Stürmer Alex Barta spielt bei Rögle BK in der schweidischen Eliteserien © imago

Der Deutschland Cup ist für die DEB-Cracks der Startschuss für die Bewerbung auf einen Kader-Platz für die Sotschi-Quali.

Vom Deutschland Cup berichtenRainer Nachtwey und Gari Paubandt

München - Es ist Premiere und Generalprobe zu gleich:

Für den neuen Bundestrainer Pat Cortina geht es in seinem ersten Auftritt beim Deutschland Cup (ab 19.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM) gleich darum, eine schlagkräftige Truppe für die im Februar stattfindende Olympia-Qualifikation zusammenzustellen.

"Die Olympia-Quali ist eine große Herausforderung. Das ist unser großes Ziel dieses Jahr. Darum ist diese Woche noch wichtiger. Wir wollen herausfinden, wer unser Team ist", sagt der gebürtige Kanadier bei SPORT1.

Deutschland Cup als Vorbereitung

Schweden-Legionär Alexander Barta, der im Vorjahr noch auf den Deutschland Cup verzichtet hatte, weiß um die Bedeutung des Vier-Nationen-Turniers mit Kanada, Slowakei und der Schweiz.

"Es ist unser einziges Vorbereitungsturnier auf die Olympia-Qualifikation. Mit der Nationalmannschaft hat man leider wenig Zeit sich vorzubereiten. Deswegen werden wir die paar Tage und die drei Spiele dafür nutzen", sagt der ehemalige Hamburger bei SPORT1.

Buchwieser gibt Titel als Ziel aus

Dementsprechend rücken die Ergebnisse vorerst in den Hintergrund.

"Als Team wollen wir drei gute Spiele zeigen. Wir wollen zusammenarbeiten, wir wollen zusammen Spaß haben, das genießen", beschreibt Cortina die Ziele. "Und ich hoffe, das bedeutet auch gute Resultate."

Dennoch sind seine Spieler auf Erfolg aus. So setzt sich Martin Buchwieser den Turniersieg als Ziel. "Ich hoffe wir gewinnen das Ding. Ganz klar. Jede Mannschaft ist zu schlagen", sagt der Stürmer vom EHC Red Bull München bei SPORT1.

Der Münchner Publikumsliebling, der bereits seit drei Jahren unter dem neuen Bundestrainer spielt, weiß aber auch, dass es primär um das große Ziel Sotschi 2014.

"Wir müssen beim Deutschland Cup zusammenfinden, um im Februar das Ding zu gewinnen, damit wir zu Olympia fahren können. Das will jeder. Das ist ganz wichtig für uns", erklärte Buchwieser (EXKLUSIV: Martin Buchwieser im SPORT1-Interview).

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Die Männer hinter den Spielern

Zumal es beim Deutschland Cup auch darum geht, sich beim neuen Bundestrainer nachhaltig für die Kader-Plätze für die Olympia-Quali zu empfehlen, die vom 7. Bis 10. Februar 2013 in Bietigheim gegen Österreich, Italien und einen noch ausstehenden Qualifikanten ausgetragen wird.

Allerdings will Cortina mehr als nur den Eishockeyspieler sehen.

"Wir wollen die Männer hinter den Spielern kennenlernen. Wir wollen wissen, wie sie auf persönlicher Ebene damit umgehen. Wir wissen wie sie spielen, weil wir sie beobachtet haben, weil wir sie in der Liga trainieren oder gegen sie spielen", sagt Cortina.

"Aber unser Ziel ist es herauszufinden, wer wir sind, wie wir in den verschiedensten Situationen und Umständen reagieren. Physisches Spiel, technisches Spiel, Frustration - wie gehen wir damit um? Das ist unser Ziel als Trainerstab." (BERICHT: Cortinas Suche nach den wahren Typen)

Weg vom Mann gegen Mann

In den ersten Übungseinheiten ist eine andere Herangehensweise als bei Vorgänger Köbi Kölliker zu erkennen. "Auffällig ist, dass Cortina in der eigenen Zone weg vom Mann gegen Mann und wieder zurück zu einer Art Zonenspiel geht", erklärt SPORT1-Experte Rick Goldmann. "Und in der Offensive ist viel Zug zum Tor zu erkennen."

Auch der neue Co-Trainer Clement Jodoin, der für Cortina seit Jahren eine Bezugsperson ist, macht auf Goldmann einen guten Eindruck. "Cortina überlässt ihm Powerplay und Unterzahl. Generell wird viel Augenmerk auf die Special Teams gelegt. In jeder Einheit viel Überzahl trainiert."

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Schopper und Reimer fallen aus

Nach dem ersten Training ereilte Cortina dann aber bereits ein Rückschlag: Benedikt Schopper und Patrick Reimer müssen aus Verletzungsgründen den Deutschland Cup sausen lassen.

Für das Duo nominierte der Bundestrainer keine weiteren Spieler nach.

Die ersten Castings seines Kaders für Sotschi bieten sich Cortina bei den Duellen mit Team Kanada, Vizeweltmeister Slowakei und der alte Rivale Schweiz - auch wenn die drei Länder wie die deutsche Mannschaft auf NHL-Spieler verzichten bzw. verzichten müssen.

"Die Kanadier spielen mit Spielern, die nicht aus der NHL kommen, aber auf NHL-Erfahrung zurückblicken und die gerade in Topform spielen", sagt Franz Reindl im Gespräch mit SPORT1 über den Auftaktgegner: "Andere Spieler sind Lockout bedingt nicht in Form. Auf diese Spieler hat Kanada verzichtet."

Slowaken mit KHL-Spielern

Bei den Slowaken verdienen 16 Spieler ihr Geld in der KHL, 12 Akteure standen vor einem halben Jahr noch im Endspiel der Eishockey-WM in Helsinki und Stockholm (NEWS: Kanada ohne NHL-Stars - Slowakei baut auf KHL).

"Die Slowaken sind der Geheimfavorit. Sie sind sehr, sehr gut aufgestellt", beschreibt Reindl den Titelverteidiger.

Das DEB-Aufgebot im Überblick:

Tor: Dimitrij Kotschnew (Hamburg Freezers), Dennis Endras (Adler Mannheim), Rob Zepp (Eisbären Berlin)

Verteidigung: Sinan Akdag (Krefeld Pinguine), Moritz Müller (Kölner Haie), Jens Baxmann, Frank Hördler (beide Eisbären Berlin), Nikolai Goc (Adler Mannheim), Benedikt Kohl, Florian Ondruschka (Straubing Tigers), Felix Petermann (EHC München)

Sturm: Alexander Barta (Rögle BK/Schweden), Martin Buchwieser (EHC München), Garret Festerling, Jerome Flaake, David Wolf (alle Hamburg Freezers), Kai Hospelt (EHC Wolfsburg), Marcus Kink, Frank Mauer, Christoph Ullmann (alle Adler Mannheim), Philip Gogulla, Felix Schütz (beide Kölner Haie), Thomas Greilinger (ERC Ingolstadt), Marcel Müller (MoDo Hockey/Schweden), Daniel Pietta (Krefeld Pinguine), Michael Wolf (Iserlohn Roosters)

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