Patrick Reimer (r.) gelang beim 2:5 gegen Schweden ein Treffer © imago

Nach der Schweden-Pleite folgt das DEB-Team einer Einladung des Botschafters. Vor dem Spiel gegen Dänemark spürt sie den Druck.

Aus Stockholm berichtet Rainer Nachtwey

Stockholm - Eigentlich ist es der geeignete Ort zur Erholung.

Eine alte nordische Villa aus Holz, etwas abgeschieden auf der Halbinsel Djurgarden, entfernt von den Sehenswürdigkeiten wie dem Nordiska museet, dem nordischen Museum Stockholms.

"Das Haus sieht so aus, wie man sich die nordischen Häuser so vorstellt, so ein bisschen wie früher bei Pippi Langstrumpf", sagt Dennis Endras und blickt dabei die Fassade bis zum Giebel hinauf.

Innen laden zahlreiche Sofas zum Entspannen und Unterhalten ein, währenddessen man die Füße baumeln lassen und Häppchen gegen den kleinen Hunger genießen kann.

"Es kommt einem so vor, als ginge es von Essen zu Essen", scherzt John Tripp.

Keine echte Entspannung

Der deutsche Botschafter in Stockholm hatte in die Villa Ekarne geladen und die Nationalmannschaft war inklusive Trainerstab und Betreuer der Einladung gefolgt.

Doch so richtig entspannt wirken die deutschen Spieler nicht. Sie versuchen es.

"Diese Termine gehören eben dazu", meint Keeper Endras.

Hängende Köpfe

Aber die 2:5-Niederlage gegen Schweden (Bericht), der dritten Pleite im vierten Spiel bei der Eishockey-WM in Stockholm und Helsinki, hängt einen Tag später noch in den Köpfen (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Nach den überraschenden Punktverlusten gegen Lettland hätte der eine ohne andere Zähler gegen die beiden Großen, Schweden und Russland, nicht nur dem Punktekonto, sondern auch dem Selbstvertrauen gut getan und den Druck ein wenig von den Schultern.

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Hospelt spricht Klartext

"Wir müssen die nächsten Spiele gewinnen, sonst wird das mit dem Viertelfinale nichts mehr", verdeutlicht der Wolfsburger Stürmer Kai Hospelt die Ausgangslage vor den beiden Duellen mit Dänemark (Sa., ab 16.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, im LIVE-TICKER und im LIVESTREAM auf SPORT1.de) und Norwegen (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

"Das kann Kräfte freisetzen"

"Da geht es um alles. Wir werden unser Menschenmögliches tun, um weiter im Spiel zu bleiben", gibt Bundestrainer Jakob Kölliker die Marschroute vor.

Düsseldorfs Patrick Reimer gewinnt der Drucksituation sogar etwas Positives ab. "Wenn man weiß, es geht um alles, dann kann das auch Kräfte freisetzen", sagt der Torschütze zum zwischenzeitlichen 2:3 gegen Schweden ( 553850 DIASHOW: Die Spiele Deutschlands ).

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Anspannung vor der heißen Phase

Durch die Konstellation, dass die vier Konkurrenten um den vierten Viertelfinalplatz Deutschland, Norwegen, Lettland und Dänemark fünf ihrer sechs Duelle in den letzten vier Tagen bestreiten, herrscht Anspannung bis zum letzten Gruppenspiel gegen Tschechien.

Bei der vergangenen WM in Bratislava hatte die deutsche Mannschaft die Viertelfinal-Teilnahme bereits nach dem ersten Zwischenrundenspiel fest in der Tasche.

Anschließend setzte es zwei Niederlagen und es folgte mit der dritten das Aus im Viertelfinale.

"Am Ende haben uns in den weiteren Partien die letzen paar Prozent gefehlt, weil wir wussten, dass wir weiter sind", hatte Felix Schütz bereits vor der WM den neuen mit dem alten Modus verglichen.

Drei Siege zum Weiterkommen

John Tripp stellt daher eine einfache Rechnung für das Weiterkommen auf: "Wenn wir alle drei Spiele gewinnen, kommen wir ins Viertelfinale."

Nun gilt es alles dafür zu tun, um dies auch umzusetzen. Nachdem das offizielle Training am Vormittag abgesagt worden war, war es den Spielern frei gestellt, wie sie die Regeneration nach den beiden Spielen binnen 24 Stunden vorantreiben.

Fußball und Fitness zum relaxen

"Ein paar Jungs sind aufs Eis gegangen, andere haben Fußball gespielt und ein paar sich an die Cardio-Geräte begeben", verrät Endras.

Am Freitag geht es dann auf dem Eis weiter, an den Fehlern der letzten Spiele zu arbeiten.

"Wir müssen wieder zu unserer Sicherheit zurück", spricht Kölliker die Aufgabenbereiche an, an denen die Mannschaft arbeiten muss. "Kleinere Sachen, wie zum Beispiel das Powerplay. Da sind wir ständig dran. Es funktioniert nicht schlecht, aber Tore müssen fallen."

Pläne fürs Pokal-Finale

Zwar befasst sich die Mannschaft derzeit ausschließlich mit Dänemark, aber Pläne für die Zeit nach der Partie werden bereits geschmiedet.

"Die Jungs sind schon dabei zu planen, wo wir anschließend das DFB-Pokalfinale sehen können", sagt Christoph Schubert.

Vielleicht können sie beim Fußballschauen besser entspannen als bei Häppchen auf Djurgarden.

Wichtig wäre es, denn nach ihrem ersten Endspiel und dem Pokalendspiel FC Bayern gegen Dortmund wartet bereits das nächste Endspiel gegen Norwegen.

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