Thomas Greilinger (M.) spielt seit 2008 beim ERC Ingolstadt © getty

Die Kölliker-Truppe meistert gegen Dänemark die erste von drei Hürden und hat weiter Chancen auf das WM-Viertelfinale.

Aus Stockholm berichtet Rainer Nachtwey

Stockholm - Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat bei der 76. Eishockey-WM in Stockholm und Helsinki die erste von drei Hürden auf dem Weg zum Ziel Viertelfinale gemeistert.

Die DEB-Auswahl gewann das erste Endspiel gegen Dänemark mit 2:1 (0:0, 1:1, 1:0) und weist als Sechster in der Gruppe S nur einen Punkt Rückstand auf den derzeitigen Vierten und kommenden Gegner Norwegen sowie die punktgleichen Letten auf (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Mit einem Erfolg im direkten Duell am Sonntag (ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, im LIVE-TICKER und im LIVESTREAM auf SPORT1.de) kann die Truppe von Bundestrainer Jakob Kölliker an den Wikingern vorbeiziehen.

Thomas Greilinger (38.) und Deutschlands Topscorer Philip Gogulla (49.) trafen beim durchaus schmeichelhaften zweiten Erfolg im Turnier. Kapitän Morten Green (22.) hatte die Dänen zwischenzeitlich in Führung geschossen.

Endras: "Eine Weltklasse-Leistung"

"Die Dänen haben uns alles abverlangt. Am Ende hatten wir etwas mehr Kraft", sagte der Bundestrainer nach der Partie bei SPORT1: "Wir haben uns aus einer heiklen Situation herausgearbeitet", sagte Kölliker, der Goalie Endras "eine Weltklasse-Leistung" attestierte.

Kölliker mit Änderungen

Kölliker hatte im Vergleich zur 2:5-Niederlage gegen Schweden zahlreiche Umstellungen in den Reihen vorgenommen. Einzig die punktbeste um Gogulla, Christoph Ullmann und Patrick Reimer blieb unverändert.

Beide Mannschaften lieferten sich zu Beginn einen Schlagabtausch, Kai Hospelt hatte in der 3. Minute die Chance zur frühen Führung, als er von Nikolai Goc bedient allein vor Dänemarks Keeper Frederik Andersen auftauchte. Sein Schuss landete jedoch am Außennetz ( 553850 DIASHOW: Die Spiele Deutschlands ).

Auf Seiten der Dänen scheiterte erst Frans Nielsen (4.), anschließend Jannik Hansen (7.).

Dänemark übernimmt Initiative

Mit zunehmender Spieldauer rissen die Dänen, insbesondere die NHL-Reihe Nielsen, Hansen und Lars Eller das Geschehen an sich. Dies schlug sich auch im Schussverhältnis nieder. 13:5 lautete es nach dem ersten Drittel für Dänemark.

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Endras "überglücklich"

Dennis Endras war jedoch nicht zu überwinden. Mit einem spektakulären Spagat-Save gegen Nielsen rettete er die DEB-Auswahl vor dem Rückstand (10.).

Der Hochgelobte Goalie war bei SPORT1 "überglücklich" über den Sieg, dachte aber schon an das Spiel gegen Norwegen: "Da muss es weitergehen, wir müssen über 60 Minuten hart arbeiten."

Siegtorschütze Gogulla zog vor dem Gegner den Hut: "Die Dänen sind eine Top-Mannschaft, die absolut auf Augenhöhe war."

Green schockt DEB-Cracks

95 Sekunden nach Beginn des Mittelabschnitts musste Endras dann hinter sich greifen. Bei einer 3-auf-1-Situation schloss Dänemarks Kapitän Green den Konter zur dänischen Führung ab.

Und die Dänen blieben am Drücker, deutsche Chancen waren Mangelware. Erst nachdem Kapitän Marcel Goc im Powerplay die Latte traf (32.), wachte die Mannschaft auf und kam zu Torchancen.

[kaltura id="0_kyeajzyw" class="full_size" title="Deutschland kann doch noch gewinnen"]

Ausgleich durch Greilinger

Greilinger nutzte 170 Sekunden vor der Sirene eine zum bis dato schmeichelhaften Ausgleich, als der Ingolstädter Dänemarks Keeper mit einem Knaller kurz nach Überfahren der blauen Linie überraschte.

Auch im letzten Drittel hatten die Dänen die besseren Chancen, brachten den Puck aber nicht am stark parierenden Endras vorbei.

Gogulla erlöst Deutschland

Erst nach sechs Minuten gelang es der Kölliker-Truppe Druck auf Dänemarks Kasten auszuüben. Nikolai Goc scheiterte noch an Andersen (47.), anschließend verpasste Felix Schütz die Führung (48.).

Besser machte es dann Gogulla (49.), der beim Abpraller nach Reimers zweitem Schuss zur Stelle war.

Pfosten durch Hardt

Nach der Führung musste die DEB-Auswahl noch eine Drangphase der Dänen überstehen, in der Endras nach glänzenden Paraden in Unterzahl gegen Philip Larsen (51.) auch das Glück beim Pfostenschuss von Nichlas Hardt (53.) zur Seite stand.

72 Sekunen vor Schluss nahm Dänemarks Coach Per Bäckman den Keeper vom Eis, aber auch mit sechs Feldspielern war der glänzende deutsche Keeper nicht zu überwinden.

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