Andre Rankel (l.) wurde mit den Eisbären Berlin sechs Mal Deutscher Meister © getty

Um das vorzeitige WM-Aus zu verhindern, will die DEB-Auswahl gegen Norwegen ihr Spiel durchziehen. Dennis Endras ist gewappnet.

Aus Stockholm berichtet Rainer Nachtwey

Stockholm - Der eine oder andere musste den Frust nach der vernichtenden Niederlage noch verdauen.

Borussia-Dortmund-Fan Daniel Pietta hingegen schien nach dem Triumph seines BVB über den FC Bayern im DFB-Pokal-Finale beim Vormittagstraining über das Eis zu schweben.

Nachdem die gesamte Mannschaft am Abend zuvor sich das echte Endspiel zu Gemüte geführt hatte, schickte Bundestrainer Jakob Kölliker vor dem Endspiel ums Viertelfinal-Ticket gegen Norwegen (ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, im LIVE-TICKER und im LIVESTREAM auf SPORT1.de) nur die fünf nicht eingesetzten Akteure Pietta, Sebastian Furchner, Sinan Akdag sowie die beiden Keeper Dimitrij Kotschnew und Dimitri Pätzold auf das Eis.

"Das eigene Spiel durchziehen"

Ausruhen und Kraft tanken ist vor dem Duell mit Norwegen angesagt.

"Das wird ein Spiel auf Biegen und Brechen", prognostiziert Kölliker, und Keeper Dennis Endras sagt: "Läuferisch und technisch können die Norweger gegen die ganz Großen mithalten."

Gegen den Weltranglisten-Neunten erwarten die DEB-Akteure erneut ein Spiel auf Augenhöhe. "Wir müssen auf jeden Fall wieder unser Spiel durchziehen und so auftreten wie gegen Dänemark im letzten Abschnitt", sagt Patrick Reimer.

"Das eigene Spiel durchziehen" - ein Satz, der von den Spielern nach dem recht glücklichen Erfolg durchweg zu hören war (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Mit viel Selbstvertrauen

Denn davon war gegen die Dänen in den ersten beiden Dritteln wenig bis gar nichts zu sehen. Fehlpässe in der Vorwärtsbewegung ließen einen Spielaufbau erst gar nicht zu.

Gegen Norwegen gilt es, die Fehler abzustellen. "Wir müssen die Scheibe tief spielen, die Verteidiger zum Drehen bringen und die Scheibe aufs Tor. Irgendwann geht schon eine rein", gibt Christoph Schubert das Rezept vor.

[image id="eda86bb7-6452-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Zumal die deutsche Mannschaft mit viel Selbstvertrauen in die Partie gegen Norwegen geht. "Mit einem Sieg spielt es sich immer leichter", sagt Torschütze Thomas Greilinger und blickt auf das Dänemark-Spiel zurück: "Und wenn man so ein Spiel gewinnt, hilft es noch mehr."

Die Fakten zum Norwegen-Spiel:

Personal:

Gegen Dänemark griff Bundestrainer Kölliker wieder auf Formation um 13 Stürmer und 7 Verteidiger zurück. Dennoch setzte er nur 12 Stürmer ein. Sebastian Furchner blieb 60 Minuten auf der Bank.

Nicht im Kader stehen Sinan Akdag und Daniel Pietta. Die beiden Krefelder werden wie schon zum Auftakt gegen Italien und am Vortag gegen Dänemark auf der Tribüne sitzen. ( 553850 DIASHOW: Die Spiele Deutschlands ).

[kaltura id="0_kyeajzyw" class="full_size" title="Deutschland kann doch noch gewinnen"]

Ausgangslage:

Die Ausgangslage ist klar: Verliert Deutschland nach 60 Minuten, ist das Thema Viertelfinale beendet. Eine Niederlage nach Verlängerung oder Penaltyschießen lässt zwar theoretisch noch Hoffnung zu, ein Sieg gegen Tschechien und eine Niederlage Norwegens beides nach 60 Minuten wäre Voraussetzung.

Zudem müsste die DEB-Auswahl noch hoffen, dass Lettland aus seinen letzten beiden Spielen gegen Dänemark und Schweden nicht mehr als drei Punkte holt. Bei Punktgleichheit entscheidet der direkte Vergleich zu Gunsten der Balten.

Statistik:

Das letzte Aufeinandertreffen bei einer WM gewann Norwegen 2008 in Halifax. Durch das 2:3 verspielte die Auswahl des damaligen Bundestrainers Uwe Krupp die gute Voraussetzung, mit drei Punkten aus dem Sieg über die Slowakei in die Zwischenrunde zu nehmen.

Die letzten beiden Duelle vor der Heim-WM im April 2010 entschied die DEB-Auswahl mit 3:0 und 8:2 für sich. Insgesamt blickt Deutschland auf eine positive Bilanz gegen Norwegen zurück. 33 Siegen stehen 2 Unentschieden und 10 Niederlagen gegenüber.

Spieler im Fokus: Dennis Endras

Überragend. Weltklasse: Nach dem Erfolg gegen Dänemark überboten sich die deutschen Spieler und Trainer mit Lobeshymnen auf den Keeper. Endras bewahrte die DEB-Auswahl vor dem frühzeitigen Aus, wurde am Schluss zum besten deutschen Spieler ausgezeichnet.

"Dennis ist immer sehr fokussiert, arbeitet in jedem Training hart an sich und hat ein gutes Spielverständnis und Auge. Er ist eine große Persönlichkeit", lobt Kölliker die Vorzüge des Goalies.

Gegen die Norweger wird Endras voraussichtlich nicht weniger zu tun bekommen wie gegen die Dänen. "Ich würde nicht sagen, dass sie ein härterer Gegner als die Dänen sind", meint Endras, "aber sicher auch kein leichterer."

Die Belastung durch zwei Spiele binnen 28 Stunden kennt Endras aus der finnischen Liga. "Dort haben wir immer Freitag, Samstag gespielt", sagt der Allgäuer.

Die voraussichtliche Reihenzusammenstellung

Greilinger - Goc - KaufmannGogulla - Ullmann - ReimerRankel - Hospelt - TrippKink - Barta - SchützFurchner

Schubert - KruegerOndruschka - FischerGoc - Reul

LavalleeEndrasKotschnew

Weiterlesen