Michael Wolf liegt in der DEL mit 20 Toren und 27 Assists auf Platz 2 der Topscorer © getty

Das DEB-Team will nach Sotschi. Kapitän Michael Wolf spricht bei SPORT1 über Auftaktgegner Niederlande und das Erlebnis Olympia.

Von der Olympia-Qualifikationberichtet Rainer Nachtwey

Bietigheim/München - Keine NHL-Stars, drei verletzte Leistungsträger.

Dennoch geht die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft als klarer Favorit ins Olympia-Qualifikations-Turnier in Bietigheim (ab 19.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Eine wichtige Aufgabe als Führungsspieler kommt daher auf Michael Wolf zu. Der zweitbeste DEL-Scorer bringt es auf 113 Länderspiele und wird die Mannschaft wie schon bei der WM in Bratislava 2011 und dem vergangenen Deutschland Cup als Kapitän aufs Eis führen.

Aber Wolf sieht sich nicht alleine in der Pflicht. "Es gibt genug Spieler im Kader, die in ihrem Klub auch Kapitän und Führungsspieler sind", sagt der Iserlohner Flügelstürmer zu SPORT1.

Im SPORT1-Interview spricht Michael Wolf über den Auftaktgegner Niederlande, Duelle mit Österreich und das großartige Erlebnis Olympia.

SPORT1: Herr Wolf, Sie waren bereits in Vancouver dabei. Was bedeuten die Teilnahme an Olympischen Spielen für Sie persönlich?

Michael Wolf: Die Olympischen Spiele sind für jeden Sportler ein Traum. Ich durfte 2010 dabei sein, und mein Ziel ist es, dass ich das wieder erleben darf. Wir werden auf jeden Fall alles dafür tun, damit wir in Sotschi auch wieder am Start sind.

SPORT1: Sie sind einer von nur noch fünf Spielern aus dem Olympia-Kader. Können Sie der Mannschaft durch die Erlebnisse von Vancouver noch zusätzlich Motivation verleihen?

Wolf: Ich glaube nicht, dass ich das brauche. Die Jungs sind alle heiß darauf. An Motivation wird es sicherlich nicht fehlen. Jeder weiß, was Olympia bedeutet.

SPORT1: Der erste Gegner sind die Niederlande. Wenn Sie Niederlande hören, denken Sie bestimmt nicht an Eishockey. Was wissen Sie über Ihren Gegner?

Wolf: Von den Holländern weiß man sicherlich nicht sehr viel. Aber wir wissen, dass sie sich im Qualifikationsturnier gegen stärkere Gegner durchgesetzt haben. Wir werden sie auf keinen Fall unterschätzen. Wichtig ist, dass wir unser Spiel abrufen.

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SPORT1: Ihr Trainer in Iserlohn, Doug Mason, war lange Zeit in den Niederlanden tätig. Haben Sie sich bei ihm Tipps geholt?

Wolf: Nein, nein. Das brauche ich auch nicht. Wir sind ganz klarer Favorit. Wir müssen unsere Leistung auf dem Eis abrufen, dann gewinnen wir dieses Spiel auch.

SPORT1: Anschließend geht es gegen die Italiener. Bei der WM in Stockholm gab es ein 3:0. Ist es ein Vorteil, gegen Italien zuletzt schon gewonnen zu haben?

Wolf: Das weiß ich nicht. Wir haben sie zwar geschlagen, aber uns lange sehr schwer getan. Aber wir wissen genau, was uns da erwartet. Diese Spiele werden sicherlich kein Spaziergang.

SPORT1: Am Schluss geht es gegen die Österreicher. Wird es am Sonntag das prognostizierte Endspiel um den Olympia-Platz geben?

Wolf: Vom Papier sieht es schon so aus, dass Österreich der härteste Gegner ist. Wichtig ist aber, dass wir uns erst einmal auf das Spiel gegen die Niederlande konzentrieren. Dann gilt es, sich auf das Italien-Spiel zu konzentrieren. Danach erst interessieren uns die Österreicher. Aber wir wissen auch noch von vor vier Jahren, als es in der Quali auch gegen die Österreicher ging, dass es extrem eng war. Es ist jedem bewusst, dass es knüppelhart wird.

SPORT1: Wie sehr schmerzen die verletzungsbedingten Ausfälle von Thomas Greilinger, Christoph Schubert und Frank Hördler?

Wolf: Wir haben eine sehr gute Mannschaft. Im Training sieht das schon sehr gut aus. Natürlich tun Ausfälle wie die von Schubi, Hördler oder einem Topstürmer wie Thomas Greilinger weh. Aber wir werden das als Mannschaft kompensieren. Wir haben genug Qualität im Kader, um die Qualifikation zu schaffen.

SPORT1: Die drei gehörten bisher zu den Führungsspielern, auch die NHL-Stars wie Ehrhoff oder Goc sind nicht dabei. Sehen Sie sich als Kapitän nun besonders gefordert?

Wolf: Wir haben genug Spieler, die Verantwortung übernehmen können. Ich freue mich natürlich und bin sehr stolz darauf, dass ich das C auf der Brust tragen darf. Aber es gibt genug Spieler im Kader, die in ihrem Klub auch Kapitän und Führungsspieler sind.

SPORT1: Bei Ihnen läuft es persönlich wieder sehr gut. Hat die lange Pause nach der Saison, wenn auch verletzungsbedingt, gut getan?

Wolf: Die Verletzungspause hat sich länger hingezogen, als wir es erwartet haben. Vielleicht war es ganz gut, dass der Körper ein bisschen runterfahren konnte und ich die eine oder andere Woche länger Pause hatte. Aber wenn ich die Chance habe, bei einer WM mitzuspielen, dann will ich die auch spielen.

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