Verteidiger Denis Reul (r.) spielt seit 2009 bei den Adlern Mannheim © getty

Die DEB-Auswahl kassiert gegen überlegene Tschechen die nächste Klatsche und verpasst die direkte Qualifikation für Sotschi 2014.

Aus Stockholm berichtet Rainer Nachtwey

Stockholm - Direkte Olympia-Qualifikation ade!

Die deutsche Nationalmannschaft hat bei der 76. Eishockey-WM in Stockholm und Helsinki ihr Mindestziel verpasst.

Die Auswahl von Bundestrainer Jakob Kölliker unterlag im letzten Vorrundenspiel nach erneut enttäuschender Leistung Tschechien mit 1:8 (1:3, 0:3, 0:2) und schloss das Turnier auf dem 12. Platz ab (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Damit verliert die DEB-Auswahl den bisherigen achten Weltranglisten-Platz und rutscht aus den Top-Neun. Nur die neun besten Nationen der Welt sind für die Winterspiele 2014 in Sotschi direkt qualifiziert.

Dem DEB bleibt nun noch die Chance über ein Vierer-Turnier im Februar 2013.

Gogulla konsterniert

"Es ist schwer, man muss aufpassen was man jetzt sagt - ich kann kaum Worte fassen", sagte Angreifer Philip Gogulla nach der Partie bei SPORT1: "Bis auf die letzten zwei Spiele haben wir eigentlich gut gespielt. Aber was zuletzt passiert ist - mit 20 Gegentoren - das habe ich noch nicht gesehen."

Hoffnungsschimmer durch Greilinger

Ales Hemsky (2.), Lukas Krajicek (11.), Martin Erat (17.), Petr Koukal (26.), David Krejci (30.) und Jiri Novotny (35.) beendeten frühzeitig jegliche Hoffnung auf einen Punktgewinn.

Erneut Koukal (45.) und Miroslav Blatak (47.) sorgten für den in der Höhe auch verdienten Sieg der Tschechen.

Thomas Greilingers zweites Turniertor (8.) war nur ein kurzer Hoffnungsschimmer.

Neu formiertes Team

Kölliker hatte im Vergleich zum Norwegen-Desaster seine Mannschaft erneut durcheinander gewirbelt.

Bis auf die Reihe um den deutschen Topscorer Philip Gogulla, Christoph Ullmann und Patrick Reimer stellte er die Sturmformationen neu zusammen.

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Nur 118 Sekunden bis zum Gegentor

In der Verteidigung erhielt Sinan Akdag, der zuvor gegen Dänemark und Norwegen pausiert hatte, seine Chance. Im Tor vertraute Kölliker auf Dennis Endras.

Aber trotz der Umstellungen verfiel die deutsche Mannschaft in alt bewährte Muster, kassierte nach 118 Sekunden das erste Gegentor.

Hemsky schiebt ein

Nach einem Doppelpass mit Petr Prucha zog NHL-Profi Hemsky vom rechten Flügel an Florian Ondruschka vorbei und schob gegen den machtlosen Endras zum 0:1 ein.

Die Tschechen spielten von Beginn an ihre technische und läuferische Überlegenheit aus, überbrückten schnell die neutrale Zone und erspielten sich hochkarätige Chancen.

[kaltura id="0_hjbmqf4g" class="full_size" title="Wieder herbe Klatsche f r DEB Team"]

Endras verhindert höhere Pleite

Die deutsche Defensive präsentierte sich dabei erneut sehr anfällig. Keeper Endras war es zu verdanken, dass die DEB-Auswahl nicht wie gegen Norwegen frühzeitig deutlich zurücklag.

Greilingers zwischenzeitlichen Ausgleich (8.) - dank gütiger Mithilfe des Pfostens und Milan Michaleks Schlittschuh - konterten die Tschechen nach einer abgelaufenen Strafzeit gegen Nikolai Goc keine drei Minuten später mit der erneuten Führung ( 553850 DIASHOW: Die Spiele Deutschlands ).

Tschechen nutzen Powerplay brutal aus

Die deutsche Mannschaft versuchte mit viel Einsatz die technische Überlegenheit der Tschechen wettzumachen, im Powerplay nutzte der Weltmeister von 2010 seine numerische Überzahl aus.

Nach einer Parade Endras? passte Erat den Rebound vor das Tor, von Nikolai Goc? Schläger sprang der Puck über die Linie (17.).

Munteres Schießen

Das DEB-Team sah sich weiterhin in die Defensive gedrängt, eigene Chancen waren Mangelware.

Die Tschechen hingegen nutzten ihr Powerplay konsequent. Als Kevin Lavallee auf der Strafbank saß, lenkte Koukal einen Schuss Krajiceks zum 1:4 ab (26.).

Und es kam noch schlimmer, die Vorstellung der Tschechen verkam zur Vorführung.

Reimer verlor im Powerplay den Puck, Krejci ging allein auf Endras zu und schloss überlegt ab (30.), fünf Minuten später erhöhte Novotny völlig alleingelassen auf 6:1.

Tor-Einladungen en masse

Im Schlussabschnitt ergab sich die deutsche Mannschaft emotionslos ohne großen Widerstand ihrem Schicksal, die Tschechen wurden durch zahlreiche Strafzeiten zum Toreschießen eingeladen.

Koukal (45.) und Blatak (47.) nutzten die Überzahl eiskalt aus. Krejci hätte per Penalty noch auf 9:1 erhöhen können, scheiterte aber an Endras (51.).

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