Center Alexander Barta spielt seit 2011 bei den Malmö Redhawks © getty

Vor dem Duell mit Schweden verzichtet DEB-Coach Kölliker auf das Vormittagstraining. Die Tre Kronor nehmen ihren Gegner ernst.

Aus Stockholm berichtet Rainer Nachtwey

Stockholm - Nach der anstrengenden Partie gegen Russland (Bericht) ließ es Bundestrainer Jakob Kölliker gemächlich angehen.

Der Schweizer sagte das Abschlusstraining vor dem Spiel der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft gegen Schweden (ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, im LIVE-TICKER und im LIVESTREAM auf SPORT1.de) kurzerhand ab.

Die 22 Mann, die am Vortag noch die Rote Maschine nahe am Punktverlust hatten, erhielten trainingsfrei.

"Essen, auslaufen, essen, Besprechung, schlafen, essen, Spiel", beschrieb John Tripp den Tagesablauf kurz und knapp.

Einzig die gegen Russland nicht eingesetzten Felix Schütz und Dimitri Pätzold, sowie der wieder genesene Andre Rankel standen mit Co-Trainer Harold Kreis auf dem Eis.

Schweden stimmen sich ein

Während die deutsche Mannschaft ihr Regenerationsprogramm vorantrieb, nutzten die Schweden ihre Vormittagssession für ein lockeres Einstimmen auf den abendlichen Gegner.

Die Auswahl von Pär Marts gab sich dabei gelöst, aber gleichzeitig konzentriert, strahlt ein Selbstbewusstsein aus, als könne ihr nichts anhaben.

Nach der Zwei-Drittel-Demonstration gegen Dänemark zweifelt kaum einer, dass die Schweden auch am Freitagabend gegen Russland als Favorit ins Rennen gehen ( 553850 DIASHOW: Die Spiele Deutschlands ).

Warnung an Deutschland

"Gegen Dänemark haben wir sehr stark begonnen. Wir hatten einfach das Momentum auf unserer Seite und haben dabei richtig schöne Tore herausgespielt", sagte Viktor Stalberg bei SPORT1.

Und der Stürmer der Chicago Blackhawks schickte gleich noch eine Warnung für alle Gegner hinterher. "Wir haben einfach so viele talentierte Spieler mit so herausragenden Fähigkeiten."

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Dennoch gibt sich die schwedische Auswahl vor dem Duell mit dem DEB-Team vorsichtig.

"Sie haben es letztes Jahr ins Viertelfinale geschafft, das sagt schon einiges aus. Und sie werden dieses Jahr wieder um diesen Platz kämpfen. Wir dürfen sie nicht auf die leichte Schulter nehmen", meinte Stalberg, doppelter Torschütze gegen Dänemark.

"Sie sind bereit"

Loui Eriksson, Schwedens Topscorer mit drei Toren und drei Vorlagen, erkennt durch die Back-to-Back-Belastung bei den Deutschen keinen großen Vorteil.

"Sicherlich spielt das eine Rolle, aber ich bin sicher, dass sie auch für uns bereit sein werden", sagte der Stürmerstar der Dallas Stars ( 551566 DIASHOW: Die Stars der WM ).

[kaltura id="0_8ksrdf4z" class="full_size" title="Gegen Schweden: Ein Tor muss her"]

Die Fakten zum Russland-Spiel:

Personal:

Der ausgeruhte Schütz kommt ins Team, dafür muss Adler-Mannheim-Kapitän Marcus Kink pausieren.

Rankel, der Mittwochfrüh erstmals seit dem Training vor dem Lettland-Spiel wieder auf dem Eis stand, muss vorerst noch zuschauen, ein Einsatz ist nach der nicht näher genannten Oberkörperverletzung noch zu früh.

Auch auf der Torwartposition reagiert Kölliker. Für den gegen Russland stark parierenden Dimitrij Kotschnew kehrt Dennis Endras ins deutsche Tor zurück.

Ausgangslage:

Viel hat sich nach der Niederlage gegen Russland nicht geändert. Zumal fünf der sechs direkten Duelle der vier Mannschaften, die um den vierten Viertelfinalplatz hinter Schweden, Russland und Tschechien kämpfen, nämlich Lettland, Norwegen, Dänemark und eben der deutschen Mannschaft, bisher ausblieben.

Erst in den letzten vier Tagen der Vorrunde entscheidet sich, wer mit dem Trio die besten Acht des Turniers bildet.

Daher wiegt die Niederlage gegen Lettland immer noch schwer. Der eine oder andere Punkt gegen die Großen täte daher sowohl dem Punktekonto, als auch der Moral sehr gut.

Das Spiel gegen Russland 24 Stunden zuvor noch in den Knochen ist nicht die beste Voraussetzung, um gegen die läuferisch und an der Scheibe versierten Schweden mitzuhalten.

Statistik:

Gegen kein Team wartet die deutsche Mannschaft so lange auf einen Erfolg wie über die Tre Kronor. Der letzte Erfolg reicht ins Jahr 1992 zurück, als Ludek Bukac sein erstes Jahr als Bundestrainer bestritt.

Die letzten beiden Niederlagen beendeten jeweils den Traum einer WM-Medaille. Bei der Heim-WM 2010 unterlag die DEB-Auswahl im kleinen Finale 1:3, 2011 scheiterte sie mit 2:5 im Viertelfinale an den Skandinaviern.

Spieler im Fokus: Marcel Goc

Deutschlands einziger NHL-Spieler bei dem Turnier spielt bisher eine solide WM, hat sein wahres Potenzial aber noch nicht gezeigt.

Gemeinsam mit seinem Sturmpartner Thomas Greilinger warten der Center der Florida Panthers noch auf seinen ersten Scorerpunkt.

Vor allem ist gegen Schweden Goc als Leader gefragt. Der Kapitän kennt sich mit Back-to-Back-Spielen durch seine Erfahrungen aus der NHL aus, weiß, um deren Vor- und Nachteile und wie er seinen Teamkollegen helfen kann.

Die voraussichtliche Reihenzusammenstellung

Pietta - Goc - Greilinger

Schütz - Barta - Kaufmann

Furchner - Hospelt - Tripp

Gogulla - Ullmann - Reimer

Goc - Reul

Schubert - Lavallee

Akdag - Krueger

Ondruschka - Fischer

Endras

Kotschnew

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