Angreifer Patrick Reimer (M.) spielt seit 2004 bei den DEG Metro Stars © getty

Gegen Schweden setzt es für Deutschland die dritte Niederlage im vierten Spiel. Gogulla und Reimer gelingt nur Ergebnis-Kosmetik.

Aus Stockholm berichtet Rainer Nachtwey

Stockholm - 40 Minuten durfte die deutsche Nationalmannschaft bei der 76. Eishockey-WM in Stockholm und Helsinki (ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 im LIVE-TICKER und im LIVESTREAM auf SPORT1.de) von einem Punkt träumen.

Am Ende setzte es eine Lehrstunde. Vor allem im Schlussdrittel war der Klassenunterschied deutlich.

Nur 22 Stunden nach der knappen Niederlage gegen Russland unterlag die Auswahl von Bundestrainer Jakob Kölliker Vorrundengruppen-Topfavorit Schweden mit 2:5 (1:1, 1:2, 0:2).

Damit steht das DEB-Team steht nach der dritten Niederlage im vierten Spiel vor den "Endspielen" um die Viertelfinalteilnahme bereits gegen Dänemark und Norwegen gehörig unter Druck. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

Lange Negativ-Serie hält an

"Wir haben gegen eine richtig starke Mannschaft verloren. Die sind ziemlich abgezockt und eine super Truppe", sagte Stürmer Christoph Ullmann bei SPORT1.

Und ergänzte: "Es gab eine Phase im Spiel, da wurden wir regelrecht an die Wand gespielt. Jetzt haben wir zwei Tage frei, dann müssen wir gegen Dänemark und Norwegen punkten."

Vor den Augen von Schwedens Eishockey-Idol Peter Forsberg reichten Tore von Philip Gogulla (20.) und Patrick Reimer (37.) nicht, um die seit 20 Jahren anhaltende Serie ohne Erfolgserlebnis gegen die "Tre Kronor" zu beenden.

Endras im Kasten

Für Schweden waren Marcus Krüger (2.), Viktor Stalberg (27.), Erik Karlsson (29.), Niklas Persson (43.) und Johan Franzen (49.) erfolgreich.

Kölliker hatte zwei Veränderungen vorgenommen. Im Sturm ersetzte Felix Schütz in der Barta-Reihe Marcus Kink, für Dimitrij Kotschnew hütete wieder Dennis Endras das Tor.

Und der Keeper erwischte einen denkbar schlechten Start. Bereits nach 77 Sekunden musste er hinter sich greifen.

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Schock durch Krueger

Nach Kruegers erstem Schuss aus spitzem Winkel war der Allgäuer zur Stelle und parierte auch noch den Nachschuss Gabriel Landeskogs, bei Kruegers zweitem Versuch war er machtlos.

Aber die DEB-Truppe verdaute den frühen Schock gut und kam ihrerseits zu guten Chancen. Binnen zwei Minuten scheiterten erst Schütz (5.), anschließend Thomas Greilinger (6.) und Kai Hospelt (6.) am schwedischen Keeper Viktor Fasth.

Die deutsche Drangphase war aber nur von kurzer Dauer, die läuferisch und technisch deutlich überlegenen Schweden übernahmen wieder das Geschehen.

Insbesondere die Reihe um Krueger, Landeskog und Stalberg bekam das Kölliker-Team nie in Griff. ( 553850 DIASHOW: Die Spiele Deutschlands )

Schütz dreht auf

Mit Ablauf des ersten Drittels machte sich Köllikers Hereinnahme von Schütz bezahlt.

Der Kölner brachte mit einem Alleingang den Puck in die schwedische Zone, Alexander Barta entschied den Zweikampf an der Bande für sich, Kai Hospelt passte auf Gogulla, der eine Sekunde vor Ende zum Ausgleich einschoss.

Der Ausgleich schien der deutschen Mannschaft Rückenwind zu verleihen und hielt zu Beginn der zweiten 20 Minuten gut mit.

[kaltura id="0_9b2nmpq5" class="full_size" title="Die Kabine der DEB Auswahl"]

Glas sorgt für Unterbrechung

Ein Check Franzens gegen Denis Reul (25.) sorgte für eine fünfminütige Unterbrechung. Die Plexiglas-Umrandung musste repariert werden.

Die Pause bekam der DEB-Auswahl überhaupt nicht. Reuls Fehlpass leitete das 1:2 durch Stalberg ein (27.), nur zwei Minuten später erhöhte Karlsson in Überzahl auf 3:1 ( 551566 DIASHOW: Die Stars der WM ).

Die DEB-Auswahl war fortan nur noch Spielball der Schweden. Die Co.-Gastgeber beherrschten das Geschehen und nur der überragende Endras hielt die Kölliker Truppe im Spiel.

Reimer mit dem Anschluss

Umso überraschender war es als Reimer mit einem Schuss durch Fasths Schoner der Anschlusstreffer gelang. Dank Reimers 2:3 und Endras' Rettungstat gegen Franzen fünf Sekunden vor der zweiten Drittelpause konnte sich die deutsche Auswahl noch Hoffnung auf einen Zähler machen.

Nach nur zweieinhalb Minuten im Schlussdrittel stellte Persson jedoch den alten Zwei-Tore-Abstand wieder her.

"Wir hatten zu viele Scheibenverluste", ärgerte sich Hospelt.

Franzen macht den Deckel drauf

Die DEB-Auswahl bemühte sich zwar um den erneuten Anschlusstreffer und hatte durch Barta (46.) die Möglichkeit zum 3:4, spätestens mit Franzens 5:2 (49.) waren alle Hoffnungen auf einen Punktgewinn verschwunden.

Am Ende verhinderte Endras durch mehrere spektakuläre Paraden eine deutlich höhere Niederlage.

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