Dennis Endras (r.) wurde bei der WM 2010 zum MVP gewählt © getty

Gegen Schweden setzt es für die deutsche Mannschaft die erwartete Niederlage. Nun zählen gegen die kommenden Gegner nur Siege.

Aus Stockholm berichtet Rainer Nachtwey

Stockholm - Dennis Endras brachte es kurz und knapp auf den Punkt.

"Phasenweise haben die Schweden mit uns Katz und Maus gespielt", gab der deutsche Keeper bei SPORT1 nach der 2:5-Niederlage gegen den Co-Gastgeber zu: "Das Ergebnis geht in der Höhe in Ordnung."

Sowohl läuferisch als auch spielerisch waren die Schweden zu überlegen und erteilten der deutschen Mannschaft zwischenzeitlich eine Lehrstunde. Die DEB-Auswahl hatte insbesondere im Schlussabschnitt nichts entgegenzusetzen.

"Das war zwei Drittel lang eine gute Leistung meiner Mannschaft", analysierte Bundestrainer Jakob Kölliker, "aber das letzte war schrecklich."

Schwache Chancenauswertung

Die deutsche Mannschaft kam von ihrem Spiel ab. Der Puck wurde zu lange gehalten, die Scheibe daraufhin viel zu schnell verloren.

"Wenn wir einfacher und geradliniger spielen, liegt uns das besser. Das kommt uns manchmal abhanden und das bestraft so eine Mannschaft dann", sagte Alexander Barta.

Bestraft wurde auch die wieder einmal schwache Chancenauswertung. Denn trotz der deutlichen Überlegenheit der Schweden arbeitete sich die Kölliker-Truppe gute Möglichkeiten heraus.

"Davon hätte man die eine oder andere noch verwerten können", zeigte sich Barta einsichtig.

"Kräfte sind ausgegangen"

Allerdings zeigte die Mannschaft auch viel Positives.

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Neben der kämpferischen Leistung bewies die deutsche Mannschaft Moral. Den frühen Rückschlag mit dem 0:1 nach 77 Sekunden überwand sie ebenso wie den Doppelschlag nach einer reparaturbedingten Unterbrechung ( 553850 DIASHOW: Die Spiele Deutschlands ).

Erst mit dem 2:4 war klar, dass es zu einem Punkt nicht mehr reichen würde - auch weil der deutschen Mannschaft das schwere Spiel vom Vortag gegen die Russen noch in den Knochen steckte.

"Am Schluss sind uns etwas die Kräfte ausgegangen", sagte Endras und Patrick Reimer, Torschütze zum zwischenzeitlichen 2:3, bestätigte: "Das ist aber normal, wenn du keine 24 Stunden vorher noch spielst."

Allerdings wollte der Düsseldorfer Stürmer erst gar keine Zweifel aufkommen und schob sogleich hinterher: "Aber wir sind fit."

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Zwei Siege sind Pflicht

Mit ausgeruhten Beinen und mentaler Frische geht es am Samstag (ab 16.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, im LIVE-TICKER und im LIVESTREAM auf SPORT1.de) nun ins erste von zwei Endspielen um die Viertelfinal-Teilnahme.

Zwei Siege gegen Dänemark und am Sonntag (ab 20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) gegen Norwegen sind Voraussetzung.

Doch trotz der dritten Niederlage in Folge verspürt die Mannschaft keinen zusätzlichen Druck (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

"Der Druck ist nicht größer geworden. Wir müssen immer noch gegen Dänemark und Norwegen gewinnen", sagte Kapitän Marcel Goc.

Das Selbstbewusstsein stimmt

Einen psychologischen Knacks aufgrund der Negativserie sieht Kölliker nicht. "Sicherlich schmerzt es, wenn man am Schluss sieht, dass man keine Chance hat. Aber die Jungs werden aufstehen. Sie haben jetzt Zeit, sich zu regenerieren."

Und die Mannschaft nimmt aus den Auftritten gegen die Russen und Schweden nur das Positive mit. "Wir haben gegen diese beiden Topnationen gute Leistungen gezeigt und deshalb gehen wir mit genügend Selbstvertrauen in die Spiele", sagte Barta.

Und Dennis Endras meinte: "Wir können mit breiter Brust rausgehen."

Lob vom Gegner

Insbesondere er selbst kann das. Der Keeper hielt wieder bärenstark, brachte die schwedischen Stürmer immer wieder zur Verzweiflung und zeigt sich vor den so wichtigen "Endspielen" gegen Dänemark und Norwegen in Topform.

"Ihr Goalie hat überragend gehalten", zollte auch Schwedens Torschütze zum 5:2, Johan Franzen, dem deutschen Torhüter Respekt ( 551566 DIASHOW: Die Stars der WM ).

Und Endras behielt seine positive Einstellung trotz der Niederlage bei: "Man kann nicht jedes Spiel gewinnen, gerade gegen solche Nationen nicht. Wir müssen jetzt die nächsten Spiele gewinnen, um unsere Chance aufs Viertelfinale wahren."

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