Dennis Endras (l. mit Jensen) spielt seit 2011 in Finnland für Helsingfors IFK © getty

Nach dem GAU gegen Norwegen will das DEB-Team gegen Tschechien einen ehrenhaften WM-Abschied und das Ticket für Sotschi.

Aus Stockholm berichtet Rainer Nachtwey

Stockholm - Die Demütigung vom Norwegen-Spiel hängt der deutschen Nationalmannschaft noch nach (BERICHT: WM-Aus nach Demütigung).

Auch wenn am Morgen danach Verdrängen angesagt war, und die Konzentration komplett auf den letzten Auftritt in Stockholm gelegt wurde (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

"Das Norwegen-Spiel braucht man sich nicht noch einmal anschauen, das macht keinen Sinn", sagte Christoph Ullmann. "Da stellt sich einem die Frage: 'Wo fängst Du an, wo hörst Du auf'."

Beim letzten Vorrundenspiel gegen Tschechien (ab 16 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, im LIVE-TICKER und im LIVESTREAM auf SPORT1.de) hat sich die DEB-Auswahl noch ein großes Ziel gesetzt: Den Favoriten ärgern und die WM mit der direkten Qualifikation für die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi retten.

Reimer gefällt Außenseiterrolle

"So will sich keiner in den Sommer verabschieden", sagte Kai Hospelt bei SPORT1. Und auch Ullmann spielte die Karte Wiedergutmachung aus.

"Das war nicht das Gesicht der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft. Der letzte Eindruck von uns sollte ein anderer sein."

Patrick Reimer gefällt die Außenseiterrolle gegen den Weltmeister von 2010.

"Wir haben jetzt noch ein Spiel gegen die Tschechen, das ist vielleicht genau der richtige Gegner jetzt. Keiner hat das Interesse, nochmal so etwas zu erleben", sagte der Düsseldorfer Stürmer.

Die Fakten zum WM-Abschluss gegen Tschechien:

Personal:

Andre Rankel verletzte sich bereits im ersten Drittel, zog sich eine Schnittverletzung am Kinn zu und klagte anschließend über Kopfschmerzen. Bundestrainer Kölliker verzichtet auf Rankels Einsatz, auch Felix Schütz wird nicht spielen.

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Dagegen wird John Tripp, der nach dem Norwegen-Debakel das Training aufgrund von Knieproblemen verpasste, auflaufen können ( 553850 DIASHOW: Die Spiele Deutschlands ).

In der Reihenanordnung würfelte Kölliker noch einmal durcheinander. Thomas Greilinger setzte er an der Seite von Kai Hospelt und Sebastian Furchner ein. Kapitän Marcel Goc bildet für das Spiel mit Tripp und Marcus Kink eine Sturmformation.

Evan Kaufmann kehrte an die Seite von Alex Barta zurück, Daniel Pietta komplementierte die Reihe. Einzig an der erfolgreichsten deutschen Reihe um Christoph Ullmann, Philip Gogulla und Patrick Reimer nahm er keine Veränderung vor.

Im Tor kann sich Dennis Endras von seiner "Schockstarre" gegen Norwegen erholen.

[kaltura id="0_cdhd09rg" class="full_size" title="H ttl Der Stachel sitzt noch extrem tief"]

Ausgangslage:

Für die DEB-Auswahl geht es noch um die direkte Olympia-Qualifikation für die Winterspiele 2014 in Sotschi. Voraussetzung ist ein Platz unter den ersten Neun in der Weltrangliste. Russland ist als Ausrichter gesetzt.

Um diesen neunten Platz zu erreichen, muss Deutschland die Schweiz im WM-Endklassement hinter sich lassen oder einen Rang hinter der Slowakei landen, sollte diese das Viertelfinale erreichen.

Verpasst der Weltmeister von 2002 die Runde der letzten Acht, reicht ein Rückstand von zwei Plätzen auf die Slowaken.

Mit einem Punktgewinn gegen die Tschechen würde die Kölliker-Truppe ihre Chancen deutlich erhöhen, denn gegenüber der punktgleichen Schweiz, die um 19.15 Uhr in Helsinki gegen die USA antritt, muss die deutsche Mannschaft ein Torverhältnis von -8 aufholen.

Statistik:

Der letzte Erfolg bei einer WM über die Tschechen reicht ins Jahr 2007 bei der WM in Russland zurück. Die Auswahl des damaligen Bundestrainers Uwe Krupp gewann nach Toren von Michael Hackert und Michael Wolf mit 2:0.

Das letzte Aufeinandertreffen entschied Tschechien bei der vergangenen WM in Bratislava für sich. In der Zwischenrunde siegten Jaromir Jagr und Co. mit 5:2.

In der Vorbereitung unterlag die DEB-Auswahl den Tschechen bei der Euro Hockey Challenge in Budweis in beiden Spielen. Beides Mal hieß das Ergebnis 2:3, einmal nach Verlängerung, einmal nach Penaltyschießen.

Spieler im Fokus: Marcel Goc

Die Erwartungen waren sehr hoch an den Kapitän, schließlich ist er der einzige NHL-Profi im deutschen Kader. Aber diese Erwartungen konnte Marcel Goc bisher noch nicht erfüllen.

Mehr als ein Lattentreffer gegen Dänemark brachte der Mittelstürmer der Florida Panthers nicht zu Stande. Ausgerechnet der deutsche Hoffnungsträger wartet nach sechs WM-Spielen immer noch auf seinen ersten Scorerpunkt.

Nach dem Norwegen-Desaster ist Goc auch als Anführer gefragt. Er muss vorangehen, die Mannschaft mitreißen. Am besten macht er dies mit seinem ersten Turniertor.

Die voraussichtliche Reihenzusammenstellung:

Kink - Goc - Tripp

Gogulla - Ullmann - Reimer

Furchner - Hospelt - Greilinger

Pietta - Barta - Kaufmann

Schubert - Fischer

Ondruschka - Krüger

Goc - Reul

Lavallee - Akdag

Endras

Kotschnew

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