Patrick Hager erzielte den zwischenzeitlichen 3:3-Ausgleich im Schlussdrittel © imago

Beim knappen Testspielerfolg in Österreich (Bericht) fehlt Deutschlands neuer Bundestrainer. Die Analyse nimmt er verspätet vor.

Wien/München - Vor Ort war er dann doch nicht, obwohl sogar eine Ansprache vor dem Spiel geplant war.

Das erste Länderspiel der Saison verpasste der neue starke Mann im deutschen Eishockey. Aus Termingründen musste Pat Cortina auf eine Reise nach Wien verzichten.

"Ich habe bislang nichts gesehen, aber ich werde eine DVD von dem Spiel bekommen. Die schaue ich mir in den kommenden Tagen an", sagte der neue Bundestrainer und Sportdirektor des Deutschen Eishockey-Bundes.

Blamage verhindert

Dem Italo-Kanadier wird vermutlich nicht gefallen, was er dann zu sehen bekommt.

Beim mühsamen 4:3-Sieg anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Österreichischen Eishockey-Verbandes (ÖEHV) konnten die deutschen Kufencracks nur dank eines starken Schlussdrittels eine Blamage knapp verhindern.

Dem jungen deutschen Team fehlte wie schon beim WM-Debakel in Schweden vor allem in der Defensive eine klare Ordnung.

Deutschland Cup erster echter Test

Für Cortina, der erst am Montag als Nachfolger des Schweizers Jakob Kölliker vorgestellt worden war, ist das kein Grund für Schwarzmalerei (KOLUMNE: Cortina wie Zach mit Krupp-System).

"Das war nur ein Freundschaftsspiel, mehr nicht. Es ist klar, dass Kopf und Körper so früh in der Saison noch nicht ganz auf der Höhe sind", sagte der Trainer des EHC München, der in dieser Spielzeit eine Dreifachfunktion ausübt.

Beim Deutschland-Cup (9. bis 11. November) in München wird der 48-Jährige wie geplant sein Debüt als Bundestrainer geben. "Danach weiß ich, wo genau ich ansetzen muss", sagte Cortina: "Auf jeden Fall müssen wir an der Mentalität arbeiten."

Im Schlussdrittel aufgewacht

Zumindest die hat aber in Wien gestimmt. Nach einem zwischenzeitlichen 1:3-Rückstand gegen den Aufsteiger in die A-WM ging am Ende nochmal ein Ruck durch die Mannschaft.

Martin Buchwieser (46.), Patrick Hager (50.) und Frank Hördler (54.) drehten mit ihren Treffern die Partie.

"Im letzten Drittel haben wir unsere Tugenden Kampfgeist, Einsatz und Leidenschaft wieder gezeigt", sagte Co-Trainer Ernst Höfner.

Mit der pomadigen Leistung in den ersten beiden Dritteln war der Cortina-Vertreter überhaupt nicht zufrieden: "Wir haben ums Tor herumgespielt und wollten schöne Tore erzielen. Dafür haben wir die Quittung bekommen."

"WM nur ein Ausrutscher"

Österreich ist auch beim Olympia-Ausscheidungsturnier in Bietigheim (7. bis 10. Februar 2013) Gegner der DEB-Auswahl. Dort zählt nur die Qualifikation für die Winterspiele im russischen Sotschi 2014.

Bei einem Scheitern dürfte Cortinas auf drei Jahre angelegte Aufbauarbeit im Verband frühzeitig beendet sein.

Doch er hegt keine Zweifel daran, dass er Erfolg haben wird: "Die letzte WM war ein Ausrutscher. Ich glaube, dass das gute Abschneiden in den Jahren zuvor das wahre Leistungsvermögen des deutschen Teams widergespiegelt hat."

Weiterlesen