früher 2:0-Führung leisteten sich Cortinas Mannen zahlreiche Scheibenverluste.

"Wir haben zu viele Leichtsinnsfehler an der Scheibe gemacht. Wir wollten schnell von hinten raus spielen, das ist uns zu oft nicht gelungen", sagte Stürmer Marcus Kink: "Da war viel Nervosität dabei, aber im Laufe des Spiels ist es dann besser geworden."

Allerdings dauerte es bis ins letzte Drittel hinein, bis sich die DEB-Auswahl dem Spiel annäherte, das Cortina von seinen Mannen sehen wollte.

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"Im letzten Drittel haben wir gezeigt, wenn wir einfach spielen, wenn wir die Scheibe zum Tor bringen, wenn wir die Scheibe in der gegnerischen Zone halten, dann können wir gutes Eishockey spielen", meinte auch Kapitän Michael Wolf.

Großes Lob für Barta

Bis dahin hatte sich die deutsche Mannschaft auf Routinier Alex Barta verlassen können. Nachdem der Schweden-Legionär bereits das 1:0 erzielt und das 2:0 vorbereitet hatte, sorgte er mit 3:1 kurz vor dem Ende der zweiten 20 Minuten für Aufatmen.

"Er war unser bester Spieler. Nicht nur wegen der fünf Punkte, er hat am härtesten gearbeitet", stellte Cortina Bartas Leistung heraus: "Die Punkte kommen, wenn du hart und richtig arbeitest von allein."

Großer Respekt vor Italien

Für den 30 Jahre alten Mittelstürmer, der zusätzlich noch das 4:1 durch Kapitän Wolf und das 5:1 von Moritz Müller vorbereitet hatte, war es das erste Fünf-Punkte-Spiel bei 130 Länderspielen.

"Fünf Punkte schön und gut, aber man darf nicht vergessen, das war Holland", relativierte Barta seine Leistung.

Gegen den kommenden Gegner Italien (ab 19.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) erwartet der Stürmer von Rögle BK einen weitaus härteren Gegner.

"Wir haben uns letztes Jahr bei der WM sehr schwer getan. Die Italiener haben ein sehr, sehr großes Herz, die werden alles geben, uns zu schlagen", prognostizierte er.

Cortina setzt auf Lerneffekt

Daher fordert Bundestrainer Cortina für die Partie gegen den Weltranglisten-16. vor allem eines: Konzentration auf das Spiel.

"Wir dürfen nicht ans Gewinnen oder Verlieren denken oder an Sotschi. Wir müssen uns auf Eishockey konzentrieren", gab der Italo-Kanadier die Marschroute gegen das Heimatland seiner Eltern vor.

"Gegen die Niederlande wurde versucht, viele Tore zu schießen, aber nicht gutes Hockey zu spielen. Daraus müssen wir lernen."

Zepp-Einsatz "richtig"

Wen Cortina gegen Italien im Tor bringen wird, ließ er offen.

"Das entscheiden wir erst nach dem Training", sagte er, stellte aber Keeper Rob Zepp, der nur zehn Schüsse auf das Tor bekam, ein gutes Zeugnis aus.

"Robs Stärke ist, dass er sich sehr stark auf etwas fokussieren kann. Er ist sehr routiniert. Ihn interessiert es nicht gegen wen es geht, er ist immer bereit", lobte Cortina.

"In so einer Situation war das in unseren Augen die richtige Entscheidung", ergänzte Cortina und dann huschte ihm doch noch ein weiteres Lächeln übers Gesicht - diesmal nicht gequält.

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