Goalie Dennis Endras (l.) spielt seit 2011 für Helsingfors IFK © getty

Nach dem erlösenden Dreier gegen Dänemark benötigt die DEB-Auswahl auch gegen Norwegen einen Erfolg für das Ziel Viertelfinale.

Aus Stockholm berichtet Rainer Nachtwey

Stockholm - Es hörte sich sehr nach Schönrednerei an, als Bundestrainer Jakob Kölliker bei SPORT1 sagte: "Wir haben wieder ein ansprechendes Spiel gezeigt."

Denn selbst seine Spieler waren sich nach dem 2:1-Erfolg gegen Dänemark (Spielbericht) einig. "Schön war das sicherlich nicht. Es war ein Arbeitssieg", sagte Verteidiger Christoph Schubert.

Und ein unglaublich wichtiger, da waren sich alle einig.

Denn die drei Punkte halten der Kölliker-Auswahl weiterhin alle Chancen offen, das Viertelfinale zu erreichen (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

"Wir wissen, dass wir immer noch zwei Endspiele haben. Gegen Norwegen das erste und gegen die Tschechen brauchen wir mindestens einen Punkt", rechnete Deutschlands Torschütze zum 1:1 Thomas Greilinger vor.

Kölliker selbstkritisch

Die erste Hürde auf dem Weg ins Viertelfinale hat die deutsche Mannschaft genommen, wenn auch glücklich.

"Es war verdientes, vielleicht verdientes, Arbeitsglück", fasste Kölliker dann doch etwas selbstkritisch die Leistung seiner Mannschaft zusammen ( 553850 DIASHOW: Die Spiele Deutschlands ).

"Die Räume waren eng"

"Wir haben spielerisch keine Akzente setzen können", gestand der Schweizer ein. Wichtig war dies für ihn allerdings nicht. "Die Räume waren sehr eng. Da ist ein gepflegtes Spiel nicht unbedingt angebracht."

Wieder einmal kam die deutsche Mannschaft gegen die von Beginn an auftrumpfenden Dänen kaum ins Spiel.

Bereits gegen Lettland hatte sich die DEB-Auswahl zu Beginn sehr schwer getan.

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Keine Erklärungen

"Wenn wir eine Erklärung hätten, würde es nicht passieren", sagte Schubert gegenüber SPORT1. "Wir haben aber auch keine Erklärung, warum wir gegen Russland so gut spielen."

Und Greilinger meinte: "Als die das 0:1 geschossen haben, sind wir schon ein wenig geschwommen."

An die Chance geglaubt

Kölliker fand dennoch vieles Positives bei der enttäuschenden Leistung seiner Mannschaft. "Wir haben Willen gezeigt. Und wir haben es geschafft, uns ins Spiel zurück zu kämpfen."

Zudem stellte Kölliker heraus, dass seine Mannschaft immer an ihre Chance geglaubt habe. "Die ist auch gekommen und heute ging sie rein."

[kaltura id="0_kyeajzyw" class="full_size" title="Deutschland kann doch noch gewinnen"]

Endras überragend

Und vor allem konnte sich die DEB-Auswahl wieder auf einen verlassen: Dennis Endras.

Der Keeper hielt seine Mannschaft mit fantastischen Paraden im Spiel. Dass es mit einem 0:0 in die Kabine ging, lag ausschließlich am Keeper von IFK Helsinki.

"Was soll man zu ihm noch sagen?", sagte Teamkollege Schubert. "Wir können froh und stolz sein, dass wir so einen Torwart haben."

Kein Einsatz gegen Norwegen?

Ob Endras, dem der Bundestrainer eine "Weltklasse-Leistung" attestierte, auch im nächsten Endspiel gegen Norwegen zum Einsatz kommt, ließ Kölliker offen.

"Es gibt Gründe, die dafür und Gründe, die dagegen sprechen", sagte der Nachfolger von Uwe Krupp.

Kölliker will erst abwarten, ehe er eine Entscheidung trifft, wer nur 26 Stunden nach dem Dänemark-Spiel gegen Norwegen (ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, im LIVE-TICKER und im LIVESTREAM auf SPORT1.de) im Tor steht.

Gute Laune bei Endras

Endras selbst ist heiß auf einen Einsatz. "Am Freitagabend kam der Trainer und meinte: 'Hast Zeit morgen?' Da hab ich nur gemeint: 'Ja, bin da'. Gegen Norwegen wäre ich auch wieder da. Ich hoffe, dass er mich noch fragt", sagte der Matchwinner lachend.

Zwei Spiele an zwei Tagen bereiten dem Allgäuer keine Probleme: "In Finnland haben wir immer Freitag, Samstag gespielt. Ich bin Back-to-Back-Spiele gewöhnt."

Steigerung notwendig

Gegen die in der Tabelle einen Punkt vorne liegenden Norweger benötigt die DEB-Auswahl neben einem überragenden Endras oder Dimitrij Kotschnew eine Leistungssteigerung.

Da ist sich Siegtorschütze Philip Gogulla sicher: "Die Leistung reicht gegen Norwegen nicht."

Thomas Greilinger hat jedoch ganz andere Vorstellungen. "Wenn wir auch wieder 2:1 gewinnen, dann können wir gerne wieder so spielen. Wichtig ist, dass wir gewinnen - egal, wie wir spielen."

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