Der Italo-Kanadier Pat Cortina betreute von 2003 bis 2009 das Nationalteam Ungarns © imago

Das DEB-Team überzeugt gegen die Schweiz endlich auch in der Defensive. Gegen die Slowakei fehlt ein Schritt zum Turniersieg.

Vom Deutschland Cup berichtenRainer Nachtwey und Dominik Laska

München - Aus Marcus Kink sprudelte es geradezu nur so heraus. Der Stürmer der Mannheimer Adler war nach dem zweiten Sieg im zweiten Turnierspiel richtig in Plauderlaune.

"Wollt's noch was wissen", fragte Kink in die Journalistenrunde nach dem 2:0-Sieg gegen die Schweiz (Bericht). "Nicht? Dann wünsche ich noch einen schönen Abend."

Die Lockerheit von Arbeitstier Kink spiegelt die derzeitige Stimmung in der deutschen Mannschaft bestens wieder.

Locker, aber gleichzeitig sehr konzentriert und diszipliniert, mit diesen Attributen überzeugt die Auswahl des neuen Bundestrainers Pat Cortina. (SERVICE: Spielplan Deutschland Cup)

Turniersieg vor Augen

Und nach dem zweiten Sieg im zweiten hat das DEB-Team den fünften Triumph beim Deutschland Cup in München vor Augen. Einen vorzeitigen Erfolg verhinderte die Slowakei durch ein 5:2 über Team Kanada (News).

Im abschließenden Turnierspiel benötigt die deutsche Mannschaft einen Punkt gegen den Titelverteidiger (ab 16.30 LIVE im TV auf SPORT1), um sich den dritten Triumph in den letzten vier Jahren zu sichern.

"Klar bedeutet das etwas", stellte der überragende Keeper Dennis Endras fest. "Wir wären alle happy, wenn es klappt."

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Und Cortina ergänzte: "Für die Olympia-Quali im Februar bringt es uns wenig. Aber wir sammeln dadurch mehr Selbstvertrauen und sehen, dass wir etwas richtig machen."

Defensive deutlich verbessert

In dem intensiven Spiel gegen die Schweizer stellte die Cortina-Truppe dies bereits unter Beweis.

In der Defensive zeigte sie sich stark verbessert und ließ das zum Teil chaotische Auftreten beim WM-Debakel in Schweden unter Vorgänger Köbi Kölliker vergessen.

"Man sieht schon viele Ansätze", meinte Felix Petermann, der Cortina bereits aus München als Vereinstrainer gut kennt. "In der eigenen Zone spielen wir ein bisschen anders, ein bisschen aggressiver."

[kaltura id="0_fsow3bn1" class="full_size" title="DEB Team siegt erneut Titel zum Greifen nah"]

Schwachstelle im Powerplay behoben

Zumal auch die Schwachstelle vom Vortag, als die deutsche Mannschaft beim 3:2-Erfolg über Kanada Powerplaychancen verstreichen ließ, diesmal frühzeitig behoben wurde. (BERICHT: Traumstart für Cortina)

Bereits in der fünften Minute verwandelte Christoph Ullmann einen Abpraller zum Führungstreffer. Das Tor sollte der Cortina-Truppe zum Sieg reichen.

Denn mit viel Einsatz, Disziplin und starkem Unterzahlspiel ließ die Mannschaft kaum Möglichkeiten der Schweizer zu. "Wir haben einem guten Team kaum Chancen gegeben. So muss man spielen", sagte der Bundestrainer.

Erneut schwache Chancenverwertung

Andererseits war die altbekannte Schwäche im Abschluss nicht zu übersehen. Mehrmals vergaben die deutschen Spieler gute Einschusschancen.

Frank Hördler (4.), Marcel Müller (7.), Michael Wolf (25.), Garret Festerling (25.), David Wolf (36., 44.) und Ullmann (50.) verpassten es, den Vorsprung bereits vorher auszubauen, ehe Philip Gogulla sieben Sekunden vor Schluss mit einem Treffer ins leere Tor den Endstand herstellte.

Nicht nur deshalb warnte der 48 Jahre alte Italo-Kanadier Cortina vor verfrühter Euphorie. "Wir sind noch nicht so weit. Mal schauen wie die Jungs gegen die Slowakei reagieren."

Kotschnew darf ran

Gegen den Titelverteidiger wird dann Dimitrij Kotschnew anstelle von Endras zwischen den Pfosten stehen.

Nach Rob Zepp am Vortag gegen die Kanadier überzeugte auch Endras Cortina mit seiner Klasse. "Wir hatten wieder einen sehr starken Keeper", lobte Cortina den Mannheimer Torwart.

Und Endras' und Zepps Konkurrent Kotschnew meinte: "Wir haben viele sehr gute Keeper. Das ist für den Coach natürlich angenehm."

Das angenehme Gefühl kann Cortinas Mannschaft dann am Sonntag mit dem Turniersieg perfekt machen.

Ein schöner Abend war es dennoch für die DEB-Auswahl.

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