Martin Buchwieser (r.) im Gespräch mit SPORT1-Redakteur Rainer Nachtwey © SPORT1

Martin Buchwieser spricht über den neuen Bundestrainer Cortina, die Situation in München und das Ziel Olympia-Qualifikation.

Vom Deutschland Cup berichtet Rainer Nachtwey

München - Kaum einer dürfte den neuen Bundestrainer so gut kennen wie er.

Seit drei Jahren spielt Martin Buchwieser beim EHC München, seit drei Jahren heißt sein Vereinstrainer Pat Cortina.

Und Cortina ist nun auch Bundestrainer und gibt beim Deutschland Cup in seiner neuen Heimat München sein Debüt hinter der Bande.

"Er ist ein harter Hund auf dem Eis", beschreibt Buchwieser im Gespräch mit SPORT1 seinen Coach, "aber man kann außerhalb des Eises sehr gut mit ihm reden, über alles reden. Er ist immer zu einem Spaß aufgelegt."

Aber auch für Buchwieser ist das Vier-Nationen-Turnier, bei dem Deutschland im ersten Spiel am Freitag auf Kanada trifft (ab 19.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM), nicht nur wegen dem Heimspiel etwas Besonderes.

Im November 2010 lief der Flügelstürmer erstmals für die deutsche Nationalmannschaft auf.

Im SPORT1-Interview spricht Martin Buchwieser über den neuen Bundestrainer Pat Cortina, seine Situation in München und das große Ziel Olympia-Qualifikation.

SPORT1: Herr Buchwieser, Sie spielen mit 8 Toren in 18 Spielen eine starke Saison, sind Sie frustriert, weil es mit dem EHC nicht so gut läuft?

Martin Buchwieser: Ja, schon ein wenig. Wir machen uns das Spiel eigentlich immer selber kaputt. Wir spielen 40, 50 Minuten sehr gut und dann haben wir immer zehn Minuten, in denen wir das Spiel dann verhauen. Das müssen wir versuchen irgendwie abzustellen. Dann wird es auch wieder besser werden. Das ist aber teilweise schon sehr frustrierend.

SPORT1: Sie sind in München Kapitän. Welche Veränderungen ergeben sich für SIe durch das C auf der Brust?

Buchwieser: Man steht natürlich mehr in der Verantwortung und muss mehr Druck aushalten. Ich werde immer gleich angesprochen, wenn es nicht läuft. Ich freue mich aber, dass ich der Kapitän bin.

SPORT1: Beim Deutschland Cup 2010 haben Sie Ihr Debüt in der Nationalmansnchaft gegeben. Ist etwas Besonderes für Sie, in der Heimat für Deutschland aufzulaufen?

Buchwieser: Ja, auf jeden Fall. Wir haben jetzt noch nicht darüber gesprochen, aber ich denke schon, dass meine Familie sich einige Spielen dabei anschauen wird. So oft bekommen sie auch nicht die Chance dabei zu sein. Dazu ein Heimspiel mit Deutschland, das motiviert natürlich noch mehr.

SPORT1: Sie kennen Pat Cortina als Trainer aus München. Können Sie ihn als Mensch beschreiben?

Buchwieser: Er ist ein ganz feiner Kerl. Ein super Mensch mit einem tollen Charakter und würde sein letztes Hemd für uns geben, wenn es sein muss.

SPORT1: Und als Trainer?

Buchwieser: Auf dem Eis ist er ein sehr akribischer Arbeiter, dazu ein Disziplinfanatiker. Ich denke, das zeichnet ihn aus (EXKLUSIV: Pat Cortina im Interview).

[kaltura id="0_vorz9lyk" class="full_size" title="Cortina hei auf ersten H rtetest"]

SPORT1: Sie haben auch den Ex-Bundestrainer Jakob Kölliker kennengelernt. Können Sie sagen, was Cortina anders macht?

Buchwieser: Noch kann ich wenig dazu sagen, weil ich ihn bei Nationalmannschaftsspielen noch nicht erlebt habe. Ich weiß nicht, was er vorhat und wie das Umfeld funktioniert. (KOLUMNE: Cortina wie Zach mit Krupp-System).

SPORT1: Sie haben die letzten beiden WMs einmal verletzungsbedingt und einmal als einer der letzten Aussortierten verpasst. Ihr großes Ziel dürfte daher die Olympia-Qualifikation und dann die WM sein?

Buchwieser: Genau. Erst mal will ich bei der Olympia-Quali dabei sein und helfen, dass wir uns qualifizieren. Und das andere Ziel ist ganz klar. Ich will bei der Weltmeisterschaft spielen. Ich würde mich freuen, wenn das klappen sollte. Ich gebe mein Bestes, damit ich dabei bin.

SPORT1: Waren Sie insgeheim froh, in Schweden nicht dabei gewesen zu sein, das 4:12 gegen Norwegen und das 1:8 gegen Tschechien nicht miterleben zu müssen?

Buchwieser: Das würde ich jetzt nicht sagen. In erste Linie ist man traurig, dass man die WM verpasst hat. Sowas kann passieren. Das sollte es nicht, aber es ist passiert. Wenn ich dabei gewesen wäre, wäre es auch nicht schlimm gewesen.

SPORT1: Die Reaktionen auf das Debakel waren sehr groß, wie sich die Mannschaft so präsentieren konnte.

Buchwieser: Auf alle Fälle. Es geht nicht darum, sich gegen Norwegen eine Klatsche eingefangen zu haben. Sondern die Art und Weise. Man steht vor Norwegen. Aber wir sind da, wo wir uns sehen. Da haben wir noch einen langen Weg und viel Arbeit vor uns.

SPORT1: Wenn Sie speziell den nächsten Deutschland-Cup sehen mit den Gegnern, wo steht die deutsche Mannschaft?

Buchwieser: Mit der Schweiz sehen wir uns auf Augenhöhe, vielleicht auch einen Tick vor ihnen. Das muss man aber auch beweisen. Ich weiß nicht, wer aus Kanada kommt und wer bei der Slowakei dabei ist, aber jede Mannschaft ist zu schlagen.

SPORT1: Ihr Vertrag endet nach der Saison in München. Wie sieht Ihre Zukunft aus?

Buchwieser: Das weiß ich leider noch nicht. Wir warten alle darauf, was in München passiert, was Red Bull vorhat. Ich hoffe, dass München als DEL-Standort erhalten bleibt. Wenn das alles geklärt ist, hoffe ich, dass auch ich München erhalten bleibe.

Weiterlesen