Routinier John Tripp spielt seit 2010 bei den Kölner Haien © getty

Im SPORT1-Interview spricht John Tripp vor dem Dänemark-Spiel über den Gegner und seine Rolle als Spaßvogel in der Mannschaft.

Aus Stockholm berichtet Rainer Nachtwey

Stockholm - Das Video zeigt das Gesicht von Felix Schütz. Der Mund ist viel zu groß, auch ein wenig verzerrt.

Als sich der Mund öffnet ist klar, zu wem er gehört. Die fehlende Zahnreihe oben und das englische Deutsch machen es deutlich: Es ist John Tripp.

"Nein, das war doch Schützi selbst, der da gesprochen hat", sagt der Kölner Stürmer lachend, als er darauf angesprochen wird. "Das war ein kleiner Spaß."

Der Oldie in der deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Stockholm und Schweden sorgt für die gute Stimmung im Team ( 553850 DIASHOW: Die Spiele Deutschlands ).

Nach den drei Niederlagen ist "Hans", wie er von seinen Teamkollegen gerufen wird, mehr denn je gefragt (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Vor dem ersten "Endspiel" gegen Dänemark (Sa., ab 16.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, im LIVE-TICKER und im LIVESTREAM auf SPORT1.de) spricht John Tripp im SPORT1-Interview über seine Rolle als Spaßvogel, was die deutsche Mannschaft gegen Dänemark besser machen und worauf sie beim Gegner achten muss.

SPORT1: Herr Tripp, zuletzt hat es drei Niederlagen in Folge gegeben. Wie ist die Stimmung in der Mannschaft?

John Tripp: Es herrscht immer eine positive Atmosphäre. Wir lassen keine negativen Gedanken an uns ran. Klar nach dem Spiel hat keiner in der Kabine gejubelt, aber das muss man schnell ausblenden.

SPORT1: Sie sorgen mit Ihren Scherzen ja auch immer wieder für gute Stimmung, ob es jetzt Videos sind oder Ähnliches. Sie haben Felix Schütz parodiert. Wie kommen die Scherze bei der Mannschaft an?

Tripp (lacht): Es ist immer wichtig, dass man lacht. Die Jungs machen immer etwas Lustiges. Das war ein kleiner Spaß. Das nächste ist schon in Arbeit. Wir ziehen übereinander her. Das lockert die Atmosphäre, wenn man so lange zusammensitzt. Und das Schöne dabei ist: Ich habe in der Mannschaft viele Freunde gefunden.

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SPORT1: Wie wichtig ist denn jetzt die gute Stimmung im Team im Hinblick auf die entscheidenden Spiele?

Tripp: Die ist sehr wichtig. Die Dänen und die Norweger sind eine gute Mannschaft und die Tschechen sind eine Top-Mannschaft. Da muss man gut drauf sein, und gute Stimmung hilft dabei. Wenn wir die Spiele gewinnen, werden wir das Viertelfinale erreichen.

SPORT1: Worauf muss die Mannschaft bei sich achten, wenn es gegen die Dänen geht?

Tripp: Wir müssen wie immer spielen: Hart und den Dänen keine Zeit an der Scheibe lassen. Unsere Special Teams werden einen wichtigen Faktor einnehmen. Aber eigentlich müssen wir nicht auf etwas Besonderes achten.

SPORT1: Wo sind denn die Dänen besonders gefährlich?

Tripp: Das ist sicherlich die erste Reihe, die hebt sich noch mal ab. Frans Nielsen, Lars Eller und Jannik Hansen, das sind schon richtig gute Spieler. Aber die Dänen haben sich in den letzten Jahren auch als Mannschaft richtig gut entwickelt. 2010 standen sie im Viertelfinale. Sie sind sehr schnell, sehr robust. Sie sind uns ähnlich.

SPORT1: Wie stoppt man denn die Dänen?

Tripp: Wenn wir diese Reihe erst einmal aus dem Spiel nehmen, hilft das auch gegen die anderen. Wir müssen unser Spiel machen, unser Powerplay muss funktionieren. Und wir dürfen den Keeper keinen Blick auf die Scheibe lassen. Da muss ich mich vor ihm breit machen. Der Goalie ist richtig gut. Er spielt in Schweden und ist ein riesiger Mensch. Aber er geht schnell runter, deswegen müssen wir hoch schießen.

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SPORT1: Hilft es der Mannschaft, dass Sie in der Vorbereitung zweimal gegen Dänemark gespielt haben und dabei beide Partien gewonnen haben?

Tripp: Ja, ja, ja, ja, ja. Das hilft sehr. Wir kennen sie gut, wissen wie wir gegen sie spielen müssen, um zu gewinnen.

SPORT1: Sie haben sich zuletzt vor den Spielern immer vorgenommen, einfach zu spielen. Am Ende war es dann aber doch so, dass es hieß: ?Wir haben wieder zu kompliziert gespielt?. Wie kommt es, dass die Mannschaft dann doch von ihrer Linie abrückt?

Tripp: Ja, wir nehmen uns das immer vor. Über die rote Linie die Scheibe tief spielen, forechecken, immer einen Hit austeilen. Wenn wir das machen, bekommen wir die Scheibe zurück. Wir nehmen dem Gegner dann die Zeit. Aber manchmal versucht man dann eben doch, die Scheibe quer statt tief zu spielen. Und das verursacht die Turnover. Lieber die Scheibe aufs Tor bringen, statt quer spielen.

SPORT1: Das war ja auch immer das Credo von Uwe Krupp: Ein Schuss aufs Tor ist immer ein guter Schuss.

Tripp: Ja das ist wichtig. Egal von wo. Denn es kommt immer wieder zu Rebounds und da müssen wir dann zur Stelle sein. Wenn man nicht schießt, kann man kein Tor erzielen.

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