Deutschland steht nach vier WM-Spielen bisher bei zwei Punkten © getty

Kölliker setzt gegen Dänemark auf Eisbär Rankel. Die Hereinnahme zieht viele Veränderungen nach sich. Auch bei den Keepern?

Aus Stockholm berichtet Rainer Nachtwey

Stockholm - Die Erholungsphase ist vorbei, die Vorbereitung auf das erste Endspiel der deutschen Mannschaft bei der Eishockey-WM ist in vollem Gange.

"Der Akku ist wieder voll", sagte Kai Hospelt nach der Übungseinheit. "Wir hatten ein gutes Training mit der richtigen Spannung."

Die Konzentration auf das entscheidende Spiel gegen Dänemark (Sa., ab 16 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, im LIVE-TICKER und im LIVESTREAM auf SPORT1.de) ist spürbar, die Spieler sind heiß auf das Duell mit dem Weltranglisten-Zwölften. ( 553850 DIASHOW: Die Spiele Deutschlands )

"Die Zuversicht ist da, dass wir gegen die Dänen den ersten Schritt Richtung Viertelfinale machen", gibt sich Christoph Ullmann selbstbewusst.

Sieg als Voraussetzung

Denn ein Sieg gegen den nordischen Nachbarn ist Voraussetzung, um die Runde der letzten Acht noch zu erreichen.

Bei einer Niederlage bestehen zwar aufgrund der Duelle der Konkurrenz untereinander noch rein rechnerische Chancen, die Aussicht wäre dann aber äußerst gering. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

Und nicht nur das Viertelfinale wäre dann in höchster Gefahr, auch die direkte Olympia-Qualifikation. Von Platz zehn, der nicht mehr zur automatischen Teilnahme berechtigt, trennt die DEB-Auswahl lediglich 45 Punkte.

Reimer: Keine Rechenspielchen

Düsseldorfs Patrick Reimer ist auf jeden Fall überzeugt, auf Rechenspielchen nicht angewiesen zu sein. "Wir werden im Viertelfinale dabei sein, weil wir die nächsten drei Spiele gewinnen, ganz einfach", sagte der mit zwei Toren erfolgreichste deutsche Stürmer.

Dass es mit dem Einzug unter die besten Acht klappt, dazu soll Andre Rankel beitragen. Der Stürmer meldete sich von seiner Verletzung zurück und trainierte voll mit. "Von mir aus gibt es grünes Licht", sagte der Berliner. "Jetzt liegt es am Arzt und an den Trainern."

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Und Kölliker rechnet bereits mit dem einzigen Deutschen Meister in seinem Team. "Es hängt alles von Rankel ab."

Italien-Formation gegen Dänemark?

Mit der Hereinnahme Rankels ändert sich auch die Reihenzusammenstellung. Im Training ließ Kölliker ihn mit Hospelt und John Tripp eine Reihe bilden. In dieser Formation war Deutschland bereits gegen Italien angetreten.

Neben der Hospelt-Formation rotierte der Bundestrainer weiter, veränderte auch die Reihe um die Center Marcel Goc und Alexander Barta. Neben Goc stürmt zwar weiterhin Thomas Greilinger, im Training ersetzte er Daniel Pietta mit dem Düsseldorfer Evan Kaufmann.

In der Formation um Barta stürmten Felix Schütz und Markus Kink. Einzig die bisher beste deutsche Reihe um Ullmann (3 Assists), Topscorer Philip Gogulla (1 Tor, 4 Vorlagen) und Patrick Reimer (2 Tore, 1 Assist) trainierte in ursprünglicher Form.

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Von acht wieder auf sieben Verteidiger

Zudem wird voraussichtlich Daniel Pietta als 13. Stürmer fungieren. Der Krefelder ist sowohl auf dem Flügel als auch als Mittelstürmer einsetzbar. Nach der Niederlage gegen Schweden hatte Kölliker bereits angekündigt, von acht wieder auf sieben Verteidiger zu reduzieren.

Mit der Umstellung will der Bundestrainer vor allem die Schusseffizienz steigern. Mit gerade einmal knapp über fünf Prozent belegt die DEB-Truppe den letzten Platz.

"Wir müssen das Glück erzwingen, vor dem Tor für mehr Unruhe sorgen und dem Keeper die Sicht nehmen", sagte Barta und erklärt damit die Vorgabe gegen Dänemark. Und Kapitän Goc ergänzt: "Wenn der Keeper den Schuss von der blauen Linie sehen kann, hält er von 100 Versuchen 100 Schüsse."

Überraschung bei den Goalies?

Bei den Torhütern deutet sich eine Überraschung an. Dimitrij Kotschnew könnte für Dennis Endras zum Einsatz kommen - überraschend deshalb, hatte sich Kölliker doch auf Endras als Nummer eins festgelegt.

Bei einer Trainingsübung überließ Endras Kotschnew die Entscheidung, ob er beginnen wolle, ein Privileg, das der Nummer eins für das kommende Spiel zusteht.

Kotschnew sorgte nach dem Training weiter für Verwirrung. "Wir wissen es schon, aber wir reden nicht darüber - zumindest ich nicht", sagte der zukünftige Hamburger Goalie.

Aber auch Kölliker ließ sich nicht locken. "Das wird alles im Teammeeting besprochen", sagte der Schweizer.

Voraussichtliche Reihenzusammenstellung:

Greilinger - Goc - Kaufmann

Gogulla ? Ullmann ? Reimer

Rankel ? Hospelt ? Tripp

Kink ? Barta ? Schütz

Pietta

Schubert ? Krueger

Goc ? Reul

Ondruschka ? Fischer

Lavallee

Kotschnew

Endras

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