Deutschland steht nach vier WM-Spielen bisher bei zwei Punkten © getty

Im ersten Endspiel gegen Dänemark greift Kölliker auf Berlins Rankel zurück. Ullmann weist auf das wichtige Powerplay hin.

Aus Stockholm berichtet Rainer Nachtwey

Stockholm - Bundestrainer Jakob Kölliker verzichtete auf das Abschlusstraining.

Die Eindrücke vom Vortag hatten dem Schweizer gereicht. Vor dem ersten Endspiel um die Viertelfinalteilnahme bei der WM in Stockholm und Helsinki gegen Dänemark (ab 16 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, im LIVE-TICKER und im LIVESTREAM auf SPORT1.de) schickte er lediglich die Spieler auf das Eis, die nicht zum Einsatz kommen.

Für Daniel Pietta und Sinan Akdag, die gemeinsam mit den beiden Keepern Dimitij Kotschnew und Dimitri Pätzold eine leichte Übungseinheit absolvierten, heißt es gegen den nordischen Nachbarn zusehen ( 553850 DIASHOW: Die Spiele Deutschlands ).

Meister-Eisbär Rankel und Adler Kink zurück im Team

Für Pietta und Akdag rücken der wiedergenesene Andre Rankel vom Deutschen Meister Eisbären Berlin und Adler-Mannheim-Kapitän Marcus Kink in den Kader.

Im Training am Vortag ließ der Coach viel Powerplay üben. Dabei formierte er die Anordnung neu. Zur Reihe um Kai Hospelt, John Tripp und Rankel schickte er Stürmer Alexander Barta und Verteidiger Christopher Fischer (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Auch die zweite Formation bildeten vier Stürmer und ein Verteidiger. So kombinierte er Christoph Ullmann und Patrick Reimer mit Marcel Goc, an der blauen Linie postierte er Thomas Greilinger und Christoph Schubert.

"Das Powerplay wird auf jeden Fall eine Schlüsselsituation. Damit kann man das Spiel in eine Richtung lenken", wies Ullmann bei SPORT1 auf die Bedeutung der Überzahl-Situationen hin.

Die Fakten zum Dänemark-Spiel:

? Personal:

Kölliker nimmt an seiner Reihenzusammenstellung viele Veränderungen vor. Drei der vier Reihen werden neu zusammengestellt, einzig die erfolgreichste Sturmformation um Ullmann, Philip Gogulla und Patrick Reimer bleibt.

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"Mit Philip habe ich in Köln noch zusammengespielt und auch mit Patrick passt es einfach", sagt Ullmann.

Der Bundestrainer setzt gegen Dänemark zudem wieder auf 13 Stürmer. Die Rolle der zusätzlichen Offensivkraft nimmt Sebastian Furchner ein. Seinen Platz im Hospelt-Sturm erhält der wiedergenesene Andre Rankel.

Neben Pietta wird Verteidiger Akdag gegen die Dänen pausieren. In der Defensive kommen somit nur drei Paare mit einem zusätzlichen Verteidiger zum Einsatz.

Das Tor hütet Dennis Endras. Im Training am Vortag hatte noch viel auf einen Einsatz Dimitrij Kotschnews hingedeutet. Nachdem der Keeper von Atlant Mytischtschi jedoch am Vormittagstraining teilgenommen hatte, sitzt er nur auf der Bank.

Ausgangslage:

Siegen, siegen und nochmals siegen. Was anderes zählt nicht - und zwar für beide. Für den Verlierer ist das Viertelfinale außer Reichweite. Der Rückstand auf den Konkurrent und Sieger der Partie Lettland gegen Norwegen wäre zu groß.

Für die deutsche Mannschaft ist die Rechnung zum Ziel Viertelfinalteilnahme ganz einfach: Drei Siege gegen Dänemark, Norwegen und die dann voraussichtlich bereits qualifizierten Tschechen und Deutschland ist in der Runde der letzten Acht.

Nach den drei Niederlagen in Folge gegen Lettland, Russland und Schweden ist die Stimmung in der Mannschaft dennoch positiv. "Wir sind zuversichtlich, dass wir gegen die Dänen einen ersten Schritt Richtung Viertelfinale machen", meinte Barta.

Und John Tripp sagte im SPORT1-Interview: "Wir lassen keine negativen Gedanken an uns ran."

[kaltura id="0_rgg0yphn" class="full_size" title="DEB Kleinigkeiten mit gro er Wirkung"]

? Statistik:

In der Vorbereitung entschied die DEB-Auswahl beide Spiele für sich (3:1, 3:2 n.P.). Allerdings hat die deutsche Mannschaft von den Spielen in Hannover und Kassel wenig mit der WM-Truppe gemein. Insgesamt standen nur 13 Spieler auf dem Eis, die auch beim WM-Spiel gegen Dänemark zum Einsatz kommen.

Beim nordischen Nachbarn stießen mit Jannik Hansen von den Vancouver Canucks und Philip Hersby vom schwedischen Zweitligisten Tingsryds AIF nur noch zwei Spieler zum WM-Kader.

Die Duelle mit den Dänen sieht Ullmann "auf Augenhöhe". Dies bestätigen auch die letzten Aufeinandertreffen bei Weltmeisterschaften. 2011 in Bratislava unterlag die DEB-Auswahl in der Zwischenrunde im Penaltyschießen, bei der WM 2010 gewann sie im Vorrundenspiel 3:1.

Spieler im Fokus: Andre Rankel

Nach seiner nicht näher genannten Oberkörperverletzung - zumeist bei einer Gehirnerschütterung verwendet - kehrt der Berliner zurück in den Kader.

Nach dem mäßigen Auftritt gegen Italien muss der einzige Deutsche Meister im Kader zurück zu seiner Form finden.

Auf Rankel ruhen vor allem die Hoffnungen, dass mit dessen Offensivqualitäten, die magere Torausbeute beendet wird.

Ganze 18 Schüsse benötigt die DEB-Auswahl für einen Treffer.

In Partien mit Endspielcharakter nach dem Motto "Do or Die" blüht "Mister Playoff", wie Rankel in der Hauptstadt auch genannt wird, förmlich auf. "Da ist mehr Körpereinsatz, mehr Kampf.

So liebe ich Eishockey. Das macht einfach mehr Spaß", sagte der Angreifer.

Voraussichtliche Reihenzusammenstellung:

Greilinger - Goc - Kaufmann

Gogulla - Ullmann - Reimer

Rankel - Hospelt - Tripp

Kink - Barta - Schütz

Furchner

Schubert - Krueger

Ondruschka - Fischer

Goc - Reul

Lavallee

Endras

Kotschnew

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